mini|Maurice Rondeau mit Schülern Maurice Rondeau (geboren am 25. August 1911 in Neuvy (Marne); gestorben am 3. Mai 1945 in Cham (Oberpfalz)) war ein französischer Priester, der während des Zweiten Weltkriegs deportiert wurde und in Gefangenschaft an den Folgen seiner Inhaftierung, an Lungentuberkulose, starb. Er wird in der römisch-katholischen Kirche als Seliger verehrt.

Seine Seligsprechung fand am 13. Dezember 2025 in der Kathedrale Notre-Dame de Paris unter dem Vorsitz des Kardinal-Erzbischofs von Luxemburg – Jean-Claude Hollerich statt.

Leben mini|hochkant|Maurice Rondeau, 1938 Maurice Rondeau wurde am 25. August 1911 in Neuvy, bei Esternay, als Sohn von Alfred Michel Henri Rondeau und Blanche Claire Octavie Houdry geboren. Bereits im Februar 1915, im Ersten Weltkrieg, verlor er seinen Vater im Zuge der Argonne-Offensive, als dieser im Kampf gegen die 6. Armee (Deutsches Kaiserreich) fiel. Ab 1924 bereitete er sich auf das Priestertum vor, zunächst durch den Besuch des Bischöflichen Knabenseminars in Meaux und anschließend durch die darauffolgenden Studien im Großen Seminar und im Priesterseminar der Sulpizianer. Am 29. Juni 1936 weihte ihn Frédéric Lamy in der Kathedrale von Meaux zum Priester. Bereits damals galt er als besonders spirituell durchdrungen, wie sein im Zeichen der damaligen Ausbildung und Tradition der französischen Schule geführtes Tagebuch posthum zeigen sollte. Deshalb wurde er daraufhin als Lehrer und Erzieher im Kleinseminar, das er selbst besucht hatte, bestellt und studierte parallel dazu, ab dem Wintersemester 1937/38, Romanistik und Literatur am Institut catholique de Paris. Sein Frohgemut und seine Zugewandtheit gegenüber den Schülern blieben vor Ort in Erinnerung.

Gefangenschaft: 1940–1945 Bereits im August 1939 wurde er im Zuge des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs als Reservist des 7. Infanterieregiments mobilisiert. Im belgischen Hennegau stand er im Mai 1940 den kämpfenden Verbänden der Wehrmacht gegenüber. Im Juni 1940 wurde er gefangen genommen. Er wurde im Stammlager VI-G in der Nähe von Bonn-Duisdorf interniert. Hier entfaltete er eine rege seelsorgerische Tätigkeit, zusammen mit dem Militärgeistlichen Jean Piard (1912–1987). Rondeau gab die Zeitschrift „L’Écho de la Hardthöhe“ bis zu seinem Abzug im September 1943 heraus. Die Zeitschrift war so beliebt, dass sie selbst unter den widrigsten Kriegsumständen von der Académie Française unterstützt wurde. Er selbst bezeichnete diese knapp drei Jahre seiner Gefangenschaft als „Exerzitien“.L’Écho de la Hardthöhe (September, 1943), S. 1 und 3.

Um französische Jugendliche im Rahmen des Service du travail obligatoire seelsorgerisch betreuen zu können, gemäß dem Ausruf der französischen Bischöfe („Operation St. Paul“), legte er seine Militärzugehörigkeit nieder. Nun, als 32-jähriger Zivilist, arbeitete er in der Fabrik Saint-Gobain Glass, in Stolberg. Mit Unterstützung der Fabrikleitung wirkte er weiterhin als Priester im Untergrund – feierte Messen, hörte Beichten und versorgte insgeheim Kranke. Anfang Dezember 1943 verbot das Kaltenbrunner-Dekret die Tätigkeit dieser französischen Priester, die darauf durch die Gestapo aktiv verfolgt wurden. Am 15. August 1944, am Festtag Mariä Himmelfahrt, wurde er verhaftet. Nach Aufenthalten im Sammellager Köln-Deutz und im Konzentrationslager Brauweiler erreichte er am 17. September 1944 das KZ Buchenwald, wo er unter der Häftlingsnummer 81805 erfasst wurde. Überall versah er weiterhin, soweit möglich und unter immer schlimmeren Umständen, seinen priesterlichen Dienst.

