Blossoming (Originaltitel: A teraz wiosna) ist ein polnischer Dokumentarfilm der Regisseurin Kamila Serwicka aus dem Jahr 2026. Der Langzeit-Dokumentarfilm ist ihr Langfilmdebüt und hatte seine Weltpremiere in der Semaine de la Critique des Locarno Film Festivals. Dort erhielt der Film den Grand Prix der Sektion.

Handlung

Kamila Serwicka kehrte nach acht Jahren Abwesenheit mit einer Kamera zu ihrer Familie zurück. Über einen Zeitraum von fünf Jahren hielt sie das Familienleben fest. Sie war dabei nicht nur Regisseurin und Kamerafrau, sondern auch Teil der Geschichte. Dabei begleitet sie ihre Mutter Agnieszka, ihre beiden Schwestern und ihre Großmutter mit der Kamera. Zu Beginn lebt die Familie noch mit dem Vater der drei Töchter zusammen. Seine Alkoholabhängigkeit und seine Gewalt bestimmen das Familienleben. Agnieszka gelingt es nach mehreren Anläufen, sich aus der langjährigen Ehe zu lösen. Der Vater verschwindet zunehmend aus dem Alltag und auch aus dem Film. Der Blick richtet sich auf die Entwicklungen und die Beziehungen zwischen den Frauen. Agnieszka und ihre Töchter organisieren ihr Zusammenleben neu. Kamila Serwicka steht dabei nicht nur hinter der Kamera. Als eine der drei Töchter ist sie selbst Teil des Geschehens. Der Film zeigt, wie sich das Leben der Frauen beruhigt und wie sie sich gegenseitig unterstützen und ihre eigenen selbständigen Lebenswege finden. Produktion Das Projekt wurde 2025 für das Dokumentarfilm-Entwicklungsprogramm dok.incubator ausgewählt. Zum Projektentwicklungsteam gehörten Kamila Serwicka, die Editoren Julia Oleksy und Jakub Darewski sowie Produzentin Adrianna Rędzia. Produziert wurde der Film von der Lumisenta Film Foundation. Die Produktion wurde vom Polish Film Institute (PISF) unterstützt.

Rezeption

In Moviebreak verknüpft Lida Bach den individuellen Befreiungsprozess mit einem generationenübergreifenden Netz weiblicher Solidarität. Sie betont, dass der Vater durch einen „inszenatorischen Ausschluss“ fast völlig aus dem Bild verschwindet. Den über fünf Jahre begleiteten Prozess deutet sie vor allem als späte Emanzipation der Mutter aus einer gewalttätigen Ehe. Bach schließt daraus, dass der Film die Mechanismen patriarchaler Gewalt offenbart: Verleugnung, Verdrängung, Verharmlosung und deren Weitergabe innerhalb der Familie. Auszeichnungen Locarno Film Festival 2026 Grand Prix der Semaine de la Critique

Weblinks

Blossoming offizielle Seite

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Polnischer Film Kategorie:Langzeitdokumentarfilm