Die Minahasa-Kappenpitta (Pitta forsteni, Syn. Brachyurus forsteni, Melanopitta bonapartena, Pitta melanocephala, Pitta sordida forsteni) ist ein Sperlingsvogel aus der Gattung Pitta innerhalb der Familie der Pittas (Pittidae).
Der Vogel ist endemisch auf der Minahasa-Halbinsel auf Sulawesi.
Die Art wurde früher als konspezifisch mit der Kappenpitta (Pitta sordida) angesehen und als Pitta sordida forsteni bezeichnet,E. C. Dickinson, L. Christidis (Hrsg.): The Howard and Moore Complete Checklist of the Birds of the World. 4. Auflage. Volume 2: Passerines. Aves Press, 2014, PDF, ISBN 978-0-9568611-2-2.F. Gill, D. Donsker, P. Rasmussen (Hrsg.): IOC Version 10.1 (Jan 25, 2020) aufgrund Untersuchungen der Morphe und Lautäußerungen als eigene Art abgetrennt.
Das Verbreitungsgebiet umfasst Regenwald im Tief- und Hügelland, auch hohen Sekundärwald mit dichtem Unterwuchs, gerne auch sumpfige Wälder, meist in Lagen unterhalb von 600–650 m. ü. M.
Der e Artzusatz bezieht sich auf den niederländischen Naturforscher Eltio Alegondus Forsten (1811–1843).
Merkmale Die Art ist 16–19 cm groß, ein typischer Vertreter der Kappenpittas mit kräftigem, rundlichem Körper, eher kurzem Schwanz und langen Beinen mit glänzend schwarzer Kapuze, hellblauen Flügeldecken und überwiegend türkisgrünem Körper mit einem zentralen schwarzen Bauchfleck und darin mit einem kleinen rotem Fleck bis über die Unterschwanzdecken. Die Handschwingen sind schwärzlich, die Armschwingen schwarz mit dunkelgrünen Rändern, die kleinen Flügeldecken sind schimmernd türkis, die mittleren grün und die großen Flügeldecken sind blaugrün. Die Schwanzoberseite ist grün, die Unterseite glänzend schwarz. Kinn und Kehle sind glänzend schwarz. Die Iris ist dunkelbraun mit einem bleigrauen Augenring und orangen Augenlidern, der Schnabel ist schwärzlich, die Beine blassbraun bis rosafarben, auch dunkelpurpurfarben oder schiefergrau.
Gegenüber der Kappenpitta ist in den schwarzen Handschwingen keine weiße Fiederung zu finden. Im gleichen Ausbreitungsgebiet kommen zwei weitere Pittas vor, die Sulawesi-Blaubrustpitta (Erythropitta celebensis) und zeitweise die Schmuckpitta (Pitta elegans). Die Schmuckpitta ist an dem langen blassem Überaugenstreif und der überwiegend gelblichen Unterseite zu unterscheiden, während die Sulawesi-Blaubrustpitta an der Unterseite überwiegend rot gefiedert ist mit blauem Brustband, am Kopf großteils braun gefärbt ist und blaue Schwingen aufweist.
Geografische Variation Die Art ist monotypisch.
Stimme Der Gesang ist bislang nicht beschrieben.Xeno-canto
Lebensweise Die Art ist ein Standvogel und standorttreu. Die Nahrung besteht vermutlich wie bei anderen Pittas aus verschiedenen Insekten (einschließlich deren Larven) und aus Beeren.
Die Brutzeit dürfte im Februar und März liegen. Das Gelege besteht aus 2 matt cremeweißen Eiern mit rotbraunen und dunkelbraunen Flecken.
Gefährdungssituation Die Gefährdungssituation ist bislang nicht untersucht, diese Kappenpitta zählt jedoch zu den Arten mit beschränkter Verbreitung und ist daher wohl als potentiell gefährdet anzusehen.
Geschichte Im Jahre 1845 beschrieben S. Müller und Schlegel die Art als Pitta melanocephalaS. Müller und H. Schlegel: Pitta melanocephala. In: Temminck (Hrsg.): Verhandelingen over de natuurlijke geschiedenis der Nederlandsche Overzeesche Bezittingen. Band 3 Zoologie, Pitta, S. 19, 1845, Biodiversity Library Im Jahre 1926 schlug Mathews als neuen Namen für den von Bonaparte beschriebenen Brachyurus forsteni die Bezeichnung Melanopitta bonapartena vor.G. Mathews: Melanopitta bonapartena nom. nov. In: Bulletin of the British Ornithologists’ Club. Band 47, S. 40, 1926, Biodiversity Library
Literatur C. L. Bonaparte: Brachyurus forsteni. In: Conspectus Generum Avium. Band 1, 1850, S. 1–5, Biodiversity Library Johannes Erritzøe, Helga Erritzoe: Pittas of the World – A Monograph on the Pitta Family. The Lutterworth Press, Cambridge 1998, ISBN 0-7188-2961-1.
Weblinks
Macaulay Library
Einzelnachweise P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann, F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen. 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF G. M. Kirwan undJ. Erritzoe: Minahasa Hooded Pitta (Pitta forsteni). version 1.0. In: B. K. Keeney (Hrsg.): Birds of the World. 2023, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, Pitta forsteni J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991, ISBN 0-19-854634-3. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 IOC World Bird List 15.2 NZ wrens, Sapayoa, asities, broadbills, pittas J. A. Eaton, B. van Balen, N. W. Brickle und F. E. Rheindt: Birds of the Indonesian Archipelago: Greater Sundas and Wallacea, 2. Auflage 2021, ISBN 978-84-16728-44-2. Per G. P. Ericson, Yanhua Qu, Pamela C. Rasmussen, Mozes P. K. Blom, Frank E. Rheindt, Martin Irestedt: Genomic differentiation tracks earth-historic isolation in an Indo-Australasian archipelagic pitta (Pittidae; Aves) complex. In: BMC Evolutionary Biology. 2019, Band 19, Nummer 1, S. 151 doi:10.1186/s12862-019-1481-5.
Kategorie:Pittas Kategorie:Endemisches Tier Sulawesis