Bent Karlby (* 30. März 1912 in Aarhus; † 24. Januar 1998) war ein dänischer Architekt und Designer, der Tapeten, Leuchten und weiteren Objekte der Wohnkultur des mittleren 20. Jahrhunderts entwarf. Seine Arbeit war dekorativ und modernistisch; er galt als führender dänischer Tapetengestalter der 1940er- und 1950er-Jahre und war langjähriger Designer für den Leuchtenhersteller LYFA, dessen Leuchten bis heute als Designikonen gelten.

Leben Nach seiner Ausbildung an der Technischen Schule in Aarhus 1932 arbeitete Karlby von 1934 bis 1939 im Büro Vilhelm Lauritzens, 1939/1940 bei Palle Suenson und von 1941 bis 1943 bei Ernst Kühn; im Jahr 1944 machte er sich mit einem eigenen Atelier selbständig. Während der deutschen Besatzung Dänemarks beteiligte er sich am Widerstand und war mit dem Dansk-Svensk Flygtningetjeneste sowie De frie Danske verbunden. Von 1943 bis 1945 hielt er sich in Stockholm auf; weitere Reisen führten ihn 1946 ins Vereinigte Königreich, in die Niederlande und nach Belgien sowie 1947 in die Vereinigten Staaten. Karlby war ein Sohn des Großhändlers Valdemar Axel Karlby und Marie Magdalene Gottlieb und heiratete 1935 die Weberin Hannah Gorki Schmidt.

Wirken Karlby entwarf nur wenige Gebäude und realisierte gemeinsam mit Nils Koppel mehrere kleinere Wohnbauten; zu ihnen gehörte sein 1942 errichtetes eigenes Haus im Hundesøvej in Gentofte, in dem er 17 Jahre lang lebte. Sein übriges Werk umfasste Tapeten, Leuchten, Textilien, Rattanmöbel und kunsthandwerkliche Arbeiten; mit Bo for To veröffentlichte er 1942 zudem ein Buch über Wohnungseinrichtung. In den 1940er-Jahren entwickelte er naturalistische Tapetenmuster nach Motiven der dänischen Wildflora und trug damit zur Popularisierung der Künstlertapete in Dänemark bei; in den 1950er-Jahren wandte er sich stärker halb-abstrakten Mustern zu, die alltägliche Gegenstände und Materialien zum Ausgangspunkt nahmen. In der Ausstellung Tapet i tiden des dänischen Nationalmuseums wurden 2014 mehrere seiner Tapeten gezeigt; zu den dort hervorgehobenen Entwürfen gehörte Cocktail. Anfang der 1940er-Jahre begann Karlbys Zusammenarbeit mit LYFA; Kina entstand 1943/1944 und kam 1950 in den Handel und die 1946 entworfene Leuchte P162 wurde seit 1952 unter dem Namen Peanut geführt. Die asymmetrische Pendelleuchte Ninotchka (1954) nahm die auffällige Kopfbedeckung Greta Garbos im Film Ninotchka (1939) zum Ausgangspunkt. Mit Mosaik entwickelte Karlby 1959 ein modulares Leuchtenprinzip aus konischem Schirm und Messingrohr, aus dem unterschiedliche Varianten hervorgingen. In seinem späteren Leuchtendesign traten klare geometrische Grundformen und kräftige Farben stärker hervor; zu seinen bekannten Pendelleuchten zählen neben Peanut, Kina, Ninotchka und Mosaik auch Barcelona und PAN. Seine Leuchten zielen auf Lichtwirkung und nehmen skulpturale Formen ein.

Einzelnachweise

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