Der Studen-Kladenez-Stausee () ist mit einer Fläche von 27,8 Quadratkilometern der drittgrößte Stausee Bulgariens. Er liegt am Mittellauf des Flusses Arda südöstlich der Stadt Kardschali im östlichen Rhodopengebirge im Süden des Landes. Seine Wasser überstauen größtenteils die Schlucht Eisernes Tor.

Die Vorbereitungen für den Bau des Staudammes begannen 1954, die Bauarbeiten selbst starteten im darauffolgenden Jahr und waren von zahlreichen Schwierigkeiten aufgrund des immer wieder hohen Wasserstandes der Arda begleitet. Die offizielle Eröffnung fand am 15. Juni 1958 statt.

Lage Der Stausee liegt zwischen den Nordhängen des Stramni Rid (Стръмни рид) im Süden und den Südhängen des Gorata (Гората) im Norden auf der Grenze zwischen den Oblasten Chaskowo und Kardschali. Während des Baus des Staudamms wurde das ehemalige Dorf Darez (Дарец) vollständig überflutet.

Merkmale Das Einzugsgebiet des Staudammes umfasst eine Fläche von 3707,5 Quadratkilometern mit einem durchschnittlichen jährlichen Abfluss von 1600 Millionen Kubikmetern.

Laut ursprünglicher Planung fasste der Stausee 489 Millionen Kubikmeter, doch Messungen aus dem Jahr 2001 ergaben einen Rückgang auf 387,8 Millionen Kubikmeter bei einer überfluteten Fläche von 27,8 Quadratkilometern. Grund für diesen Rückgang ist die intensive Sedimentablagerung, die erst nach dem Bau des Kardschali-Staudammes in den 1970er Jahren abnahm. Der See erstreckt sich über 25 Kilometer entlang des Ardatales und reicht bis zur Stadt Kardschali.

Die Staumauer ist eine Gewichtsstaumauer aus Beton, bestehend aus 27 Blöcken. Sie ist an ihrer höchsten Stelle 67,5 Meter hoch und an der Krone 338 Meter lang. An der Basis ist die Staumauer 61 Meter breit, an der Krone 8 Meter. Auf der Dammkrone verläuft eine 6 Meter breite Straße. Der Überlauf, der sich auf neun Blöcken in der Mitte der Staumauer befindet, hat eine Kapazität von 3600 m³/s, der Hauptauslass von 180 m³/s.

Funktionen Hauptzweck des Wasserkraftwerkskomplexes ist die Regulierung des großen und stark schwankenden saisonalen Abflusses der Arda sowie die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen und die Stromerzeugung durch das Wasserkraftwerk Studen Kladenez. Die sechs Turbinen mit einer Gesamtleistung von 85 Megawatt erzeugen aktuell im Durchschnitt etwa 165 Millionen Kilowattstunden per annum, in den 1960er Jahren betrug die mittlere Jahresstromproduktion noch rund 208 Millionen Kilowattstunden laut Angaben der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften aus 1969.

Darüber hinaus wird der Stausee für Fischzucht und Wassersport (Rudern, Tretbootfahren) genutzt.

Naturschutz An den Nordhängen des Studen-Kladenez-Stausees wurde das Schutzgebiet „Golemijat sipej“ (Големият сипей) und an seinen Südhängen das Naturschutzgebiet „Waltschi dol“ (Вълчи дол) eingerichtet.

In den letzten Jahren dient der See den Rosapelikanen (Pelecanus onocrotalus), die als Brutvogel im Land verschwunden sind, als Rastplatz während ihres Herbstzuges nach Süden.

Bildergalerie

Topographische Karte TK 100 BG Blatt K-35-88

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Einzelnachweise

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