hochkant|mini|alt=Ganzkörperbild, leichter Braunton|Adèle Esquiros Adèle Esquiros (geboren als Adèle Battanchon am 12. Dezember 1819 in Paris; gestorben am 22. Dezember 1886 ebenda) war eine französische Journalistin und Schriftstellerin.
Leben Adèle Battanchon war die zunächst uneheliche Tochter von Marie-Rose Rouvion und Pierre-François Battanchon. Sie hatte vier Brüder.
Als Lehrerin und Dichterin lernte sie den Dichter Alphonse Esquiros kennen, der sich dem Sozialismus und republikanischen Ideen zugewandt hatte und den sie am 7. August 1847 in Paris heiratete. Gemeinsam verfassten sie die Histoire des amants célèbres dans l'antiquité (Geschichte berühmter Liebespaare in der Antike) als Fortsetzungsroman für die Veillées littéraires (1847 und 1848), eine offen feministische Kritik an antiken und fremden Kulturen. Das Paar trennte sich 1850.
Während der Zweiten Republik war sie aktives Mitglied des im April 1848 gegründeten Frauenclubs und der im August 1848 gegründeten Gesellschaft für die gegenseitige Bildung der Frauen, zusammen mit Jeanne Deroin, Eugénie Niboyet und Désirée Gay. Zusammen mit diesen und Louise Colet war sie Mitbegründerin zweier feministischer Zeitungen: La Voix des femmes und anschließend La Politique des femmes. Da sie auch eine eigene Zeitung herausgeben wollte, gründete sie La Sœur de charité, von der jedoch nur eine einzige Ausgabe erschien. Sie war Mitglied des Wachkomitees des 18. Arrondissements während der Belagerung und anschließend der Pariser Kommune, an der sie sich beteiligte. Sie schrieb für Auguste Blanquis Zeitung La Patrie en danger, die von September bis Dezember 1870 erschien.
Als Mitglied der Société des gens de lettres (Gesellschaft der Literaten) starb sie 1886 – blind, gelähmt und nahezu mittellos. Ihre einzigen Einkünfte bestanden aus einer Rente von 500 Francs, die ihr diese Gesellschaft zahlte, sowie aus einer Rente von 800 Francs, die ihr aufgrund ihres Status als Witwe eines Volksvertreters zustand. Bei ihrem Tod hinterließ sie lediglich ein Vermögen von 1827 Francs. Die Société des gens de lettres bewilligte einen Betrag von 150 Francs für ihre Bestattungskosten.
Werke Esquiros Werk handelte meist vom Thema Liebe; ungewöhnlich für ihr Werk war die Satire Un vieux bas-bleu.
Le Fil de la Vierge, V. Bouton, 1845 Histoire des amants célèbres dans l'antiquité (mit Alphonse Esquiros), bureau des publications nationales, 1847 Regrets, souvenirs d’enfance, consolation, jalousie (mit Alphonse Esquiros), Paris, imprimerie de Bénard, 1849 Un vieux bas-bleu, Les Veillées littéraires illustrées, 1849 Les Amours étranges, A. Courcier, 1853 L’Amour, Imp. de Bry ainé, 1860L’amour par Adèle Esquiros auf google.books Histoire d’une sous-maîtresse, Eugène Pick, 1861Histoire d’une sous-maîtresse auf Wikisource La Sœur de charité, 1861 Les Marchands d’amour Eugène Pick, 1865
Literatur Sigrid Lambertz: Die "femme de lettres" im "Second Empire" : Juliette Adam, André Léo, Adèle Esquiros und ihre Auseinandersetzung mit dem weiblichen Rollenbild im 19. Jahrhundert. St. Ingbert : Röhrig, 1994, ISBN 3-86110-051-7 Zugl.: Saarbrücken, Univ., Diss., 1994
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Einzelnachweise
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