Die Violettschultertangare (Thraupis cyanoptera, Syn.: Saltator cyanopterus, Tangara cyanoptera, Tanagra mornata, Tanagra episcopus) ist eine Vogelart aus der Familie der Tangaren (Thraupidae), die in den Küstengebieten im südöstlichen Brasilien von Minas Gerais bis Rio Grande do Sul endemisch ist. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt. Die Art ist monotypisch.

Merkmale Die Violettschultertangare erreicht eine Körperlänge von ca. 18,0 cm bei einem Gewicht von ca. 41,0 bis 46,0 g. Es ist eine ziemlich große Tangare mit kräftigem Schnabel und bläulichem Gefieder. Die Zügel sind dunkel, ansonsten sind Kopf und Oberseite einheitlich graublau, mehr blau als grau, gefärbt. Der Mitte des Oberkopfs ist eher bläulich, zum Bürzel, zu den Oberschwanzdecken und zum Schwanz hin wird es leuchtend blau. Die kleinen und mittleren Flügeldecken glänzen tief violettblau, die großen Flügeldecken wirken dagegen düster mit breiten, hell türkisblauen Säumen. Die große Handdecken und Schwungfedern sind düster gefärbt und haben beide breit hell türkisblaue Säume. Die Kehle und die Unterseite ist blasser graublau als die Oberseite mit kontrastierendem grünlichen Anflug an den Flanken. Die Iris ist dunkel braun, der Oberschnabel schwärzlich, der Unterschnabel kontrastierend blaugrau und die Beine dunkel horngrau. Die Geschlechter ähneln einander. Jungvögel ähneln den Altvögeln, wirken jedoch in der Färbung matter.Steven Leon Hilty (2020)

Lautäußerungen Der Gesang der Violettschultertangare unterscheidet sich deutlich von dem verwandter Arten. Er beginnt mit einer leisen Abfolge wirrer Töne und endet mit mehreren klaren, melodischen Lauten. Diese klingen wie jittle-jittle-jittle, jiiyr-jurr, werden rasch vorgetragen und zwei- bis dreimal wiederholt. Zudem wird er auch als quietschender luk hiire, right hiiere, drink-drink-jrrr umschreiben, der anfangs komplex beginnt, gegen Ende langsamer und melodischer wird. Der Ruf ist ein dünnes, gepresstes suii, das jenem anderer Arten der Gattung stark ähnelt. Zudem sind verschiedene quietschende Laute zu hören.

Fortpflanzung Zur Brutbiologie der Violettschultertangare ist nur bekannt, dass sie im Oktober in Espírito Santo brütet. Ein Gelege besteht aus zwei blassblauen Eiern mit spärlichen über die gesamte Oberfläche verteilte kleinen purpurschwarzen Sprenkelpunkten.

Verhalten und Ernährung Die Violettschultertangare ernährt sich von Früchten der Schwarzmundgewächse und Livistona. Das Nahrungssuch- und Fressverhalten ähnelt stark dem der Sayacatangare (Thraupis sayaca (, 1766)). In Espírito Santo wurde die Art bei der Nahrungssuche in gemischten Schwärmen beobachtet, während sie in der Nähe von Rio de Janeiro nicht in solchen Schwärmen angetroffen wurde. In Rio Grande do Sul wurde sie nur während des Südwinters nachgewiesen und in reinen Artgruppen von 15 bis 20 Individuen gesichtet. Die Nahrungssuche erfolgt in hohen Bäumen. In Espírito Santo wurde die Art dabei beobachtet, wie sie in großen Ästen und Zweigen das Moos absuchte. Im Vergleich zur Sayacatangare wurde ein aggressives Verhalten festgestellt.

Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet der Violettschultertangare (grün) Die Violettschultertangare bevorzugt feuchten Bergwald, offenen Wald, Sekundärwald und Waldränder. Insgesamt ist sie deutlich stärker an den Wald gebunden als die meisten verwandten Arten. Sie ist vorwiegend an den zum Meer hin ausgerichteten Hängen der Serra do Mar anzutreffen. Hier kommt sie in Höhenlagen vom Tiefland bis auf 1600 Meter Höhe, meist unterhalb von 1200 Meter, vor. Das Verbreitungsgebiet zieht sich vom südöstlichen Bahia, Espírito Santo und dem östlichen Minas Gerais südlich über die Küstenhänge der Serra do Mar bis ins nördliche Rio Grande do Sul.

Migration Die Violettschultertangare ist vermutlich ein Standvogel. Im äußersten Süden des Verbreitungsgebiets ist sie möglicherweise Zugvogel.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung der Violettschultertangare erfolgte 1817 durch Louis Pierre Vieillot unter dem wissenschaftlichen Namen Saltator cyanopterus. Als Verbreitungsgebiet gab er Brasilien an.Louis Pierre Vieillot (1817), S. 104. 1826 führte Friedrich Boie die für die Wissenschaft neue Gattung Thraupis für die Schmucktangare (Thraupis ornata (, 1789)) (Syn: Thraupis archiepiscopus ( 1806)) ein.Friedrich Boie (1826), S. 974 . Dieser Begriff leitet sich aus ab.Thraupis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname cyanoptera ist ein Wortgebilde aus und .cyanoptera The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. Laubmann sah in Thraupis cyanoptera eine nicht sichere Art für Paraguay. In der Literatur betrachtete er deshalb nur das Departamento Alto ParanáArnaldo de Winkelried Bertoni (1926), S. 397. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni als einzig möglichen Nachweis für das für das Land. Allerdings erwähnte Bertoni die Art als möglichen Migranten.Alfred Laubmann (1940), S. 159. So dürfte es sich hierbei um einen Irrgast oder falsch identifizierten Vogel handeln. Tanagra episcopus , 1835 und Tanagra mornata , 1835William Swainson (1835), Tafel 39 & 40. werden heute als Synonyme betrachtet.Die Daten der Publikationsgeschichte des Werkes werden in Nora Fisher McMillan (1970) und Marvin Ralph Browning, Burt Leavelle Monroe, Jr. (1991) diskutiert. Das Datum der Tafel 39 & 40 wird als Teil der Lieferung 4 vom 2. Januar 1835 angegeben. Im Jahr 1841 erschien dasselbe Werk erweitert um die Tafeln 63 bis 78 im Verlag Henry G. Bohn. Episcopus hat seinen Ursprung in .episcopus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Mornata ist vermutlich eine Falschschreibung für inornatus und bedeutet und .ornata The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Tangaren