Weltrekord im Seitensprung ist eine deutsche Filmkomödie aus dem Jahr 1940, die unter der Regie von Georg Zoch entstand. Die Hauptrollen verkörperten Ludwig Schmitz, Lucie Englisch, Jupp Hussels und Curd Jürgens.
Handlung
Hotelier Ottokar Kiesewitz war 30 Jahre Eigentümer des „Hotels zur alten Post“ in Dingelfingen am Rhein. Inzwischen hat er aber den Betrieb des Hotels an seinen Schwiegersohn Georg Schütze übergeben. Kiesewitz mischt sich jedoch immer wieder in die Geschäfte des Hotels, zur Freude seines Schwiegersohns und der übrigen Angestellten, ein. Auch innerhalb seiner Familie, mit Ausnahme seiner Ehefrau Malwine, ist Kiesewitz gefürchtet und geliebt. Insbesondere seine heiratswillige Tochter Lore bekommt dies in Bezug auf ihren Verlobten, den Musiker Peter Enderlein, zu spüren. Dieser ist Dirigent und Leiter eines Orchesters an Bord des Dampfers „Rheinnixe“. Kiesewitz hält aber nichts von dieser Verbindung. Dabei unterstellt er, dass Enderlein nur auf Grund finanzieller Erwägungen Lore heiraten will.
Durch die gewonnene Zeit als Pensionär widmet er sich nun intensiv dem Kegelsport und ist im „Kegelclub Dingelfingen 1892“ als 1. Vorsitzender sehr aktiv. Im Rahmen eines Ausscheidungswettbewerbs, die auf der hoteleigenen Kegelbahn ausgetragen wird, gewinnt er einen Wettbewerb gegen den Gasthausbesitzer Ludwig Bollermann. Beide sollen nun den Kegelclub bei dem Meisterschaftskegeln in München vertreten.
Ottokar Kiesewitz und Georg Schütze reisen gemeinsam nach München, wo zurzeit das jährliche Oktoberfest begangen wird. Beide wollen sich erst später im „Alten Weinbauern“ treffen, da Georg vorher noch geschäftlich in München Termine hat. Insofern ist Kiesewitz zunächst alleine auf dem Fest unterwegs. Im „Alten Weinbauern“ trifft er auf den ihm bekannten Weinhändler Brix und seine Verlobte Inge Werner. Nach dem Gespräch mit Ottokar Kiesewitz kommt sie auf die Idee in Dingelfingen an Rhein ihren Urlaub zu verbringen. Im Anschluss macht Kiesewitz die Bekanntschaft mit einer hübschen und jungen Münchnerin, die alleine an einem Tisch sitzt. In Wirklichkeit ist Resi Holdinger, die Verlobte von Josef Burgstaller, dem Wirt des „Alten Weinbauern“. Beide haben sich wegen Vreni, einer Jugendliebe von Burgstaller, gestritten.
Ottokar und Resi verbringen gemeinsam den Abend auf dem Fest und kommen erst spät in der Nacht nicht mehr ganz nüchtern in ihre jeweiligen Hotels zurück. Durch ein Missverständnis geht Resi davon aus, dass ihre Bekanntschaft (Ottokar Kiesewitz) eine gewisser „Herr Schütze“ aus Dingelfingen sei. Am nächsten Tag ist Kiesewitz die harmlose Begegnung mit Resi sehr peinlich, zumal ihn sein Schwiegersohn darauf anspricht, einen Ottokar sehr ähnlichen Herren mit einer hübschen Frau im Arm gesehen zu haben.
Nachdem Ottokar das Hotel zur Kegelmeisterschaft verlassen hat, trifft Resi dort ein. Sie fragt an der Rezeption nach Ludwig Bollermann, der aber auch an der Kegelmeisterschaft teilnimmt. Sie erklärt dem Mitarbeiter des Hotels, dass sie auf Grund der Annonce im Fachblatt, in der Bollermann ein Zimmermädchen für sein Gasthaus in Dingelfingen sucht, nachfragt. Georg Schütze hört das Gespräch und gibt sich als Beauftragter von Bollermann in Bezug auf die inserierte Stelle aus. Georg und Resi werden sich schnell einig.
