Paul Wolff (geboren 27. Dezember 1929 in Hamburg; gestorben 17. April 2025 in San Luis Obispo) war ein US-amerikanischer Architekt und Hochschullehrer deutscher Herkunft.

Leben Nachdem sein Vater, ein im Ersten Weltkrieg ausgezeichneter Veteran, als Jude während der Reichspogromnacht am 9. November 1938 von der Gestapo verhaftet worden war, floh die Familie nach seiner Freilassung mit einem Transitvisum nach Großbritannien. Dort befanden sich bereits Pauls Schwestern, die beide bereits zuvor mit einem Kindertransport dorthin in Sicherheit verschickt worden waren. Da Pauls Vater einen entfernten Onkel in den USA hatte, konnte die Familie dorthin emigrieren und erreichte nach einer 30-tägigen Überfahrt über den Atlantik San Francisco im August 1939, dreißig Tage vor Beginn des Zweiten Weltkriegs. 1952 erlangte Wolff einen Abschluss an der University of California, Berkeley. Danach wurde er in die US-Armee eingezogen, wurde jedoch nicht wie viele Andere im Koreakrieg eingesetzt, sondern in Deutschland, wo er für ein Rüstungsunternehmen arbeitete. Unterstützt durch die G. I. Bill, studierte er anschließend an der Akademie der Bildenden Künste München. Durch die Empfehlung eines dortigen Professors lernte er den bekannten Architekten Richard Neutra kennen, mit dem sich in Folge eine enge Zusammenarbeit entwickelte. Nach drei Jahren in Los Angeles eröffnete Wolff sein eigenes Architektenbüro in Palo Alto. 1960 heiratete Wolff seine Frau Marion, die 2021 verstarb. 1971 begann er an der California Polytechnic State University (Cal Poly) zu lehren. In Großbritannien machte er zwischenzeitlich einen Master-Abschluss in Umweltpsychologie. 1974 kehrte er mit seiner Familie nach San Luis Obispo und an die Cal Poly zurück und lehrte dort für die nächsten 20 Jahre bis 1993. An der Hochschule etablierte er die Umweltpsychologie sowie das Konzept der Barrierefreiheit (Universal Design) im Architekturlehrplan. Die MS-Erkrankung einer seiner Schwestern hatte ihn zusätzlich für diese Thematik sensibilisiert. Auch nach seiner Emeritierung engagierte er sich über sein Architekturbüro weiter auf diesem Feld und hielt Vorträge. Zum zehnjährigen Jubiläum des Americans with Disabilities Act (ADA) wurde Wolff 2000 als Erster mit dem von der Stadt San Luis Obispo gestifteten Paul Wolff Accessibility Award geehrt. Dieser Preis wurde 14 Jahre lang jährlich an Personen, Verbände oder Betriebe verliehen, die sich um die Barrierefreiheit verdient gemacht hatten. Eines seiner bekanntesten Werke ist Marvin Gardens, ein nach den Prinzipien der Barrierefreiheit entworfener Apartmentkomplex in San Luis Obispo. Daneben war Wolff auch als Zeitzeuge zum Thema NS-Zeit aktiv.

Wolff hatte drei Kinder und sechs Enkel.

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