mini|Die Distrikte der ELC, nicht abgebildet ist der kanadische Distrikt. Die Evangelical Lutheran Church (ELC), vor 1946 Norwegian Lutheran Church in America (NLCA), war eine von 1917 bis 1960 bestehende norwegischstämmige lutherische Kirche in den Vereinigten Staaten und in Kanada. Sie gliederte sich zuletzt in elf Distrikte (districts), die wiederum in eine Vielzahl von Kirchenkreisen (circuits) unterteilt waren. Diesen Distrikten standen hauptamtliche Distriktspräsidenten vor, die von den Distriktssynoden gewählt wurden. Gelegentlich wurden die Distriktspräsidenten auch in der zeitgenössischen Presse und Literatur als Bischöfe tituliert, nutzten diese Bezeichnung jedoch nicht selbst.

Kanada-Distrikt mini|Die Trinity Lutheran Church in Delta, B.C. Der Kanada-Distrikt () wurde bei der Gründung der NLCA 1917 errichtet. Er konstituierte sich am 12. Juni 1917 im House of Hope in Saint Paul, Minnesota. Zum ersten Distriktspräsidenten wurde John Lavik gewählt. Der Distrikt umfasste alle in Kanada gelegenen Gemeinden der Kirche und unterteilte sich in zehn Kirchenkreise, von denen fünf in Saskatchewan, vier in Alberta und einer in Manitoba lag. In den Jahren seines Bestehens änderte sich der geografische Zuschnitt des Distrikts kaum, lediglich die Gemeinden in British Columbia kamen 1951 vom Pazifik-Distrikt hinzu. Die erste Distriktssynode fand im Juli 1919 in Saskatoon statt, dort gründete sich auch der Frauenmissionsbund des Distrikts. Im Jahr 1922 wurde dem Distrikt durch eine Charter des Kanadischen Parlaments als Norwegian Lutheran Church of Canada der Körperschaftsstatus als Religionsgemeinschaft verliehen. Besonders in den ersten Jahren seines Bestehens zeichnete sich der Distrikt dadurch aus, dass er besonders vehement an der norwegischen Sprache festhielt. Das erschwerte einerseits die Integration in Kanada, lockte aber auch ältere Geistliche aus den Vereinigten Staaten an, die das Englische nicht gut beherrschten. 1960 ging der Distrikt im Kanada-Distrikt der Amerikanischen Lutherischen Kirche auf, der sechs Jahre später als Evangelisch-Lutherische Kirche von Kanada unabhängig wurde.

Im Distrikt befanden sich zwei weiterführende Schule in kirchlicher Trägerschaft. Das Outlook College erhielt 1928 die Zulassung als Junior College durch die Universität von Saskatchewan. Das Camrose Lutheran College in Camrose wurde 1959 in eine Hochschule umgewandelt. Bereits 1939 war mit dem Luther Seminary in Saskatoon ein Theologisches Seminar gegründet worden. 1922 wurde mit dem Bethany Old Folks’ Home in Bawlf ein Seniorenheim eingerichtet. Ab 1924 gab der Distrikt mit Hyrden, bzw. Shepherd, eine eigene Kirchenzeitung heraus.

Kurz nach seiner Gründung vermeldete der Distrikt im Jahr 1919 13.035 Gemeindeglieder. Zehn Jahre später war diese Zahl auch aufgrund der Weltwirtschaftskrise nur geringfügig auf 14.108 gestiegen. Die Weltwirtschaftskrise traf die ländlichen Regionen der Prärieprovinzen, in denen die Norweger siedelten besonders hart. Viele wanderten wieder ab und die Mitgliederzahl des Distrikts sank bis 1939 auf 10.930. Bis 1949 hatten sich die Zahlen auf 15.792 Gemeindeglieder erholt. Im Jahr 1958 hatte der Distrikt 25.817 getaufte Gemeindeglieder in 196 Gemeinden. Von diesen Gemeinden befanden sich 107 in Saskatchewan, 66 in Alberta, 14 in British Columbia und fünf in Manitoba.

Distriktspräsidenten 1917–1923 Johannes Lavik 1923–1936 J. J. Akre 1936–1938 Johannes Lavik (ad interim) 1938–1944 Iver Iversen 1944–1945 Knut Bergsagel (ad interim) 1945 Jacob Stolee (ad interim) 1946–1960 Mars Dale

Literatur

Östlicher Distrikt mini|Die Old Muskego Church ist die älteste norwegische Kirche in Amerika Der Östliche Distrikt () wurde bei der Gründung der NLCA 1917 errichtet. Der Distrikt umfasste alle Gemeinden der Kirche östlich des Mississippi und deckte damit ein ähnliches Gebiet ab, wie der ehemalige Östliche Distrikt der Norwegischen Synode. Die große Mehrheit der Gemeinden befand sich dabei in Wisconsin. In den Südstaaten war die Kirche quasi nicht vertreten, nur in Florida bestand eine einzige Gemeinde. In den Jahren seines Bestehens änderte sich der geografische Zuschnitt des Distrikts nicht. 1960 ging der Distrikt im Nord-Wisconsin-, Süd-Wisconsin-, Illinois-, Michigan-, Ohio- und im Östlichen Distrikt der Amerikanischen Lutherischen Kirche auf.

