mini|hochkant|Wappen derer von Staffhorst im Wappenbuch des Westfälischen Adels Staffhorst (auch Stafhorst, Staphorst o. ä.) ist der Name eines im 19. Jahrhundert erloschenen niedersächsischen Uradelsgeschlechts.
Geschichte Das Geschlecht stammt aus dem gleichnamigen Ort Staffhorst, heute eine Gemeinde im Landkreis Diepholz in Niedersachsen. Besitz hatte die Familie insbesondere im Fürstentum Lüneburg, im Hochstift Osnabrück sowie in der Grafschaft Hoya. Otto Titan von Hefner gibt an, dass die Familie ursprünglich aus Bremen stamme, wo sie mit Heinrich von Staffhorst schon 1330 im Rat der Stadt vertreten war.Kneschke (1858), S. 589 f. In Bremen hat es auch ein Gut ihres Namens gegeben.Hefner (1866), S. 14. Darüber hinaus besaß die Familie auch mindische Lehen.Spiessen (1901–1903), S. 120. Nach Leopold von Ledebur hatte die Familie im Einzelnen Besitz in Dahlhausen (urkundlich 1503), Eisse (1503), Herdembostel (1503–1720), Hassenbergen (1503), Hoya, Liebenau (1791), Magelsen (1503), Malsinghausen (1503), Meringen (1503), Schweringen (1503) und Staffhorst (1270). Ferner im Lüneburgischen Hermannsburg (1680–1791) und Oldendorf (1777–1791).Ledebur (1858), S. 469.
mini|Staffhorstsches Herrenhaus in Hoya, 2018 Urkundlich kommt die Familie bereits 1189 vor. Johann von Staffhorst der Ältere war 1503 Oberamtmann und Vorsteher der Nieder-Grafschaft Hoya sowie herzoglich-braunschweigischer Rat. Maria von Staffhorst zu Hoya (1482–1556) war die Schwiegermutter von Generalleutnant und Landdrost Cordt Plato von Schloen (1577–1650).Elfriede Hornecker: Die Herren von Staffhorst – Spurensuche in der Grafschaft Hoya. Heimatmuseum Grafschaft Hoya, 2015, ISBN 978-3-00-050518-8. Joachim von Staffhorst (1526–1599), Statthalter des Fürstentums Lüneburg, war ab ca. 1551 in erster Ehe mit Margarethe von Quernheim, einer Schwester des Hilmar von Quernheim (* um 1508; † 2. März 1581), verheiratet. Er stand 1589, als er zum Statthalter ernannt wurde, noch in den Diensten des Grafen von Schaumburg. Seine Amtsführung war massiver Kritik durch die anderen Hofräte ausgesetzt, so dass er bereits 1591 von seinem Amt zurücktrat. 1592 wurde er Hauptmann des Amtes Burgdorf. Joachim war in zweiter Ehe mit Margarethe von Reden († 1576) und ab 1579 in dritter Ehe mit Metta von Reden (lebte 1599 noch) verheiratet.Hans Joachim von der Ohe: Die Zentral- und Hofverwaltung des Fürstentums Lüneburg und ihre Beamten, 1955, S. 81.
Ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war das Geschlecht auch im Lüneburgischen ansässig. 1674 erbte die Familie von den von Post zwei allodiale freie Höfe zu Hermannsburg und den freien Sattelhof zu Bekedorf. 1692 wurde die Familie mit zwei Höfen in Oldendorf belehnt, die der Drost von Stechinelli überlassen hatte. Nach dem Aussterben der von Hasselhorst bekamen sie auch den dritten Hof in Oldendorf zu Lehen.
