Die Schleuse Alt-Schadow befindet sich etwa am Gewässerkilometer 153,300 der Spree am südlichen Ortsrand von Alt-Schadow, einem Ortsteil der Gemeinde Märkische Heide im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. Die Schleusenanlage mit Nadelwehr ist in der Liste der Baudenkmale in Märkische Heide als einziges Baudenkmal aufgeführt.Denkmalliste OBJ-Dok-Nr. 09140590

Geschichte Die denkmalgeschützte Schleuse aus dem Jahr 1911 besteht aus zwei separat gegründeten Schleusenhäuptern und einer kesselförmigen Schleusenkammer. Die Schleusenhäupter sind aus Ziegeln gemauert und die schrägen Schleusenwände sind mit großen Natursteinen gepflastert und als Schwergewichtswände ausgelegt. Die Schleusentore sind aus Holz. Die Nadeln im Nadelwehr sind ebenfalls aus Holz. Die Schleuse und das dazugehörige Nadelwehr haben eine besondere Bedeutung für den Wasserhaushalt des Biosphärenreservates Spreewald, da es am Ausgang des Spreewaldes einen Konzentrationspunkt für den Wasserrückhalt darstellt.Märkische Allgemeine Zeitung, Dienstag, 11. August 2026, S. 7 Die Schleuse war bisher mit Schleusenpersonal besetzt. Eine Umtragung der Schleuse ist möglich. Die Fallhöhe wird zwischen 0,30 Metern bis zu einem Meter angegeben.

Schleusensperrung und Neubau Für die im Jahr 1911 erbaute und in die Jahre gekommene Kesselschleuse ist ein Ersatzbau in Planung. Die wiederholt und zuletzt 2019 instandgesetzte Schleuse ist aufgrund schwerwiegender technischer Mängel voraussichtlich bis Ende 2028 gesperrt. Die Bausubstanz weist nicht reparable Schäden auf. Die Auswertung aller erkennbaren Schäden an der Schleuse ergaben, dass die Standsicherheit und die Betriebssicherheit nicht mehr gegeben ist. Muskelkraft angetriebene Boote können weiterhin die Ein- und Ausstiegsstellen ober- und unterhalb der Schleusenanlage zum Umtragen am Wehr nutzen.

Die alte Schleuse mit Nadelwehr wird durch ein modernes Bauwerk, bestehend aus Wehr, Schleuse und Fischpass ersetzt werden. Mit der Baumaßnahme wird gleichzeitig der Anpassung der wasserwirtschaftlichen Infrastruktur an die Folgen des Braunkohleausstieges Rechnung getragen. Das wieder im Südarm der Spree entstehende Wehr wird als modernes Schlauchwehr gebaut. Damit wird künftig der Wasserrückhalt und die Möglichkeit der Wasserbewirtschaftung verbessert. Die Stauhaltung kann zukünftig bei Bedarf ganzjährig aufrechterhalten werden. Ergänzt wird die neue Anlage mit einem Fischpass. Da das Wehr im Flusslauf sich zwischen großen Seen, wie dem Glower See, dem Schwielochsee und dem Neuendorfer See befindet, wird nach über 125 Jahren auch der Fischwanderweg von der Krummen Spree in den Spreewald wieder ganzjährig hergestellt.

Für die Umsetzung des Projektes stellen die EU, die Bundesrepublik Deutschland und das Land Brandenburg etwa 17 Millionen Euro bereit.

Karten Folke Stender: Redaktion Sportschifffahrtskarten Binnen 1 + 4. Nautische Veröffentlichung Verlagsgesellschaft, ISBN 3-926376-10-4.

Weblinks

Spreewald.de Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz (MLEUV)

Einzelnachweise

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