Die Evangelische Kirchengemeinde Kaiserswerth-Tersteegen liegt in Düsseldorf und ist Teil der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). Sie entstand am 1. Januar 2025 durch die Fusion der Evangelischen Kirchengemeinde Kaiserswerth und der Evangelischen Tersteegen-Kirchengemeinde.

Die Fusion verbindet zwei historisch gewachsene evangelische Entwicklungslinien im Düsseldorfer Norden. Dabei besteht zwischen ihnen eine ältere institutionelle Verbindung: Das Gebiet von Stockum, aus dem sich später die Tersteegen-Gemeinde entwickelte, war bis 1927 Teil der Kaiserswerther Gemeinde. Die jetzige Fusion führt damit Gemeinden zusammen, deren Geschichte bereits vor der Entstehung der Tersteegen-Gemeinde miteinander verbunden war.

Gemeindegebiet Die Evangelische Kirchengemeinde Kaiserswerth-Tersteegen umfasst auf ca. 40 km² die Stadtteile Golzheim, Kaiserswerth, Kalkum, Lohausen, Stockum und Wittlaer. Sie ist eine der Ortsgemeinden im Kirchenkreis Düsseldorf. Im Februar 2025 betrug die Zahl der Gemeindeglieder 6721.

Geschichte

Evangelische Kirchengemeinde Kaiserswerth: In Kaiserswerth bestand seit 1778 eine reformierte Gemeinde und seit 1779 auch eine lutherische Gemeinde. Beide Gemeinden vereinigten sich 1817.

Durch die französische Verwaltungsreform im Jahr 1809 war auch Stockum zunächst Teil der Kaiserswerther Gemeinde. 1926 wurde dieser Stadtteil zunächst wieder nach Düsseldorf umgemeindet.

Die heutige evangelische Stadtkirche war zuvor als gemeinsames Kirchengebäude errichtet worden. Eine besondere Bedeutung erhielt die Gemeinde durch Theodor Fliedner, der 1822 als Pfarrer nach Kaiserswerth kam und dort bis 1848 tätig war. Durch seine Kollektenreisen gelang es ihm, die finanziell angeschlagene Gemeinde zu stabilisieren. 1836 gründeten Theodor und Friederike Fliedner in Kaiserswerth die Diakonissenanstalt, aus der die heutige Kaiserswerther Diakonie hervorging. Sie entwickelte sich zu einem Zentrum der Krankenpflege, Erziehung und sozialen Arbeit. 1848 entstand im Zusammenhang mit der Diakonissenanstalt eine eigene Anstaltskirchengemeinde. Fliedner legte im folgenden Jahr sein Pfarramt nieder, um sich vollständig der Diakonie zu widmen.

Die Anstaltskirchengemeinde wurde 1997 wieder in die Ev. Kirchengemeinde Kaiserswerth integriert. Die evangelische Kirchengemeinde Kaiserswerth und die Kaiserswerther Diakonie entwickelten sich anschließend zu eigenständigen Institutionen, blieben aber durch ihre gemeinsame Geschichte und ihre örtlichen Kirchengebäude eng miteinander verbunden.

Die Kaiserswerther Diakonissenanstalt erlangte auch internationale Bedeutung. Die britische Krankenpflegerin Florence Nightingale hielt sich 1850 und 1851 in Kaiserswerth auf, um die dortige Arbeit und Krankenpflegeausbildung kennenzulernen. Der Aufenthalt wird in der Forschung als wichtiger Bestandteil ihrer Entwicklung zur Begründerin der modernen Krankenpflege eingeordnet.

Evangelische Tersteegen-Kirchengemeinde: Die Geschichte der späteren Tersteegen-Gemeinde steht im Zusammenhang mit dem Wachstum Düsseldorfs nach Norden. Nachdem Stockum kirchlich aus der Gemeinde Kaiserswerth herausgelöst war, wurde es der Düsseldorfer Kreuzkirchengemeinde zugeordnet. 1927 entstand in Stockum ein evangelischer Frauenverein, aus dessen Tätigkeit sich ein eigenständiges Gemeindeleben entwickelte.

Von besonderer Bedeutung für die weitere Entwicklung war das Predigerseminar der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union, das 1929/30 errichtet und am 2. Mai 1930 eingeweiht wurde. Das Seminar wurde zum Mittelpunkt des evangelischen Gemeindelebens in dem sich stark entwickelnden Gebiet von Golzheim und Stockum. Die spätere Gemeinde und ihre Kirche erhielten nach dem pietistischen Prediger und Seelsorger Gerhard Tersteegen ihren Namen.

