mini|Gotthard Johann von Marquard, Schabkunst-Porträt von Elias Christoph Heiß Gotthard Johann von Marquard (* 5. Mai 1645 in Lübeck; † 27. Juli 1710 in Wetzlar) war ein deutscher Jurist und Prokurator am Reichskammergericht.
Leben Gotthard Johann Marquard war ein Sohn des Lübecker Bürgermeisters Johann Marquard und dessen Frau Anna Rosina, geb. Tanck, einer Tochter von Otto Tanck. Gotthard Marquard war sein Vetter.
Er besuchte das Katharineum zu Lübeck. Schon 1658 wurde er mit seinem Bruder Otto Christoph Marquard (1641–1678), später Prokurator am Obertribunal Wismar, und seinem Vetter an der Universität Rostock immatrikuliert.Eintrag im Rostocker Matrikelportal Er studierte hier nur kurz (wenn überhaupt) und dann vier Jahre an der Universität Helmstedt. 1669 ging er über Leipzig an die Universität AltdorfEintrag im Album Academicum Altorphinum, wo er 1671 nach einer Disputation über den Gerichtsstand vornehmer Personen (de foro competente personarum illustrium) zum Dr. jur. promoviert wurde.
Er ging nach Regensburg, um praktische Erfahrungen beim Immerwährenden Reichstag zu sammeln und kam dann im Oktober als Advokat ans Reichskammergericht in Speyer. 1674 wurde er hier Prokurator.
Gotthard Johann Marquard vertrat vor dem Reichskammergericht verschiedene fürstliche Häuser und Reichsstände in Prozessen, die sich über Jahre hinzogen, darunter Baden-Durlach in dessen Auseinandersetzung mit Württemberg. 1688, im Pfälzischen Erbfolgekrieg, floh er vor den anrückenden Franzosen nach Gießen. Mit der Wiereinrichtung des Reiskammergeichts in Wetzlar zog er 1690 dorthin.
Mit Patent vom 22. Januar 1701 erhielt er durch Kaiser Leopold I. den Reichsadel unter Bestätigung der seinem Vater 1645 als Ritter des Markusordens verliehenen Privilegien.
Gotthard Johann von Marquard war seit 1671 verheiratet mit Anna Catharina, geb. Mohr († 1691), einer Tochter des Assessors am Reichskammergericht Georg Friedrich Mohr († 1668). Das Paar hatte sechs Kinder, darunter den Sohn Georg Friedrich von Marquard (1672–1740), der ebenfalls Jurist und Vizepräsident des Oberappellationsgerichts Celle wurde.
Werke Praeside Divino Numine, Autoritate Magnifici Atque Amplissimi Iuris-Consultorum Ordinis In Inclyta Noricorum Academia, De Foro Competente Personarum Illustrium / Pro Licentia Summos In Utroque Iure Honores Et Privilegia Doctoralia Consequendi, Publice Disputaturus Est. Gothard Johan-Marquart Lubecensis. Ad Diem 27. Septembr. Anno MDCLXX. Altdorf: Winterberg 1670 ( Digitalisat) Schrifft- Anstatt Mündlichen Submissions-Recess, Anwalts / und in Sachen Baden-Durlach Contra Wirtemberg... Speyer 1656 (Digitalisat) Underthänigste Exceptions-Schrifft / und Warhaffte Vorstellung Anwalts / und in Sachen Baden-Durlach / Contra Wirtemberg : Mit Beylagen ... 1685 (Digitalisat)
Literatur Gotthardus Ioannes de Marquart, in: Johann Henrich von Seelen: Athenae Lubecenses. Band 2, Lübeck 1720 (Digitalisat), S. 83ff Christian Gottlieb Jöcher: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Band 3 (M–R), Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig 1751 , Sp. 201f
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geboren 1645 Kategorie:Gestorben 1710 Kategorie:Mann Kategorie:Person (Reichskammergericht) Kategorie:Jurist in der Frühen Neuzeit Kategorie:Nobilitierter (HRR) Kategorie:Absolvent der Universität Altdorf