mini|Giorgio Boccardo (2023) Giorgio Davide Boccardo Bosoni (* 20. Februar 1982 in Viña del Mar) ist ein chilenischer Soziologe, Hochschullehrer und Politiker. Von März 2022 bis April 2025 war er Unterstaatssekretär für Arbeit und anschließend bis März 2026 Minister für Arbeit und soziale Sicherung in der Regierung von Gabriel Boric.
Leben
Ausbildung und akademische Tätigkeit Boccardo studierte Soziologie an der Universität von Chile. Dort absolvierte er anschließend ein Masterstudium in Lateinamerikastudien und wurde in Sozialwissenschaften promoviert.
Er war als Hochschullehrer und Forscher an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität von Chile tätig. Zu seinen Forschungsgebieten gehören unter anderem der Arbeitsmarkt, Arbeitsprozesse sowie quantitative Methoden und die Analyse sozialwissenschaftlicher Daten.
Von 2012 bis 2022 leitete Boccardo die Fundación Nodo XXI. Dort war er an Forschungsprojekten zu arbeitsmarktpolitischen Themen sowie an der Ausarbeitung von Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben und Vorschlägen für den chilenischen Verfassungskonvent beteiligt.
Hochschulpolitik Während seines Studiums war Boccardo in der Hochschulpolitik aktiv. Von 2006 bis 2007 war er Präsident der Studentenföderation der Universität von Chile (Federación de Estudiantes de la Universidad de Chile, FECh).
Von 2008 bis 2010 gehörte er als Vertreter der Studierenden der Fakultät für Sozialwissenschaften dem Universitätssenat der Universität von Chile an.
Regierung Boric Nach dem Wahlsieg von Gabriel Boric wurde Boccardo zum Unterstaatssekretär für Arbeit (Subsecretario del Trabajo) ernannt. Er trat das Amt am 11. März 2022 an.
Während seiner Amtszeit war die Unterstaatssekretärsebene unter anderem an der parlamentarischen Bearbeitung und Umsetzung arbeitsrechtlicher Vorhaben der Regierung beteiligt. Dazu gehörten die schrittweise Verkürzung der regulären Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden, Regelungen zur Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben sowie Änderungen am System der beruflichen Qualifizierung ChileValora.
Nach dem Rücktritt von Arbeitsministerin Jeannette Jara übernahm Boccardo zunächst die Leitung des Ministeriums. Am 8. April 2025 ernannte Präsident Boric ihn zum Minister für Arbeit und soziale Sicherung (Ministro del Trabajo y Previsión Social). Er folgte damit Jara im Amt nach.
Zu den Aufgaben des Ministeriums während seiner Amtszeit gehörte insbesondere die Umsetzung der 2025 beschlossenen Rentenreform. Bei seiner Ernennung beauftragte Boric ihn außerdem mit der weiteren parlamentarischen Behandlung eines Gesetzesvorhabens zur Kinderbetreuung (Sala Cuna para Chile).
Boccardo blieb bis zum Ende der Amtszeit Borics am 11. März 2026 Minister für Arbeit und soziale Sicherung.
Einzelnachweise
Kategorie:Arbeitsminister (Chile) Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Soziologe (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität von Chile) Kategorie:Chilene Kategorie:Geboren 1982 Kategorie:Mann