Das Gemeindeleben entwickelte sich zunächst im Predigerseminar und in einem 1933 errichteten Gemeindehaus an der Uerdinger Straße. Dieses wurde am 2. November 1944 durch einen Luftangriff zerstört; auch das Predigerseminar wurde schwer beschädigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das ehemalige Seminar wieder für die Gemeindearbeit genutzt.

1955 beschloss das Presbyterium der Kreuzkirchengemeinde, den nördlichen Pfarrbezirk als selbständige Gemeinde zu etablieren. Die Evangelische Tersteegen-Kirchengemeinde entstand damit als eigenständige Gemeinde.

Gebäude Die Kirchengemeinde besitzt vier Gebäude, in denen regelmäßig Gottesdienste, Veranstaltungen und Musikschulunterricht stattfinden. Dabei handelt es sich um drei Kirchen, eine davon mit baulich angeschlossenem Gemeindezentrum, und ein separates Gemeindezentrum.

Stadtkirche Kaiserswerth und Gemeindezentrum Fliednerstraße mini|Stadtkirche in Kaiserswerth Im Zuge der Vereinigung der beiden kleinen Gemeinden in Kaiserswerth wurde ab 1807 mit dem Bau einer evangelischen Kirche begonnen. Diese wurde 1811 fertig gestellt und am 28. Juli desselben Jahres eingeweiht. Die Kirche fand zwischen Pfarrhaus und Küster- bzw. Lehrerwohnung ihren Platz und ist in die Straßenfront eingefügt.

1977 wurde die 1927 als Gemeindehaus erworbene Baracke neben dem Pfarrhaus durch einen Neubau ersetzt. Hier befinden sich ein Gemeindebüro und mehrere gemeindlich genutzte Räume.

Jonakirche Lohausen alt=Datei:Jonakirche in Duesseldorf-Lohausen, von Osten.jpg|mini|Jonakirche in Duesseldorf-Lohausen, von Osten Die Jonakirche wurde 1989 als Mehrzweck-Kirchenbau errichtet. Sie wird häufig für Gottesdienste mit besonderer Form bzw. mit modernen Gestaltungselementen genutzt. Das wird möglich durch die flexible Raumaufteilung (die Kirche ist sowohl nach hinten als auch zur Seite erweiterbar), das zu gemeinsamen Feiern und Essen nutzbare Foyer, die variable Bestuhlung und die nahezu quadratische Form des Innenraums.

Tersteegenkirche Golzheim mit Gemeindezentrum Tersteegenplatz mini|Tersteegenkirche (Düsseldorf) Die Tersteegenkirche verdankt ihre Erbauung dem schnellen Anwachsen der evangelischen Bevölkerung in den Düsseldorfer Stadtteilen Golzheim und Stockum seit 1950. Am 24. März 1957 fand die Grundsteinlegung statt. Die Kirche, ein Stahlbeton-Skelettbau, hat eine Außenhöhe von 20,5 m, um in dem engbebauten Gelände zur Geltung zu kommen. Der Gemeindesaal kann an den Kirchenraum angeschlossen werden. Der unsymmetrische Grundriss der Kirche, der aber in der Querachse symmetrisch ist, die beiden als Fenster gestalteten Giebel in Sichtbeton und das steile Schieferdach geben der Kirche ihre besondere Außenform und Gestalt. Im Gebäude befinden sich ebenfalls ein Gemeindebüro und verschiedene Räume, die für gemeindliche Zwecke und zum Musikschulunterricht genutzt werden.

Friedhof mini|Friedhof und Friedhofskapelle der Ev. Kirchengemeinde Kaiserswerth-Tersteegen In Düsseldorf gibt es zwei evangelische Friedhöfe in gemeindlicher Trägerschaft: im Norden der Stadt den Friedhof der Evangelischen Kirchengemeinde Kaiserswerth-Tersteegen und im Süden den Friedhof in Urdenbach. Der von der Gemeinde getragene Friedhof am Leuchtenberger Kirchweg wird bei einzelnen Projekten, beispielsweise bei der Anschaffung von Friedhofsbänken, durch Spenden unterstützt. Er dient als Ort der Trauer und des Gedenkens und bietet verschiedene Grabarten. Darüber hinaus finden dort regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt, darunter die Kaiserswerther Friedhofsmusiktage. Damit ist der Friedhof neben seiner Funktion als Ort der Bestattung und des Gedenkens auch ein kultureller Veranstaltungsort für die zur Gemeinde gehörenden Stadtteile.

Weblinks Webseiten der Evangelischen Kirchengemeinde Kaiserswerth-Tersteegen: praktisch-glaube.de tersteegen-kirche.de

Einzelnachweise

Kategorie:Evangelische Kirche im Rheinland Kategorie:Organisation (Düsseldorf) Kategorie:Kaiserswerth