J. Magnus Soyter (* 1806; † Januar 1884) war ein Augsburger Kunstsammler. Seine Privatsammlung umfasste insbesondere Kunstgegenstände des Mittelalters und der Renaissance, darunter Waffen und Rüstungen, kirchliche Geräte, Reliquiare und weitere kunsthandwerkliche Objekte.
Leben und Sammlung Über Soyters persönliches Leben ist bislang nur wenig veröffentlicht. In einer zeitgenössischen Publikation wird er als „Particulier“ bezeichnet. Er lebte in Augsburg und baute eine Sammlung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Kunstgegenstände auf, die er bereits seit mehreren Jahren dem Historischen Verein für Schwaben und Neuburg zur Ausstellung in dessen Räumen überlassen hatte.Albert Fidelis Butsch: Waffenstücke, Rüstungen, Kunstwerke & Geräthschaften des Mittelalters und der Renaissance. Augsburg 1871, Einleitung, 1. unpag. Seite. Seit 1855/56 war die Sammlung leihweise im Maximilianmuseum untergebracht.Norbert Lieb: Der Aufbau des Augsburger Maximilian-Museums. In: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben und Neuburg, Bd. 51, 1934/35, S. 182. Die Sammlung wurde in der Literatur auch unter der Bezeichnung „Museum Soyterianum“ geführt.Notice de quelques livres à figures et d’un manuscrit du commencement du XIVe siècle. 1871, Nr. 35: „Museum Soyterianum“. Digitalisat: https://www.furet.com/media/pdf/feuilletage/9/7/8/2/3/2/9/5/9782329539058.pdf
Soyter dokumentierte einige Objekte seiner Sammlung auch selbst. Aus den Jahren 1849 bis 1853 ist eine Folge von 15 großformatigen Blättern mit insgesamt 64 Aquarellen und handschriftlichen Erläuterungen bekannt. Dargestellt sind mittelalterliche Kunstgegenstände aus seinem Besitz.
Im Jahr 1871 erschien unter der Herausgeberschaft von Albert Fidelis Butsch eine Dokumentation ausgewählter Stücke der Sammlung; 1874 erschien eine zweite Auflage.
Magnus Soyter starb im Januar 1884. Am 5. Mai 1884 wurde seine hinterlassene Sammlung in Augsburg versteigert. Einige Objekte waren bereits vor der Versteigerung verkauft worden; der verbliebene Bestand wurde in einem Auktionskatalog zusammengefasst.
Nachweisbare Objekte aus der Sammlung mini|Reliquienbüste eines männlichen Heiligen (vormals Sammlung Soyter, später Sammlung Figdor) Mindestens zwei im Museum Soyterianum abgebildete Kopfreliquiare lassen sich über die Sammlung des Wiener Kunstsammlers Albert Figdor bis in den heutigen Bestand der Staatlichen Museen zu Berlin verfolgen.
Ein aus getriebenem und vergoldetem Kupfer gearbeitetes Kopfreliquiar, später in der Sammlung Figdor, befand sich zuvor in der Sammlung von Magnus Soyter in Augsburg. Er befindet sich heute im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin.
Auch eine zweite Reliquienbüste eines männlichen Heiligen stammt aus der Sammlung Soyter, später ebenso Sammlung Figdor und folgend Staatliche Museen zu Berlin.
Der spätgotische Kiliansaltar aus Würzburg befindet sich heute im Historischen Museum Basel, das ihn 1868 von Soyter für seine Mittelalterliche Sammlung erwarb.Burkard von Roda: Ein spätgotischer Kiliansaltar aus Würzburg? Aus der Sammlung Magnus Soyter in Augsburg erworben zur Profilierung der mittelalterlichen Sammlung in Basel im Jahr 1868. In: Claudia Lichte (Hrsg.): Kunst in Franken. Museum für Franken, Würzburg 2020, S. 39–45.
Ein weiteres nachweisbares Objekt ist ein aus Birnbaumholz geschnitzter Kuchenmodel mit der Darstellung eines Hahns, der sich heute im MAK in Wien befindet.
Literatur Fidelis Butsch: Waffenstücke, Rüstungen, Kunstwerke & Geräthschaften des Mittelalters und der Renaissance. In einer Auswahl der schönsten Stücke aus der in den Räumlichkeiten des Historischen Vereins für Schwaben und Neuburg aufgestellten Sammlung des Particuliers J. M. Soyter. Augsburg 1871. Digitalisat Auctions-Katalog der Antiquitäten-, Gemälde- und Geweih-Sammlung, aus dem Nachlasse des Privatiers Magnus Soyter, zu Augsburg. Augsburg 1884. Digitalisat
Einzelnachweise
Kategorie:Person (Augsburg) Kategorie:Geboren 1806 Kategorie:Gestorben 1884 Kategorie:Mann