mini|Marcela Ríos (2022)

Marcela Alejandra Ríos Tobar (* 14. Dezember 1966 in Santiago de Chile) ist eine chilenische Soziologin, Politikwissenschaftlerin und Politikerin. Von März 2022 bis Januar 2023 war sie Ministerin für Justiz und Menschenrechte in der Regierung von Gabriel Boric. Seit 2023 ist sie Regionaldirektorin für Lateinamerika und die Karibik beim International Institute for Democracy and Electoral Assistance (International IDEA).

Leben

Ausbildung Ríos wurde am 14. Dezember 1966 in Santiago de Chile geboren. Sie studierte Soziologie und Lateinamerikastudien an der York University in Kanada. Anschließend erwarb sie einen Masterabschluss in Sozialwissenschaften an der Facultad Latinoamericana de Ciencias Sociales (FLACSO) in Mexiko und promovierte in Politikwissenschaft an der University of Wisconsin–Madison.

Berufliche Laufbahn Ríos war mehr als 14 Jahre für das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) in Chile tätig. Dort arbeitete sie unter anderem als Koordinatorin für Governance und als stellvertretende Repräsentantin.

Daneben war sie in Forschung und Lehre tätig. Zu ihren Arbeitsgebieten gehörten Governance, Wahlsysteme, politische Institutionen und Geschlechterfragen. Sie gehörte außerdem dem Vorstand der Organisation Comunidad Mujer an.

Während der ersten Regierung von Michelle Bachelet gehörte Ríos 2006 einer Kommission zur Reform des chilenischen Wahlsystems an. Während Bachelets zweiter Amtszeit wirkte sie an den Kommissionen zur Reform des Rentensystems sowie zu Interessenkonflikten, Einflussnahme und Korruption mit.

Regierung Boric Ríos gehörte der Partei Convergencia Social an. Nach dem Wahlsieg von Gabriel Boric wurde sie zur Ministerin für Justiz und Menschenrechte ernannt. Mit dem Amtsantritt Borics am 11. März 2022 übernahm sie das Ministerium und folgte Hernán Larraín nach.

Am 7. Januar 2023 trat Ríos als Ministerin zurück. Präsident Boric begründete die Annahme ihres Rücktritts mit Unregelmäßigkeiten bei der Umsetzung seiner Entscheidung über die Ende Dezember 2022 gewährten Begnadigungen sowie mit der Notwendigkeit, die politische Leitung des Ministeriums zu stärken. Ihr Nachfolger wurde Luis Cordero Vega.

Weitere Tätigkeit Nach ihrem Ausscheiden aus der Regierung war Ríos unter anderem als Gastwissenschaftlerin am Latin American Centre der University of Oxford sowie als Beraterin tätig.

Ríos wurde Regionaldirektorin für Lateinamerika und die Karibik beim International Institute for Democracy and Electoral Assistance (International IDEA). In dieser Funktion ist sie für die regionalen Programme der Organisation sowie für deren Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen und anderen Partnern zuständig.

Einzelnachweise

Kategorie:Justizminister (Chile) Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Politikwissenschaftler Kategorie:Soziologe (21. Jahrhundert) Kategorie:Absolvent der University of Wisconsin–Madison Kategorie:Chilene Kategorie:Geboren 1966 Kategorie:Frau