Jacobus Nicolaas „Kobus“ Eloff (* 19. August 1939 in Johannesburg, Südafrikanische Union) ist ein südafrikanischer Botaniker und Pflanzenbiochemiker. Er war unter anderem geschäftsführender Direktor der National Botanical Gardens, Forschungsdirektor des National Botanical Institute und Professor an mehreren südafrikanischen Universitäten. 1995 gründete er an der Universität Pretoria das interdisziplinäre Programm für Phytomedizin, das sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung von Heilpflanzen und deren möglichen Anwendungen in Medizin, Tiermedizin und Landwirtschaft befasst.

Frühe Jahre und Ausbildung Eloff studierte an der damaligen Potchefstroom University for Christian Higher Education, der heutigen Nordwest-Universität. Dort erwarb er 1959 einen Bachelor of Science, 1960 einen BSc Honours in Chemie, 1962 einen Master of Science in Chemie, 1963 einen BSc Honours in Botanik, 1965 den Master-Abschluss in Pflanzenbiochemie und 1967 den Ph.D. in Pflanzenbiochemie. Seine Dissertation behandelte den Stoffwechsel von Natriumfluoracetat, Aminosäuren und organischen Säuren bei Dichapetalum cymosum.

Eloff war zunächst in der Forschung und Lehre tätig, unter anderem an der Potchefstroom University und der Universität des Freistaats. Zu seinen frühen Forschungsgebieten gehörten die Pflanzenbiochemie sowie Cyanobakterien, insbesondere Microcystis aeruginosa.

National Botanical Gardens und National Botanical Institute 1983 wurde Eloff geschäftsführender Direktor des National Botanical Gardens mit Sitz in Kirstenbosch. Er war damit für die Leitung der acht National Botanical Gardens verantwortlich. Während seiner Amtszeit veränderte er nach Angaben der Universität Pretoria die Forschungsausrichtung der Organisation und etablierte die Nutzung einheimischer Pflanzen als neues Forschungsgebiet.

Eloff war an der Zusammenführung der National Botanical Gardens mit dem staatlichen Botanical Research Institute zum National Botanical Institute (NBI) beteiligt und wurde dessen Forschungsleiter. 1994 schied er aus dem NBI aus und wandte sich anschließend wieder verstärkt der wissenschaftlichen Forschung zu.

Programm für Phytomedizin

1995 gründete Eloff an der Universität Pretoria das Programm für Phytomedizin. Es entstand zunächst im Lehrstuhl für Pharmakologie der Fakultät für Gesundheitswissenschaften und wurde 2000 an die Fakultät für Veterinärmedizin auf dem Campus in Onderstepoort verlegt.

Das Programm verbindet unter anderem Botanik, Pflanzenchemie, Mikrobiologie, Pharmakologie, Parasitologie und Veterinärwissenschaften. Untersucht werden biologisch aktive Inhaltsstoffe südafrikanischer Pflanzen und deren mögliche therapeutische Verwendung. Dabei werden sowohl Pflanzen aus traditioneller Anwendung als auch durch systematische Screenings ausgewählte Arten untersucht.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung von Pflanzen gegen mikrobielle Infektionen und Parasiten bei Menschen und Tieren. Dabei wurden auch Pflanzen untersucht, die in der südafrikanischen Ethnoveterinärmedizin verwendet werden.

Forschung Eloff beschäftigte sich insbesondere mit Methoden zur Untersuchung pflanzlicher Extrakte. In einer 1998 veröffentlichten Arbeit untersuchte er verschiedene Lösungsmittel zur Extraktion antimikrobiell wirksamer Pflanzenbestandteile. Dabei erwies sich Aceton unter den untersuchten Bedingungen als besonders geeignet für die Extraktion eines breiten Spektrums von Inhaltsstoffen.

Weitere Arbeiten befassten sich mit der Bestimmung antimikrobieller Aktivität und der Standardisierung entsprechender Untersuchungsverfahren. Zwei seiner methodischen Einzelautorarbeiten waren nach Angaben der Universität Pretoria 2019 mehr als 3000-mal zitiert worden.

Ein weiteres Forschungsgebiet bilden die Flügelsamengewächse (Combretaceae). Eloff und seine Mitarbeiter untersuchten unter anderem die biologische Aktivität und Chemie südafrikanischer Arten dieser Familie sowie deren antimikrobielle und antiparasitäre Eigenschaften. Dazu gehörten Untersuchungen von Combretum molle gegen den Magen-Darm-Nematoden Haemonchus contortus.

In der Ethnoveterinärmedizin untersuchte Eloff mit seinen Mitarbeitern Pflanzenextrakte auf ihre Wirkung gegen Helminthen und Pilze. Ziel war die experimentelle Überprüfung der biologischen Aktivität traditionell verwendeter Pflanzen und die Suche nach potenziell nutzbaren Pflanzenstoffen.

Seine Arbeiten umfassen darüber hinaus Untersuchungen zur Verwendung pflanzlicher Inhaltsstoffe als Wirkstoffe gegen Pflanzenpathogene und zur Entwicklung von Produkten mit möglicher Anwendung in der Landwirtschaft. Mehrere Forschungsergebnisse wurden patentiert.

Publikationen und wissenschaftliche Betreuung Eloff veröffentlichte mehr als 350 von peer-reviewed wissenschaftliche Beiträge. Seine Arbeiten wurden in der Fachliteratur über 20.800-mal zitiert, bei einem h-Index von 69. Zudem wurden mehr als 100 von ihm betreute Postgraduierte und 240 internationale wissenschaftliche Vorträge genannt.

Bereits 2019 hatte die Universität Pretoria mehr als 320 Publikationen angegeben, die mehr als 13.100-mal zitiert wurden. Im selben Jahr schloss der 50. von Eloff als Betreuer oder Mitbetreuer betreute Doktorand seine Promotion ab.

Eloff war zudem Herausgeber mehrerer wissenschaftlicher Fachzeitschriften und beteiligte sich an der Herausgabe der African Herbal Pharmacopoeia. Er war Gründungsvorsitzender der Association for African Medicinal Plants Standards.

Auszeichnungen und Mitgliedschaften Eloff ist unter anderem Mitglied der South African Association of Botanists, der Academy of Science of South Africa (ASSAf), der African Academy of Sciences und der Suid-Afrikaanse Akademie vir Wetenskap en Kuns.

Zu seinen Auszeichnungen gehören die Silber- und Goldmedaille sowie die Ehrenmitgliedschaft auf Lebenszeit der South African Association of Botanists, die Havenga-Medaille, die Goldmedaille und der MT Steyn Prize der Suid-Afrikaanse Akademie vir Wetenskap en Kuns, die Bronzemedaille der International Horticultural Society und der NSTF-Eskom Prize für Forschungskapazitätsentwicklung.

2012 erhielt Eloff die Goldmedaille der Academy of Science of South Africa für „Science for Society“. Er war damit der erste Wissenschaftler in Südafrika, der sowohl von ASSAf als auch von der Suid-Afrikaanse Akademie vir Wetenskap en Kuns mit einer Goldmedaille geehrt wurde.

2018 wurde Eloff Mitglied der African Academy of Sciences. 2019 erhielt er die Auszeichnung „Outstanding International Ethnopharmacologist“ der indischen Sektion der International Society for Ethnopharmacology.

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Einzelnachweise

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