thumb|Teodoro Ribera (2018) Teodoro Javier Ribera Neumann (* 25. Mai 1958 in Temuco) ist ein chilenischer Rechtsanwalt, Rechtswissenschaftler und Politiker der konservativen Partei Renovación Nacional (RN). Er war von 1990 bis 1998 Mitglied der chilenischen Abgeordnetenkammer, von 2011 bis 2012 Justizminister und von 2019 bis 2020 Außenminister in den beiden Regierungen von Präsident Sebastián Piñera.
Neben seiner politischen Laufbahn ist Ribera vor allem im akademischen Bereich tätig. Seit 1998 ist er mit Unterbrechungen Rektor der Universidad Autónoma de Chile.
Biografie Ribera wurde am 25. Mai 1958 in Temuco als Sohn von Teodoro Ribera Beneït und Edith Neumann Rodríguez geboren. Er besuchte die Deutsche Schule in Temuco und studierte anschließend Rechtswissenschaften an der Universität von Chile. Danach promovierte er an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg in Deutschland zum Doctor iuris utriusque.
Als Hochschullehrer war Ribera unter anderem im Bereich des Verfassungsrechts an der Universität von Chile und des Völkerrechts an der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile tätig. 1998 übernahm er erstmals das Rektorat der Universidad Autónoma de Chile.
Zwischen 2000 und 2003 gehörte Ribera dem Verwaltungsrat des staatlichen Fernsehsenders Televisión Nacional de Chile (TVN) an. Von 2006 bis 2009 war er außerdem als abogado integrante am chilenischen Verfassungsgericht tätig.
Politische Laufbahn Ribera begann seine politische Tätigkeit in den 1980er Jahren. 1986 war er Berater des damaligen Innenministers Ricardo García und im folgenden Jahr Ministerialrat und Rechtsberater an der chilenischen Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland. 1989 trat er Renovación Nacional bei.
Bei der Parlamentswahl in Chile 1989 wurde Ribera für den damaligen Wahlkreis 51 in der Región de La Araucanía in die Abgeordnetenkammer gewählt. Nach seiner Wiederwahl 1993 gehörte er dem Parlament während zwei aufeinanderfolgenden Legislaturperioden bis 1998 an.
Am 18. Juli 2011 wurde Ribera von Präsident Sebastián Piñera zum Justizminister seiner ersten Regierung ernannt. Dieses Amt übte er bis Dezember 2012 aus. Am 17. Dezember 2012 trat er im Zusammenhang mit der öffentlichen Kontroverse um seine Kontakte zum ehemaligen Vorsitzenden der Nationalen Akkreditierungskommission (CNA), Luis Eugenio Díaz, zurück.
Nach seiner Tätigkeit als Justizminister kehrte Ribera in den akademischen Bereich zurück und übernahm 2015 erneut das Rektorat der Universidad Autónoma de Chile.
Am 13. Juni 2019 ernannte Präsident Piñera ihn im Rahmen einer Kabinettsumbildung zum Außenminister als Nachfolger von Roberto Ampuero. Während seiner Amtszeit befasste er sich unter anderem mit der regionalen Außenpolitik Chiles und der außenpolitischen Reaktion auf die chilenischen Proteste von 2019.
Am 28. Juli 2020 schied Ribera im Zuge einer weiteren Kabinettsumbildung aus der Regierung aus. Sein Nachfolger als Außenminister wurde Andrés Allamand.
2023 wurde Ribera vom Senat als Mitglied der Expertenkommission (Comisión Experta) für den Verfassungsprozess in Chile 2023 bestimmt.
Einzelnachweise
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