De frie Danske war ein dänisches illegales Widerstandsblatt und zugleich der Name der Widerstandsgruppe, die es während der deutschen Besatzung herausgab. Das Blatt erschien ab Dezember 1941 in Kopenhagen und war das erste landesweit verbreitete nichtkommunistische illegale Blatt Dänemarks.

Entstehung Ausgangspunkt war die 1940 gegründete Widerstandsgruppe Vædderen; nachdem die dänische Regierung im November 1941 dem Antikominternpakt beigetreten war, brachten konservative Kreise in Kopenhagen im Dezember De frie Danske heraus. Die erste Ausgabe umfasste nur 200 Exemplare; ein Gruppenbericht nach Kriegsende bezifferte die Gesamtproduktion auf rund 672.000 Exemplare sowie etwa 150.000 Flugblätter.Larsen, J. F. (1998). Besættelsens illegale tryk. Fra den første famlen til den problematiske sejr. Magasin fra Det Kongelige Bibliotek, 13(2), 3–25. https://doi.org/10.7146/mag.v13i2.66913 Anfang 1942 schloss sich Edith Bonnesen der Gruppe an; sie lieferte Material für das Blatt und beschaffte außerdem Rationierungskarten und falsche Ausweispapiere sowie Unterstützung für Familien Verhafteter. Im November 1942 nahm der Kreis um das Radiogeschäft Stjerne Radio in der Kopenhagener Istedgade Kontakt zu den Herausgebern auf und vervielfältigte das Blatt ab Dezember im Hinterzimmer; aus diesem Milieu entstand 1943 die frühe Sabotagegruppe Holger Danske. Nach der Gründung des dänischen Freiheitsrats im Jahr 1943 wurde der Industrielle Erling Foss politischer Berater von De frie Danske und vertrat die Gruppe im Rat.Vedel, J. (1983). Oppositionen til Danmarks Frihedsråd 1943/44. Historisk Tidsskrift, 83, 71–103.

Profil und Herstellung Politisch stand De frie Danske dem bestehenden dänischen politischen System vergleichsweise positiv gegenüber: Das Blatt kritisierte einzelne Regierungsentscheidungen, übte aber nur zurückhaltend grundsätzliche Kritik an der Zusammenarbeitspolitik mit der Besatzungsmacht. Seine außenpolitische Loyalität galt dem Vereinigten Königreich und später auch den Vereinigten Staaten, während die Sowjetunion respektvoll, aber weniger warm behandelt wurde. Die Publikation galt als eines der am besten redigierten und illustrierten illegalen Blätter der Besatzungszeit; besondere Bekanntheit erlangte die Invasionsausgabe von 1944 im Vierfarbdruck. Die Herstellung war dezentral: Mehrere Gruppen vervielfältigten das Blatt, fertigten neue Matrizen an und ergänzten aktuelle Nachrichten, während die Auflage bis zur Befreiung auf etwa 20.000 Exemplare anwuchs.

Verfolgung und Ende In den ersten beiden Jahren wurden fast hundert Mitarbeiter und Helfer des Blattes verhaftet.Nyholm, J. (1947). Danish underground publications. Scandinavian Studies, 19(7), 261–269. Im Herbst 1942 wurde Bonnesen im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen De frie Danske und die SOE-Strukturen dreimal festgenommen, jedoch jeweils nach wenigen Tagen freigelassen und im Februar 1943 freigesprochen. Trotz der Verfolgung erschien das Blatt weiter; die letzte in der historischen Sammlung nachgewiesene Ausgabe datiert vom 24. Mai 1945.

Einzelnachweise

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