Im Distrikt befanden sich auch die älteste Gemeinde der Synode in Koshkonong in Wisconsin, sowie unweit davon die älteste norwegische Kirche in Amerika, die Old Muskego Church in Muskego.

Im Jahr 1958 hatte der Distrikt 262.385 getaufte Gemeindeglieder in 476 Gemeinden. Von diesen Gemeinden befanden sich 352 in Wisconsin, 68 in Illinois, 19 in New York, 14 in Michigan, zehn in New Jersey, drei in Massachusetts, je zwei in Pennsylvania und Ohio und je eine in Maine, New Hampshire und Florida.

Distriktspräsidenten 1917–1926 Jørgen Nordby 1926–1928 O. J. H. Preus 1928–1936 Joseph Marinus Green 1937–1954 Martin Anderson 1956–1960 Myron Austinson

Nord-Minnesota-Distrikt Der Nord-Minnesota-Distrikt () wurde bei der Gründung der NLCA 1917 errichtet. Der Distrikt umfasste die nördliche Hälfte des Bundesstaats Minnesota und damit auch den nördlichen Teil des ehemaligen Minnesota-Distrikts der Norwegischen Synode. In den Jahren seines Bestehens änderte sich der geografische Zuschnitt des Distrikts nicht. 1960 ging der Distrikt im gleichnamigen Distrikt der Amerikanischen Lutherischen Kirche auf.

Im Gebiet der Synode befand sich auch eine kirchliche Hochschule, das Concordia College in Moorhead.

Distriktspräsidenten 1917–1919 Jørgen Sundheim 1919–1941 Ivar Aastad 1941–1950 Rudolph Fjelstad 1950–1951 Gudvin Tolo 1951–1960 Arthur Hanson

Süd-Minnesota-Distrikt mini|Die Christ Lutheran Church in St. Paul Der Süd-Minnesota-Distrikt () wurde bei der Gründung der NLCA 1917 errichtet. Der Distrikt umfasste die südliche Hälfte des Bundesstaats Minnesota und damit auch den südlichen Teil des ehemaligen Minnesota-Distrikts der Norwegischen Synode. In den Jahren seines Bestehens änderte sich der geografische Zuschnitt des Distrikts nicht. 1960 ging der Distrikt im Südwest- und dem Südost-Minnesota-Distrikt der Amerikanischen Lutherischen Kirche auf.

Im Gebiet des Distrikts befand sich das Hauptquartier der ELC in Minneapolis und ihr Verlag, das Augsburg Publishing House am selben Ort. Weiterhin lagen in seinem Gebiet auch eine kirchliche Hochschule, das St. Olaf College in Northfield, und die wichtigste Ausbildungsstätte für den theologischen Nachwuchs der ELC, das Luther Seminary in St. Paul.

Distriktspräsidenten 1917–1927 Carl Johan Eastvold 1927–1951 Nils Kleven 1951–1960 Elmer Reinertson

Norddakota-Distrikt mini|Die St. Olaf Lutheran Church in Devils Lake, N.D. Der Norddakota-Distrikt () wurde bei der Gründung der NLCA 1917 errichtet. Der Distrikt umfasste den Bundesstaat Norddakota und damit auch den östlichen Teil des ehemaligen Nordwestlichen Distrikts der Norwegischen Synode. In den Jahren seines Bestehens änderte sich der geografische Zuschnitt des Distrikts nicht. 1960 ging der Distrikt im West-Norddakota- und dem Ost-Norddakota-Distrikt der Amerikanischen Lutherischen Kirche auf.

Im Jahr 1958 hatte der Distrikt 128.272 getaufte Gemeindeglieder in 496 Gemeinden. Er war damit der Distrikt mit den meisten Gemeinden in der ELC.

Distriktspräsidenten 1917–1926 Ivar Ylvisaker 1926–1951 David Støve 1951–1960 Loyal Tallakson

Süddakota-Distrikt mini|Die St. Paul Lutheran Church in Elk Point, S.D. Der Süddakota-Distrikt () wurde bei der Gründung der NLCA 1917 errichtet. Er konstituierte sich am 12. Juni 1917, als sich 70 Pfarrer und ebenso viele Delegierte in der Kirche von Pfarrer Christen Sybilrud in Saint Paul, Minnesota, versammelten. Zum ersten Distriktspräsidenten wurde G. O. Paulsrud gewählt. Der Distrikt umfasste die Bundesstaaten Süddakota, Nebraska, Colorado und Wyoming. und damit auch den westlichen Teil des ehemaligen Iowa-Distrikts der Norwegischen Synode und gliederte sich in dreizehn Kirchenkreise. In den Jahren seines Bestehens änderte sich der geografische Zuschnitt des Distrikts nicht. Die norwegische Sprache wurde bereits zu Beginn der 1920er-Jahre weitgehend durch das Englische verdrängt. 1960 ging der Distrikt im Süddakota-, Zentral- und Rocky-Mountain-Distrikts der Amerikanischen Lutherischen Kirche auf.

