thumb|Alberto Espina (2018) Alberto Miguel Espina Otero (* 4. November 1956 in Santiago) ist ein chilenischer Rechtsanwalt und Politiker der konservativen Partei Renovación Nacional (RN). Er war von 1990 bis 2002 Mitglied der chilenischen Abgeordnetenkammer, von 2002 bis 2018 Mitglied des Senats und von März 2018 bis Juli 2020 Verteidigungsminister in der zweiten Regierung von Präsident Sebastián Piñera.
Espina gehört zu den Gründungsmitgliedern von Renovación Nacional und war von 1997 bis 1999 Vorsitzender der Partei. Seit November 2020 ist er als abogado consejero Mitglied des Consejo de Defensa del Estado, der für die juristische Vertretung der Interessen des chilenischen Staates zuständigen Behörde.
Am 6. November 2020 gab Präsident Sebastián Piñera die Ernennung Espinas zum abogado consejero des Consejo de Defensa del Estado (CDE) bekannt. Er trat das Amt am 9. November 2020 an. Dort gehört er dem für Arbeits- und Umweltangelegenheiten zuständigen Ausschuss (Comité Laboral Medioambiental) an.
Leben und Ausbildung Alberto Espina wurde am 4. November 1956 in Santiago als Sohn von Alberto Espina Barros und María Eliana Otero Lathrop geboren. Sein Onkel Miguel Otero Lathrop war von 1991 bis 1998 chilenischer Senator.
Espina besuchte die The Grange School in Santiago, die er 1974 abschloss. Anschließend studierte er Rechtswissenschaften an der Universität von Chile. Am 30. August 1982 erhielt er seine Zulassung als Rechtsanwalt.
An der juristischen Fakultät der Universität von Chile war er unter anderem als Assistent in den Bereichen Verfassungs- und Prozessrecht sowie als Hilfsdozent für Prozessrecht tätig. Von 1985 bis 2002 unterrichtete er zudem Strafrecht und allgemeine Rechtslehre an der Polizeischule der Carabineros de Chile.
Nach seiner Zulassung arbeitete Espina ab 1982 in der Kanzlei Otero. 1993 wurde er Rechtsanwalt und Partner der Kanzlei Espina, Hinzpeter, Zepeda y Compañía, aus der er 2013 ausschied.
Politische Laufbahn Anfänge und Renovación Nacional Seine politische Tätigkeit begann Espina bereits während seiner Schulzeit. 1983 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Movimiento de Unión Nacional (MUN) und wurde Mitglied dessen politischer Kommission. 1984 übernahm er den Vorsitz der Jugendorganisation. Der MUN gehörte später zu den Organisationen, die 1985 das Acuerdo Nacional para la Transición a la Plena Democracia unterstützten.
Espina gehörte 1987 zu den Gründungsmitgliedern von Renovación Nacional und wurde Mitglied der ersten politischen Kommission der neuen Partei. Dieses Amt übte er bis 1990 aus. Innerhalb der Partei übernahm er anschließend verschiedene Führungsfunktionen. Vom 25. Juni 1997 bis zum 22. Juni 1999 war er Parteivorsitzender.
Bei der Präsidentschaftswahl 1999 gehörte Espina dem zentralen Wahlkampfteam von Joaquín Lavín an. Im Jahr 2005 war er politischer Leiter der ersten Präsidentschaftskandidatur seines Parteikollegen Sebastián Piñera.
Abgeordneter Bei der Parlamentswahl in Chile 1989 wurde Espina für den damaligen Wahlkreis 21, der die Gemeinden Ñuñoa und Providencia umfasste, in die chilenische Abgeordnetenkammer gewählt. Er trat sein Mandat 1990 an und wurde zweimal wiedergewählt, sodass er dem Unterhaus insgesamt drei Legislaturperioden bis 2002 angehörte.
Während seiner Zeit als Abgeordneter arbeitete er unter anderem in parlamentarischen Gremien für Verfassungs- und Justizfragen, Wissenschaft und Technologie, öffentliche Sicherheit sowie Drogenpolitik. Außerdem leitete er eine parlamentarische Untersuchungskommission zu religiösen Sekten.
Senator Bei der Parlamentswahl 2001 wurde Espina für den Wahlkreis Araucanía Norte in den chilenischen Senat gewählt. Sein erstes Mandat dauerte von 2002 bis 2010. 2009 wurde er für eine weitere achtjährige Amtsperiode wiedergewählt und gehörte dem Senat damit bis März 2018 an.
Im Senat war Espina unter anderem Mitglied und Vorsitzender der ständigen Kommission für Verfassung, Gesetzgebung, Justiz und Geschäftsordnung sowie der Landwirtschaftskommission. Darüber hinaus arbeitete er in den Bereichen Gesundheit und öffentliche Sicherheit. 2002 war er Vorsitzender der Senatsfraktion von Renovación Nacional.
Während seiner parlamentarischen Laufbahn beschäftigte sich Espina insbesondere mit Kriminalitätsbekämpfung, Drogenpolitik, Strafrecht und öffentlicher Sicherheit.
Verteidigungsminister Nach dem erneuten Wahlsieg von Sebastián Piñera wurde Espina im Januar 2018 als künftiger Verteidigungsminister vorgestellt. Mit dem Amtsantritt Piñeras übernahm er am 11. März 2018 das Ministerium für Nationale Verteidigung.
Zu den von Espina zu Beginn seiner Amtszeit genannten Schwerpunkten gehörten die Modernisierung der nationalen Verteidigung, die Vorbereitung der Streitkräfte auf Katastrophen- und Notfalleinsätze sowie strengere Transparenz- und Integritätsstandards innerhalb der chilenischen Streitkräfte. Bereits vor seinem Amtsantritt hatte er eine Verbesserung der Kontroll- und Prüfmechanismen für die Verwendung der den Streitkräften zur Verfügung gestellten staatlichen Mittel angekündigt.
Espina blieb bis zum 28. Juli 2020 Verteidigungsminister. Im Zuge einer Kabinettsumbildung wurde er durch den damaligen RN-Vorsitzenden Mario Desbordes ersetzt.
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