thumb Carlos Eduardo Montes Cisternas (* 11. Mai 1946 in Santiago de Chile) ist ein chilenischer Wirtschaftswissenschaftler und Politiker der Sozialistischen Partei Chiles (PS).

Von 1990 bis 2014 gehörte er der chilenischen Abgeordnetenkammer und von 2014 bis 2022 dem Senat an. Von 1999 bis 2000 war er Präsident der Abgeordnetenkammer und von 2018 bis 2019 Präsident des Senats. Von März 2022 bis März 2026 war er Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung in der Regierung von Gabriel Boric.

Leben

Ausbildung und frühe politische Tätigkeit Montes wurde am 11. Mai 1946 in Santiago de Chile als Sohn von Carlos José Montes Ureta und María Elena Cisternas Larenas geboren. Seine Schulausbildung absolvierte er am Saint George’s College, das er 1964 verließ. Anschließend studierte er Wirtschaftswissenschaften an der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile.

Während seines Studiums engagierte er sich in der Studentenbewegung und war Funktionär der Studentenföderation der Universität (Federación de Estudiantes de la Universidad Católica de Chile, FEUC). 1968 wurde er als Vertreter der Studierenden in den Obersten Rat der Universität gewählt.

Montes gehörte 1969 zu den Gründungsmitgliedern des Movimiento de Acción Popular Unitaria (MAPU), der aus einer Abspaltung von der Christdemokratischen Partei hervorgegangen war. Innerhalb des MAPU übernahm er verschiedene Führungsfunktionen.

Nach dem Militärputsch vom 11. September 1973 arbeitete Montes im Untergrund und war in der Führung des MAPU tätig. Im Dezember 1980 wurde er von der Central Nacional de Informaciones (CNI) festgenommen. Nach einem Monat in deren Gewahrsam wurde er in die Cárcel Pública von Santiago überstellt. 1981 ging er mit seiner Familie ins Exil nach Mexiko.

Während seines Aufenthalts in Mexiko setzte Montes seine wirtschaftswissenschaftlichen Studien fort und lehrte zwischen 1981 und 1985 an verschiedenen Hochschulen. Zudem leitete er das Centro de Estudios Regionales der Benemérita Universidad Autónoma de Puebla.

1985 kehrte er nach Chile zurück. Von 1987 bis 1990 war er Direktor des Centro de Estudios Municipales Cordillera. Beim Plebiszit in Chile 1988 gehörte er der Leitung der Kampagne für die Option „No“ in der Región Metropolitana de Santiago an.

Montes gehörte 1988 zu den Gründungsmitgliedern des Partido por la Democracia (PPD) und war Mitglied dessen erster politischer Kommission. Später beendete er seine Doppelmitgliedschaft und blieb Mitglied der Sozialistischen Partei Chiles.

Abgeordneter Bei der Parlamentswahl in Chile 1989 wurde Montes für den 26. Wahlbezirk, der die Gemeinde La Florida umfasste, in die chilenische Abgeordnetenkammer gewählt. Sein Mandat trat er am 11. März 1990 an. In den folgenden Parlamentswahlen wurde er fünfmal wiedergewählt und gehörte der Kammer damit sechs Legislaturperioden in Folge bis März 2014 an.

Während seiner parlamentarischen Tätigkeit gehörte Montes verschiedenen Ausschüssen an, darunter den Ausschüssen für Wohnungsbau und Stadtentwicklung sowie für Inneres und Regionalisierung.

Am 11. März 1999 wurde Montes zum Präsidenten der Abgeordnetenkammer von Chile gewählt. Dieses Amt übte er bis März 2000 aus.

Im Oktober 2000 berief Präsident Ricardo Lagos ihn außerdem in die Präsidialkommission zur Vorbereitung des zweihundertjährigen Bestehens der Republik Chile.

Senator Bei der Parlamentswahl in Chile 2013 wurde Montes für die damalige 8. Senatswahlregion Santiago Oriente in den Senat von Chile gewählt. Er trat das Amt am 11. März 2014 an.

Am 11. März 2018 wurde Montes zum Präsidenten des Senats gewählt. Er folgte Andrés Zaldívar nach und führte die Kammer bis zum 12. März 2019. Sein Nachfolger wurde Jaime Quintana.

Sein Senatsmandat endete am 11. März 2022.

Regierung Boric Nach dem Wahlsieg von Gabriel Boric wurde Montes am 21. Januar 2022 als künftiger Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung (Ministro de Vivienda y Urbanismo) vorgestellt. Mit dem Amtsantritt Borics am 11. März 2022 übernahm Montes das Ministerium und folgte Felipe Ward nach.

Zu den zentralen wohnungspolitischen Vorhaben während seiner Amtszeit gehörte der 2022 vorgestellte Plan de Emergencia Habitacional, mit dem die Regierung auf das Wohnungsdefizit in Chile reagierte.

Montes blieb während der gesamten Amtszeit Borics Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung und schied mit deren Ende am 11. März 2026 aus dem Amt. Sein Nachfolger wurde Iván Poduje.

Einzelnachweise

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