Der Sulawesiblauschnäpper, auch Floressee-Blauschnäpper, (Cyornis omissus, Syn. Siphia omissa) ist eine Singvogelart aus der Gattung der Blauschnäpper (Cyornis) innerhalb der Familie der Fliegenschnäpper (Muscicapidae).

Der Vogel ist endemisch in Indonesien auf Sulawesi, den Togian-Inseln, den Selayarinseln und auf Tanahjampea.

Die Art wurde lange als konspezifisch mit dem Mangroveblauschnäpper (Cyornis rufigastra) angesehen und dann als Cyornis rufigastra omissus bezeichnet, unterscheiden sich jedoch durch Lebensraum, Stimme, Gefieder und Genetik.

Das Verbreitungsgebiet umfasst bewaldete Hügel und niedriger gelegenen Bergwald von 500–1300, örtlich auch bis 2300 m. ü. M auf Sulawesi.

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Merkmale Die Art ist 14–15 cm groß und wiegt etwa 14–21 g, ein blau und orangen gefärbter Schnäpper mit schwarzem Schnabel. Männchen mit dunkelblauer Oberseite, blasser blauem Überaugenstreif und dunkler Gesichtsmaske, Zügel, Kinn und Ohrdecken schwärzlich, Flügelfedern mit schwärzlichen Innenfahnen. Unterseite orangen rotbraun, Bauchmitte ist weißlich, Unterschwanzdecken deutlicher rotbraun. Weibchen mit blauer Oberseite, Stirn bis Zügel, Wangen und Ohrdecken orange bis gelbbraun, Gesicht etwas gräulich-orangen überhaucht, Kopf und Oberseite einschließlich Schwanz matt oliv-blau. Kinn und Kehle ist hell orange-gelbbraun, Unterseite blass orangen rotbraun. Die Iris ist dunkelbraun, der Schnabel schwarz, die Füße sind bläulich-rosafarben bis bräunlich.

Auf Sulawesi kommen im gleichen Lebensraum noch weitere Blauschnäpper vor. Das Männchen des Celebesblauschnäppers (Eumyias hoevelli) unterscheidet sich durch eine durchgehend blaue Kapuze mit blauer und nicht oranger Kehle, auch ist bei beiden Geschlechtern der Rücken brauner. Das Männchen des Rotbrustschnäppers (Ficedula hyperythra) unterscheidet sich durch auffallende weiße Zügel, das Weibchen ist an der Oberseite brauner. Der Celebesschnäpper (Ficedula rufigula)ist an der Oberseite dunkler und weiß am Bauch und den Unterschwanzdecken.

Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt: C. o. omissus (, 1896), Nominatform, – Berge Sulawesis C. o. omississimus , , & & , 2020F. E. Rheindt et al.: Cyornis omissus omississimus. In: Science, Band 367, Heft 6474, S. 167–170, 2020, Science – Togian-Inseln, Beine, Füße und Klauen dunkler, Unterseite durchgehend rotbraun, Männchen mit breiterer und dunklerer Gesichtsmaske, schmalerer Kehlfleck, Weibchen mit dunklerer blauerer Oberseite ohne braun oder grau C. o. peromissus , 1920E. J. O. Hartert: Cyornis banyumas peromissa. In: Novitates Zoologicae, Band 27, Nummer 2, S. 491, 1920, Biodiversity Library – Salayar, etwas kleiner und blasser gefärbt, Weibchen mit rotbraunerem Zügel, der bis über das Auge reicht C. o. djampeanus (, 1896)E. J. O. Hartert: Siphia djampeana. In: Novitates Zoologicae, Band 3, Nummer 2, S. 172, 1896, Biodiversity Library – Tanahjampea, Kinn, Kinnstreifen und Ohrdecken schwarz, übriger Kopf und Oberseite dunkelblau, etwas blasser blauer Überaugenstreif, Steuerfedern mit schwärzlichen Innenfahnen; Kehle weiß in der Mitte, Brust seitlich schwarz, übrige Unterseite orangen-rotbraun, beim Weibchen Kehle ganz orangefarben

Die Unterart C. o. djampeanus wird mitunter als eigenständige Art „Jampeablauschnäpper“ betrachtet.

Cyornis kalaoensis wurde früher als Unterart Cyornis omissus kalaoensis angesehen, gilt aktuell als eigenständige Art.

Stimme Der Gesang wird als angenehmes Trillern aus 4–6 Tönen, meist abfallend beschrieben, vorher und nachher ist ein schärfer höherer Laut zu hören wie „tssii jay-jer-diu-joo-joo pssi“ über etwa 1,3 Sekunden und im Abstand weniger Sekunden öfters wiederholt. Rufe sind ein trockenes „psst“. Die Unterart C. o. djampeanus lässt einen einzelnen oder zweisilbigen hohen schrillen Laut hören mit 3–4 angenehmeren auf- und absteigenden Tönen „tsitt chew-you-werr“.

Lebensweise Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Fliegen, Ameisen und anderen Hautflüglern, (Hymenoptera), Termiten und anderen kleinen Wirbellosen, die einzeln oder paarweise gejagt werden, in Nordsulawesi auch in gemischten Jagdgemeinschaften. Gesucht wird in Erdbodennähe, aber auch im Wipfelbereich.

Die Brutzeit dürfte wie beim Mangroveblauschnäpper (Cyornis rufigastra) zwischen März und August liegen.

Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur E. J. O. Hartert: Siphia omissa. In: Novitates Zoologicae, Band 3, Nummer 1, S. 71, 1896, Biodiversity Library

Weblinks

Macaulay Library

Einzelnachweise P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF J. del Hoyo, N. Collar, D. A. Christie und P. C. Rasmussen: Sulawesi Blue Flycatcher (Cyornis omissus), version 1.2. In: N. D. Sly (Herausgeber): Birds of the World. 2022, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, Cyornis omissus J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 IOC World Bird List 15.2 Chats, Old World flycatchers

J. A. Eaton, B. van Balen, N. W. Brickle und F. E. Rheindt: Birds of the Indonesian Archipelago: Greater Sundas and Wallacea, 2. Auflage 2021, ISBN 978-84-16728-44-2 C. Y. Gwee, J. A. Eaton, K. M. Garg, P. Alström, S. van Balen, R. O. Hutchinson, D. M. Prawiradilaga, M. H. Le und F. E. Rheindt: Cryptic diversity in Cyornis (Aves: Muscicapidae) jungle-flycatchers flagged by simple bioacoustic approaches. In: Zoological Journal of the Linnean Society, Band 186, Nummer 3, S. 725–741, 2019, [DOI:10.1093/zoolinnean/zlz003]

Kategorie:Fliegenschnäpper Kategorie:Endemisches Tier Indonesiens