In Dingelfingen angekommen meldet sie sich unmittelbar bei Ludwig Bollermann, um ihre neue Stelle anzutreten. Ludwig erkennt Resi aus München wieder, da er bei Kiesewitz ein Medaillon mit Resi und Ottokar gesehen hat. Auf Wunsch von Georg Schütze überlässt er aber Resi dem „Hotel zur alten Post“ als Zimmermädchen. Auch Kiesewitz ist wieder heimgekehrt.
Nun überschlagen sich die Ereignisse und die Verwechselungen finden einen Höhepunkt. Josef Burgstaller reist nach Dingelfingen um seine Braut zu suchen. Inge Werner kommt ebenso für einen Urlaub in den Ort. Georg Schütze gerät in den Verdacht mit Inge Werner eine Affäre zu haben. Daraufhin will sich Helene Kiesewitz von ihm trennen.
Anlässlich einer abendlichen Fahrt auf dem Ausflugsschiff „Rheinnixe“ kommt es zwischen den Beteiligten zu einem finalen „Showdown“. An Ende rettet Kiesewitz seinem Konkurrenten Ludwig Bollermann mit einem Wurf des Rettungsrings das Leben, da Bollermann über Bord gegangen ist. Beide versöhnen sich und alle Paare finden wieder glücklich zusammen.
Produktionsnotizen
Die Dreharbeiten zu Weltrekord im Seitensprung fanden vom 2. November 1939 bis Dezember 1939 statt. Die Innenaufnahmen entstanden in den Tobis-Ateliers in Berlin-Johannisthal. Die Außenaufnahmen wurden in der Umgebung von Berlin und am Rhein auf einem Ausflugsdampfer gedreht. Die Uraufführung war am 30. Januar 1940. Ebenfalls am 30. Januar 1940 durchlief der Film die Zensur der nationalsozialistischen Filmprüfstelle und wurde für die Kinovorführungen freigegeben.
Die Bauten stammen von den Filmarchitekten Heinrich Richter-Berlin,Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 6: N – R. Mary Nolan – Meg Ryan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 523, 524. Gabriel PellonKay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Band 6: N – R. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 177, 178. und Max Seefelder.Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 7: R – T. Robert Ryan – Lily Tomlin. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 241, 242. Der verantwortliche Tonmeister war Eugen Hrich und die Musik für den Film komponierten Will Meisel und Will Glahé, dessen Kapelle auch einen kurzen Auftritt auf dem Rheindampfer hat.
Zwei der Hauptdarsteller, Ludwig Schmitz und Jupp Hussels,Hussels, Jupp. In: Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main : S. Fischer, 2009, ISBN 978-3-596-17153-8, S. 248. waren während des Dritten Reiches in den Jahren 1939 und 1940 regelmäßig in der Propaganda-Kurzfilmreihe Tran und Helle in den Vorprogrammen der Kinos im Rahmen der Ufa-Tonwoche zu sehen.Rolf Giesen, Manfred Hobsch: Hitlerjunge Quex, Jud Süß und Kolberg. Die Propagandafilme des Dritten Reiches. Dokumente und Materialien zum NS-Film. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2005, ISBN 3-89602-471-X, S. 470.
Rezeption
Siehe auch Liste der während der Zeit des Nationalsozialismus im Deutschen Reich uraufgeführten deutschen Spielfilme
Literatur Weltrekord im Seitensprung In: Illustrierter Film-Kurier Nr. 3072 (Filmprogrammheft) auf Internet Archive
Weblinks
Filmbilder Curd Jürgens auf DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum online Weltrekord im Seitensprung auf virtual-history.com
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1940 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Filmkomödie Kategorie:Liebesfilm