Der Makazapass ( / Мака̀за prokhod, auch Balkàn toresѝ / Балка̀н торесѝ, deutsch Balkantor; vom 29. Juni 1942 bis zum 5. Januar 1946 Пролезът / Prolesat) befindet sich im östlichen Teil der Rhodopen im Süden Bulgariens. Der Pass verbindet die Orte Kirkowo im Norden und Komotini im Süden. Die Republikstraße I-5 und anschließend die A 23 führen über den 682 Meter hohen Pass zwischen dem Gjumjurdschinski sneschnik (Гюмюрджински снежник) und dem Stramni rid (Стръмни рид) im Westen sowie dem Maglenik (Мъгленик) im Osten. Die Passstraße ist gut ausgebaut und soll langfristig zur Autobahn ausgebaut werden.
Toponymie Der Name Makaza stammt vom türkischen Wort „makas“ für Schere, Pfeil, Stütze.
Verlauf Die neue Panoramastraße beginnt östlich des Dorfes Kirkowo auf 326 Metern über dem Meer und führt in südöstlicher Richtung das Tal des Flusses Lozengradska, einem rechten Nebenfluss der Tschorbadschijska, die wiederum ein rechter Nebenfluss der Warbiza ist, die in die Arda mündet, hinauf. Nach rund 10 Kilometern erreicht die Straße den Sattel auf 682 Metern Meereshöhe an der Staatsgrenze zu Griechenland, wo der neue, moderne Grenzübergang Makaza–Nimfea 2013 errichtet wurde. Von dort führt eine weitere neue Panoramastraße hinab, die nach etwa 18 Kilometern in die Ägäis-Region Thrakiens führt und etwa 3 Kilometer nordöstlich der Stadt Komotini auf Höhe des Dorfes Kalhas auf 119 Metern über Meer endet. Die Gesamtlänge des Passes beträgt somit etwa 28 Kilometer.
Beschreibung Die geologische Struktur besteht aus metamorphen Gesteinen, die Böden sind ausgelaugter Zimtwald. Der Fluss Kesibir entspringt hier. Es wachsen Krim-Buchen und Hainbuchen, ansässige Tierarten sind unter anderen Eidechsenarten, die Panzerschleiche und das Rebhuhn.
Geschichte Im Jahr 1912, während der Balkankriege, war der Makazapass Schauplatz der Schlacht vom Balkan Toresch, in der die bulgarische Armee die osmanischen Truppen besiegte und damit Thrakien am Weißen Meer befreite. Nach 1920 wurde die Straße über den Pass durch die neue Grenze zwischen Bulgarien und Griechenland unterbrochen. In der Vergangenheit gab es Pläne für den Bau einer Eisenbahnlinie über den Pass, der Abschnitt von Kardschali über Momtschilgrad bis zum Dorf Podkowa, etwa 20 Kilometer vor dem Pass, wurde im Rahmen der Bahnstrecke Russe–Podkowa bereits gebaut. Während des Zweiten Weltkriegs wurden diese Pläne wieder aufgenommen, jedoch nicht umgesetzt. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Pass endgültig für den Verkehr gesperrt und entlang der Grenze zur Republik Griechenland Zäune errichtet.
Im Jahr 2009 wurde der Bau der Straße über den Makazapass nach Griechenland zu einem vorrangigen Projekt erklärt. Die Finanzierung erfolgte aus dem Staatshaushalt der Republik Bulgarien. Im Jahr 2011 zerstörten Bauarbeiten an der zukünftigen Straße nach Griechenland und der Trasse der Gaspipeline eine archäologische Stätte: einen 8000 Jahre alten Hügel, die südlichste prähistorische Siedlung Bulgariens. Im Oktober 2011 wurde der Pass von bulgarischer Seite fertiggestellt, jedoch aufgrund der schweren Finanzkrise in Griechenland nicht vollständig. Nachdem ein großer Erdrutsch 2012 die Passstraße jenseits der Grenze unterbrach, verschob die griechische Seite die Fertigstellung ihres Teils der Strecke wiederholt. Erst im Frühjahr 2017 konnte die Autobahn eröffnet werden.
Topographische Karte TK 100 BG Blatt K-35-99
Einzelnachweise
Kategorie:Gebirgspass