La porta del cielo (deutsch: die Himmelstür) ist ein Film von Vittorio De Sica, den er 1944 in Rom während der Besetzung der Stadt durch deutsche Truppen gedreht hat. Der Film, der von einer Pilgerreise Kranker und Behinderter nach Loreto erzählt, entstand unter schwierigen politischen, finanziellen, technischen und logistischen Bedingungen,Catherine O’Rawe: A State of ‘Agreeable Disorder’: Temporary Film Studios in Post-war Italy, abgerufen am 16. August 2026 konnte aber auch dank der Unterstützung des Vatikans und der Finanzierung durch Orbis Film realisiert werden.

Handlung Ein Pilgerzug, ein Treno Bianco, wie sie üblicherweise in Italien bei Pilgerfahrten nach Lourdes eingesetzt wurden, startet in Rom, voll besetzt mit Kranken, Behinderten und Verwundeten, die alle die Hoffnung haben, in Loreto durch „ein Wunder“ geheilt zu werden. Begleitet werden die Fahrgäste von einem Arzt und Rotkreuzschwestern. Unter den Reisenden sind z. B. ein Junge im Rollstuhl, der von seiner Schwester begleitet wird, eine alte Nanny, ein Geschäftsmann mit seinen beiden Neffen, ein blinder Arbeiter mit seinem Betreuer, ein Pianist, der eine Hand nicht mehr bewegen kann. In Rückblenden und mit inneren Monologen skizziert De Sica Hintergrund und Probleme einzelner Pilger. Der Zug kommt in Loreto an, es wird eine feierliche Messe gefeiert. Wunder bleiben aus, aber jeder der Teilnehmer kehrt verändert oder in einer gewissen Harmonie mit sich selbst nach Hause zurück.

Produktion mini|Mauer des Atriums und Basilika San Paolo fuori le mura in Rom Mit Gründung der Republik Salò durch die Faschisten wurde die italienische Filmindustrie von Rom nach Venedig verlegt. Als De Sica von Mezzasoma, Minister für Volkskultur, die Aufforderung erhielt, nach Salò überzusiedeln, lehnte er mit der Begründung ab, er müsse für den Vatikan einen Film drehen.Alberto Farrassino; La porta del cielo zitiert aus: La Repubblica, 12. Juli 2000, Festival du Film Italien de Villerupt, abgerufen am 18. August 2026 Das Projekt kam dann auch durch die Vermittlung von María Mercader, der späteren Ehefrau De Sicas, zustande,Chiara Molinari: Il miracolo di un film senza miracolo. La straodinaria storia de “La porta del cielo” diventa un film, Bookciak Magazine, abgerufen am 17. August 2026 und De Sica konnte sich der von Goebbels angeordneten Verlagerung der italienischen Filmindustrie entziehen.

Zu De Sicas aufgeblähtem Arbeitsstab in Rom zählten Widerstandskämpfer, Juden und Antifaschisten, die auf diese Weise einer Verhaftung entgingen.La Porta del Cielo Filmmuseum München, abgerufen am 16. August 2026

Am Drehbuch waren neben Cesare Zavattini und De Sica selbst vier weitere Autoren beteiligt. Nach I bambini ci guardano ist es der zweite Film, für den De Sica und Zavattini, der als überzeugter Kommunist zunächst eine Zusammenarbeit ablehnte, ein Drehbuch gemeinsam erarbeitet haben. Gedreht wurde auf dem Gelände von San Paolo fuori le mura in Rom, einer Exklave des Vatikanstaats, zu der die SS keinen Zutritt hatte. Dort wurde auch die Loretokapelle, das Ziel der Wallfahrer, nachgebaut.

Veröffentlichung

Am 4. Juni wurde Rom von den alliierten Truppen befreit, und laut De Sica wurde sein Film im November desselben Jahres erstmals gezeigtMarco Roncalli: Lo strano dietrofront della Chiesa, in: Corriere della Sera, 19. August 2003, S. 37., am 15. Februar 1945 kam er in die Kinos.

