Tarek Yamani (* 1980 in Beirut) ist ein libanesischer Fusionmusiker (Piano, Keyboard, Komposition), der eine Brücke zwischen dem Jazz und der arabischen Musik schlägt.
Leben und Wirken Yamani wuchs in Beirut auf, wo er eine Zeitlang klassischen Klavierunterricht erhielt, damit aber unzufrieden war. Als Jugendlicher war er ein Metalhead, brachte sich autodidaktisch das Gitarrenspiel bei und spielte in Metalbands. Er arbeitete dann bis 2006 als Co-Produzent und Musiker mit der legendären arabischen Hip-Hop-Band Aksser zusammen. Im Alter von 19 Jahren entdeckte er den Jazz als Ausdrucksform. Da er keinen Lehrer finden konnte, brachte er sich das Jazzpiano-Spiel selbst bei, zunächst mithilfe von Schallplatten und später mithilfe des „Jazz Piano Book“.
Yamani bezog nun die arabische Musik auf den Jazz. Mit seiner Komposition „Sama'i Yamani“ gewann er 2010 den Thelonious-Monk-Wettbewerb. 2012 veröffentlichte er sein Debütalbum Ashur (im Trio mit Goran Krmac, Tuba, und Kristijan Krajnčan, Schlagzeug), das neben Standards fünf Eigenkompositionen enthält. Sein Ansatz des „Afro-Tarab“ kommt besonders deutlich in seinem zweiten Album Lisan Al Tarab: Jazz Conceptions in Classical Arabic (2014) zum Ausdruck, das er im Trio mit Petros Klampanis (Kontrabass) und John Davis (Schlagzeug) einspielte. Auf dem dritten Album Peninsula (2017), das im Auftrag des Abu-Dhabi-Festivals entstanden ist, konzentrierte er sich auf die Volksmusiktraditionen der Länder der Arabischen Halbinsel, die an den Persischen Golf grenzen. Von 2011 bis 2019 lebte er in New York City. 2021 führte das Spektral Quartet sein Streichquartett „Berytus“ auf. 2025 trat er im Quartett mit Vladimir Karparov, Igor Spallati und Bodek Janke auf.
Yamani war Teil dreier weltweiter All-Star-Konzerte am Internationalen Tag des Jazz, wo er die Bühne mit Wayne Shorter, Richard Bona, Zakir Hussain, Esperanza Spalding, Antonio Sánchez, Brian Blade und Vinnie Colaiuta teilte. Er ist weltweit aufgetreten und lebt mittlerweile in Berlin. Außerdem schreibt er Essays über die Beziehungen zwischen Wissenschaft und Musik und ist Autor zweier Bücher über Rhythmik. Weiterhin komponierte er Filmmusiken für Filme wie I Say Dust, Like Salt oder Tallahassee.
Schriften Duple vs Triple: A Melodic Approach to Mastering Polyrhythms in Jazz and other Groove-Based Music in 56 Steps. 2014 The Percussion Ensemble of the Arabian Peninsula: 36 descriptions and transcriptions of rhythms from Saudi Arabia, Yemen, Qatar, UAE, Kuwait, Oman and Bahrain (gemeinsam mit Rony Afif)
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Interview (2015)
Einzelnachweise
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