Im Hoyaischen wurden u. a. Cordt Heinrich von Staffhorst (1623–1657), Herr des Staffhorstschen Herrenhaus zu Hoya und zu Hardenbostel, und sein Sohn Johann Friedrich von Staffhorst (1653–1730) bekannt. Johann Friedrich war zunächst Hofmeister des württembergischen Erbprinzen Eberhard Ludwig und wurde 1689 Obervogt von Göppingen, ferner am 2. Februar 1693 Hofmarschall und am 6. März 1693 Mitglied des württembergischen Geheimen Rats. 1699 wurde er mit Schloss Lindach im Oberamt Gmünd belehnt. 1705 bis 1707 war er in diplomatischer Mission in Wien. Später war er Drost in Delmenhorst sowie 1716 kurhannoverscher Geheimer Rat und Landdrost der Herzogtümer Bremen und Verden in Stade. Johann Friedrich war ab 1700 mit Friederike Auguste Freiin von Mentzingen (1677–1754), Hofdame am herzoglichen Hof in Stuttgart, verheiratet. Zu Hoya wohnten auch Ernst von StaffhorstW. C. von Arnswaldt: 256 Ahnen, In: Ad. M. Hildebrandt: Vierteljahrsschrift für Wappen,- Siegel- und Familienkunde. XXXVI. Jahrgang, Hrsg. Herold (Verein), Carl Heymanns Verlag, Berlin 1908, S. 31 (Google Bücher). und Agnes Marie Elisabeth von Staffhorst aus dem Hause Hoya. Sie wurde die Ehefrau von Detlev Alexander von Wenckstern (1708–1792), Präsident des Oberappellationsgerichtes Celle. Ihr Sohn war Friedrich Alexander von Wenckstern (1755–1790), Jurist und Diplomat. Noch 1848 besaß die Familie das Gut zu Hoya, wo die Familie schon 1270 vorkam. Im Lüneburgischen erlosch die Familie mit dem Tod des Vize-Oberstallmeisters von Staffhorst († 1815). In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war sie in der preußischen Provinz Hannover vollständig erloschen.Hildebrandt (1870), S. 21.
Das Wappen der Familie findet sich bis heute in verschiedenen Kirchen:
Persönlichkeiten Joachim von Staffhorst (Domherr), 1587 Domherr zu Minden Joachim von Staffhorst (Statthalter) (1526–1599), Statthalter des Fürstentums Lüneburg Johann Friedrich von Staffhorst (1653–1730), württembergischer und kurhannoverscher Verwaltungsbeamter Joachim Christian Ludwig von Staffhorst (1701–1776), Generalmajor
Stammfolge Folgende Stammfolge zu Hoya ist überliefert:Adolf Matthias Hildebrandt: Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XXXVI. Jg., Berlin 1908, S. 31 ff. (Google Bücher).Brünner Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, 1878, S. 695; 1884, S. 531.
Wappen Blasonierung: In Silber ein grüner Balken mit drei silbernen Kleeblättern belegt. Auf dem gekrönten Helm mit grün-silbernen Helmdecken ein blaues Kreuz, an den Enden je mit drei (grünen) Pfauenfedern besteckt.
Ledebur und Kneschke berichten abweichend von goldenen Kleeblättern. In Siebmacher Wappenbuch und auch alten Ahnenproben ist das Wappen abweichend mit blauem Balken, goldenen Kleeblättern und blau-goldenen Decken dargestellt und das Kreuz selbst besteht aus blauen Federn.Siebmacher (1759), Tfl. 30. Auch auf einer Karte des Fürstentums Lüneburg von 1708 findet sich das Wappen der von Staffhorst mit blauem Balken und goldenen Kleeblättern. Es besteht eine Wappenverwandtschaft mit denen von Torney (siehe auch Strauß und Torney). Die Gemeinde Staffhorst hat Elemente des Wappens derer von Staffhorst in das Gemeindewappen übernommen.
Literatur Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, Band 4. Spaur–Z. Regensburg 1866, S. 14 (Google Bücher). Adolf Matthias Hildebrandt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 2 (Blühender Adel deutscher Landschaften), 9. Abt.: Der Hannöverische Adel, Nürnberg 1870, S. 21 (uni-heidelberg.de) und Tfl. 23 (uni-heidelberg.de). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Friedrich Voigt, Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 589 f. (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 469 (digitale-sammlungen.de). Johann Siebmacher: Johann Siebmachers allgemeines großes und vollständiges Wappenbuch: 2tes Supplement, Nürnberg , Tfl. 30 (digitale-sammlungen.de). 1. Teil, 12. Ausgabe, Nürnberg 1772, Tfl. 189 (uni-goettingen.de). Max von Spiessen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 120 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 303 (hhu.de).
Einzelnachweise
Kategorie:Niedersächsisches Adelsgeschlecht Kategorie:Stammliste