Am 14. April 1945 erreichte Rondeau inmitten des unerhörten Grauens der sechs Tage zuvor begonnenen Räumung des Konzentrationslagers Buchenwald das KZ Flossenbürg – in Richtung Süden mit Tausenden weiterer Gefangener geschickt. Unweit von Roding wurde er am 23. April von anrückenden amerikanischen Truppen befreit und bald darauf in das spätere Kreiskrankenhaus, heute Sitz des Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, in Cham verbracht.

Auf dem Sterbebett bat er noch folgende Worte an seinen Bischof mitzuteilen: „Ich habe eine sagenhafte Erfahrung in Händen – jene meines Dienstes in Deutschland, sei es im Konzentrationslager, sei es, bevor ich dort reingekommen bin…diese Erfahrung setzte eine komplette Hingabe des Selbst voraus, die mir dienend beigebracht wurde.“ Von Gram oder Wut war keine Spur, sondern weiterhin nur von seinem Eifer, Priester für die anderen zu sein.

Am 2. Mai 1945 wurde ihm die letzte Ölung gegeben, bevor er am 3. Mai 1945 im besagten Krankenhaus an der Ludwigstrasse, gegenüber der Klosterkirche der Redemptoristen, Maria Hilf, heimgegangen ist. Er wurde in Cham beerdigt und 1949 in das Priestergrab in Meaux umbestattet. Auf seinem dortigen Grabstein lautet die übersetzte französische Inschrift: „Hier ruht Maurice Rondeau, Priester, Lehrer am Kleinseminar in Meaux, Unterfeldwebel im 7. Infanterieregiment und Träger des Kriegskreuzes. Er starb am 3. Mai 1945 in Cham (Bayern) im Alter von 33 Jahren, erschöpft für die Anderen und das Apostolat. Gott hat seine Seele gegeben. Alles, was Christus gelitten hat, haben wir erlitten. Wir haben seine Passion durchlebt. Endlich sind wir zu einem anderen Christus geworden.“

Ehrungen In der Gemeinde Rebais befindet sich ein Denkmal zum Gedenken an Maurice Rondeau. In der Gemeinde Bussy-Saint-Georges befindet sich eine private katholische Mittel- und Oberstufenschule, die seinen Namen trägt.

In der Kathedrale von Meaux wird seiner in einer Seitenkapelle mit weiteren „Märtyrern des Apostolats“, René Boitier (1917–1945) und René Rouzé (1922–1945) gedacht. Naturgemäß besteht ein enger Zusammenhang mit den Märtyrern von Dachauhttps://www.selige-kzdachau.de/index.php/selige/50-selige-maertyrer-frankreich, Häftlinge des dortigen Konzentrationslagers, die mehrheitlich auch im Zuge der Verfolgung der katholischen Kirche durch die Nationalsozialisten gefangen genommen und ermordet worden sind. mini|hochkant|Reliquiar von Maurice Rondeau in der Kathedrale von Meaux

Literatur Secrétariat général de la Conférence des évêques de France / Publications CEF: Les martyrs de l’apostolat. Béatification des «Cinquante», Paris 2026. Timothée Croux/Marie-Laure Gordien: Le bienheureux Maurice Rondeau. Témoin ardent du Christ pour ses compatriotes, Gorges 2025 : Yeshoua Éditions. Armand Duval: Missionnaires et martyrs. 51 témoins du Christ face au nazisme. Portraits spirituels, Paris 2005 : François-Xavier de Guibert. Ignacio Garcia Lascurain Bernstorff: In den gesalbten Händen gekreuzigt. Maurice Rondeau – ein in Cham verstorbener französischer Märtyrer (Online)

Einzelnachweise

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