Auf dem Gebiet der Synode lag eine kirchliche Hochschule, das Augustana College in Sioux Falls, auf dessen Campus sich auch die Büros des Distrikts und das Distriktspfarrhaus für den Präsidenten befanden. Am selben Ort war auch die Augustana Academy angesiedelt, eine weiterführende Schule in kirchlicher Trägerschaft, die 1932 aus dem College ausgegründet wurde. In Beresford wurden ein Alten- und ein Kinderheim eingerichtet, ein weiteres Pflegeheim bestand in Webster.

Im Jahr 1958 hatte der Distrikt 101.641 getaufte Gemeindeglieder in 272 Gemeinden. Von diesen Gemeinden befanden sich 241 in Süddakota, 15 in Nebraska, zwölf in Colorado und vier in Wyoming. Über 90 % der Gläubigen lebten in Süddakota.

Distriktspräsidenten 1917–1918 G. O. Paulsrud 1918–1928 Nils Boe 1929–1931 Anders Bergsaker 1931–1937 Henry Solum 1937–1958 Lester Pierson 1958–1960 E. O. Gilbertson

Literatur

Pazifik-Distrikt mini|Die Immanuel Lutheran Church in Seattle. Der Pazifik-Distrikt () wurde bei der Gründung der NLCA 1917 errichtet. Der Distrikt umfasste ursprünglich die gesamte Pazifikküste und damit den ehemaligen Pazifik-Distrikt der Norwegischen Synode. 1951 trat er seine südlichen Gebiete an den neu entstandenen Kalifornien-Distrikt und British Columbia an den Kanada-Distrikt ab; danach umfasste er nur noch den Pazifischen Nordwesten und Alaska. 1960 ging der Distrikt im Nordpazifik-Distrikt der Amerikanischen Lutherischen Kirche auf.

Auf dem Gebiet des Distrikts lag eine kirchliche Hochschule, die Pacific Lutheran University in Parkland, Washington.

Im Jahr 1958 hatte der Distrikt etwa 65.000 getaufte Gemeindeglieder in gut 120 Gemeinden. Von diesen Gemeinden befanden sich 28 in Oregon und 10 in Alaska, die übrigen lagen im Westen von Washington.

Distriktspräsidenten 1917–1924 Ludvig Foss 1924–1931 J. A. E. Naess 1932–1960 Halfdan Foss

Rocky-Mountain-Distrikt mini|Die Grace Lutheran Church in Barber, Montana Der Rocky-Mountain-Distrikt () wurde bei der Gründung der NLCA 1917 errichtet. Der Distrikt umfasste die Bundesstaaten Montana, Idaho und den Osten von Washington. Damit entsprach er etwa dem westlichen Teil des ehemaligen Nordwestlichen Distrikts der Norwegischen Synode. In den Jahren seines Bestehens änderte sich der geografische Zuschnitt des Distrikts nicht. 1960 ging der Distrikt im gleichnamigen Distrikt der Amerikanischen Lutherischen Kirche auf.

Im Jahr 1958 hatte der Distrikt fast 50.000 getaufte Gemeindeglieder in gut 150 Gemeinden. Von diesen Gemeinden befanden sich 120 in Montana und 14 in Idaho, die übrigen lagen im Osten von Washington.

Distriktspräsidenten 1917–1944 Anders Mathias Skindlov 1944–1952 Laurence Field 1953–1960 Reidar Arnold Daehlin

Süd-Zentral-Distrikt mini|Die First Lutheran Church in Saint Ansgar Der Süd-Zentral-Distrikt () wurde bei der Gründung der NLCA 1917 als Iowa-Distrikt errichtet und 1951 umbenannt. Der Distrikt umfasste die Bundesstaaten Iowa, Kansas, Oklahoma und Texas und damit auch den östlichen Teil des ehemaligen Iowa-Distrikts der Norwegischen Synode. In den Jahren seines Bestehens änderte sich der geografische Zuschnitt des Distrikts nicht. 1960 ging der Distrikt im Iowa-, dem Zentral- und dem Südlichen Distrikt der Amerikanischen Lutherischen Kirche auf.

Auf dem Gebiet des Distrikts lagen drei Hochschulen der ELC: das Luther College in Decorah, das Waldorf College in Forest City und das 1924 geschlossene Jewell College in Jewell.