Anlässlich der Filmfestspiele 1996 in Venedig wurde der Film von der Scuola Nationale di Cinema in Rom restauriert und mit einem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. Diese restaurierte Fassung war allerdings noch mit technischen Mängeln behaftet, vor allem was die Tonspur betrifft. 2021 bis 2022 wurde der Film ein weiteres Mal in Zusammenarbeit der CAST mit der Cineteca Nazionale del Centro Sperimentale di Cinematografia restauriert und digitalisiert, wobei besondere Sorgfalt auf den Ton des Films gelegt wurde.La porta del cielo di Vittorio De Sica a Los Angeles, ISACEM, abgerufen am 19. August 2026 Dieser Film wurde erstmals am 16. Oktober 2022 während der Festa del Cinema di Roma gezeigt.

2025 produzierte Mustang-Video eine DVD dieser restaurierten Fassung in italienischer Sprache und mit englischen Untertiteln. Die DVD enthält als Bonus den Dokumentarkurzfilm (42 min) Il progetto del restauro è stato raccontato nel documentario “Argento puro”, Regie: Matteo Ceccarelli, der die Restaurierung dokumentiert.

Rezeption La porta del cielo blieb nach der Uraufführung praktisch verschollen. Filmliebhaber wussten zwar, dass der Film existiert, er galt aber allgemein als peripher und unbedeutend.

Erst nach Restaurierung des Films und Veröffentlichung des Videos wurde er neu bewertet. Die Filmkritik würdigte ihn jetzt als einen Film, der bereits Züge der folgenden Meisterwerke (Schuhputzer (1946) und Fahrraddiebe (1948)) des Gespanns De Sica/Zavattini erkennen lasse.È disponibile: La porta del cielo Biblioteca Panizzi, abgerufen am 16. August 2026 Die Biblioteca Panizzi schreibt zu dem Film: „Lange als ein unbedeutender Film aus De Sicas Werk eingeschätzt, wird La porta del cielo heute von der Kritik verstanden als Vorwegnahme vieler der besonderen Merkmale, die den poetischen und einfühlsamen Blick der Meisterwerke De Sicas und Zavattinis auszeichnen.“Zitat: „A lungo considerato un film minore nella produzione di De Sica, La porta del cielo ora viene inteso dalla critica come anticipatore di molti tratti distintivi dello sguardo poetico e partecipe che caratterizzerà i capolavori realizzati da De Sica e Zavattini.“

Literatur Vittorio De Sica: La porta del cielo. Memorie 1901–1952 (La memoria e l’immagine). Cava de’ Tirreni, Avagliano 2004. ISBN 978-88-8309162-9 Carlo Celli: A lost De Sica film—La porta del cielo/The Gate of Heaven (1945), in: Quarterly Review of Film and Video. Vol. 18, 2001, Issue 4, S. 361–369. Alberto Melloni: De Sica il finto film e gli ebrei salvati, in: Corriere della Sera, 18. November 2008. S. 49. Giuseppe Bonaccorso: Vittorio De Sica e La Porta Del Cielo. Un Pellegrinaggio a Loreto Ricostruito Nella Basilica Di San Paolo Fuori Le Mura Nel Clima Dell’Occupazione Di Roma Del 1944, in: Il Capitale Culturale. Studies on the Value of Cultural Heritage. Band 22. 2020, S. 315–336.

Weblinks

La porta del Cielo Film auf YouTube, Länge 1.21.01 La Porta del cielo Cineteca di Bologna, Cinema ritrovato "La porta del cielo" di Vittorio De Sica, raicultura, cinema Sergio Perugini: Gli 80 anni de “La porta del cielo” di De Sica-Zavattini. Un set acceso dalla luce della speranza La difesa del popolo, 26. August 2025 "La Porta del Cielo", rivive nelle sale il film girato durante l’occupazione di Roma Vatican News, Oktober 2022

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1945 Kategorie:Italienischer Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Christentum im Film Kategorie:Christliches Wallfahrtswesen