Giovanni Battista Coccapani (* nach 1589 in Florenz; † 12. August 1644 ebenda) war ein italienischer Goldschmied und Juwelier.
Leben Giovanni Battista Coccapani entstammte einer ursprünglich dem Adel der Este zugehörigen Familie, die von Carpi nach Florenz übergesiedelt war. Sein Vater, der Goldschmied und Juwelier Regolo Francesco Coccapani, wurde am 12. August 1546 in Carpi geboren und starb am 21. Januar 1620 in Florenz. Er war seinem Onkel Sigismondo di Niccolò gefolgt, der als Kavalleriehauptmann an der Unterwerfung Sienas beteiligt gewesen war. In Florenz gründete er mit seiner Ehefrau Maria Margherita Chiosi den florentinischen Zweig der Familie. Regolo Francesco betrieb in Florenz eine Goldschmiedewerkstatt und wurde nach seinem Tod in der Basilica di Santa Maria Maggiore beigesetzt. Giovanni Battista war einer von mindestens vier Söhnen Regolo Francescos. Zu seinen Brüdern zählten der Architekt und Mathematiker Giovanni Coccapani (1582–1649), der Maler, Zeichner und Architekt Sigismondo Coccapani (1583–1643) sowie Vincenzo Coccapani (1589–1630), über dessen berufliche Tätigkeit nichts Näheres bekannt ist.
Giovanni Battista Coccapani war mit Maria Maddalena Signorini verheiratet. Aus der Ehe gingen der Sohn Domenico, der als Mönch im Kloster San Bartolomeo a Monteoliveto lebte, sowie die Tochter Margherita, die Nonne im Kloster San Barnaba war, hervor. Im Jahr 1612 übernahm Coccapani die Goldschmiedewerkstatt seines Vaters am Ponte Vecchio. Am 17. April 1613 wurde er in die Zunft Arte di Por Santa Maria aufgenommen. Er starb am 12. August 1644 in Florenz und wurde wie sein Vater in der Kirche Santa Maria Maggiore beigesetzt.
Werk Die erhaltenen Werkstattunterlagen Giovanni Battista Coccapanis, darunter Notizhefte und Empfangsbestätigungen, dokumentieren eine umfangreiche Tätigkeit vor allem für private Auftraggeber. Daneben arbeitete er auch für Florentiner Kirchen wie Santa Maria del Fiore, San Jacopo Sopr’Arno und Santa Trinita. Laut dem Allgemeinen Künstlerlexikon zählten neben Regolo Francesco, Giovanni und Sigismondo auch Giovanni Battista Coccapani zu den Sammlern innerhalb der Familie. In diesem Zusammenhang wird ein Sammlerstempel mit der Darstellung eines aufgerichteten Widders genannt, die auf Zeichnungen der Sammlung Coccapani nachweisbar ist. Eine eindeutige Zuordnung dieser Marke zu einem einzelnen Familienmitglied ist den vorliegenden Quellen jedoch nicht zu entnehmen.
Die Werkstattunterlagen der Familie Coccapani werden im Archivio di Stato di Firenze im Bestand Corporazioni religiose soppresse dal governo francese verwahrt. Teile dieser Dokumentation wurden 1990 von Elisa Acanfora in ihrem Beitrag Nuovi documenti su Giovanni Battista Coccapani gioielliere sul Ponte Vecchio e sulla sua bottega in der Rivista d’Arte, VI, S. 75–93, veröffentlicht bzw. ausgewertet.
Siehe auch Coccapani (Familie)
Literatur Gabriella Cantini Guidotti: La bottega di Giovan Battista Coccapani orafo sul Ponte Vecchio, in: Rivista d’Arte, Serie IV, Bd. XXXVIII, 1986, S. 217–238. Elisa Acanfora: Nuovi documenti su Giovanni Battista Coccapani gioielliere sul Ponte Vecchio e sulla sua bottega, in: Rivista d’Arte, VI, 1990, S. 75–93.
Allgemeines Künstlerlexikon Online (AKL) / Artists of the World Online, De Gruyter, 2009.
Einzelnachweise
Kategorie:Goldschmied Kategorie:Juwelier Kategorie:Person (Florenz) Kategorie:Historische Person (Italien) Kategorie:Geboren im 16. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1644 Kategorie:Mann