mini|Judith Marín (2026)
Judith Makarena Marín Morales (* 24. Dezember 1995) ist eine chilenische Lehrerin und Politikerin. Sie ist Mitglied und Generalsekretärin der christlich-konservativen Partido Social Cristiano (PSC). Von 2021 bis 2024 gehörte sie dem Gemeinderat von San Ramón an. Seit dem 11. März 2026 ist sie Ministerin für Frauen und Geschlechtergleichstellung in der Regierung von Präsident José Antonio Kast.
Leben
Ausbildung Marín wuchs in einer evangelischen Familie im Stadtviertel La Bandera in der Región Metropolitana de Santiago auf. Ihre Grundschulzeit absolvierte sie an der Escuela Ciudad de Lyon in El Bosque, anschließend besuchte sie eine evangelisch-christliche weiterführende Schule.
An der Universidad de Santiago de Chile studierte sie Spanisch und Philosophie auf Lehramt. Während ihres Studiums gehörte sie der Leitung einer evangelischen Studentengruppe der Universität an.
Gesellschaftliches Engagement Marín engagierte sich öffentlich in gesellschaftspolitischen und bioethischen Fragen und vertritt sozialkonservative Positionen. Sie bezeichnete sich als Lebensrechtsaktivistin und sprach sich gegen eine Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in Chile aus.
Im Juli 2017 wurde sie während einer Sitzung zur Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in drei gesetzlich definierten Fällen von den Carabineros de Chile aus dem Gebäude des chilenischen Nationalkongresses gebracht, nachdem sie einer Aufforderung zum Verlassen des Saales nicht nachgekommen war.
Politische Laufbahn Ihre politische Laufbahn begann Marín als parlamentarische Mitarbeiterin des Abgeordneten Eduardo Durán. Später trat sie der Partei Renovación Nacional (RN) bei. Bei den Kommunalwahlen 2021 wurde sie für das Bündnis Chile Vamos in den Gemeinderat von San Ramón gewählt. Sie erhielt 868 Stimmen beziehungsweise 2,58 Prozent der Stimmen.
Nach ihrem Austritt aus Renovación Nacional beteiligte sie sich an der Gründung der Partido Social Cristiano. Bei den Kommunalwahlen 2024 kandidierte sie als PSC-Mitglied für eine weitere Amtszeit im Gemeinderat von San Ramón. Mit 1841 Stimmen beziehungsweise 3,83 Prozent wurde sie nicht wiedergewählt.
Bei der Parlamentswahl in Chile 2025 kandidierte Marín im 12. Wahlbezirk für das Bündnis Cambio por Chile. Sie erhielt 15.524 Stimmen beziehungsweise 2,51 Prozent und zog nicht in die Abgeordnetenkammer ein.
Ministerin Im Januar 2026 wurde Marín von Präsident José Antonio Kast als Ministerin für Frauen und Geschlechtergleichstellung für dessen Kabinett nominiert. Sie war dabei das einzige Mitglied der Partido Social Cristiano im Kabinett. Das Amt übernahm sie mit dem Amtsantritt der Regierung Kast am 11. März 2026. Als politische Schwerpunkte nannte sie unter anderem die Stärkung der Familie, die Bekämpfung häuslicher Gewalt und Maßnahmen zur Unterstützung von Müttern.
Ihre Ernennung wurde von Teilen der Opposition und feministischen Organisationen kritisiert. Gegenstand der Kritik waren insbesondere ihre religiöse Prägung und ihre Positionen zu sexuellen und reproduktiven Rechten. Im politischen Diskurs wurde Marín zudem mit angeblichen Exorzismuspraktiken in Verbindung gebracht; ihre Partei wies entsprechende Darstellungen zurück.
Einzelnachweise
Kategorie:Minister (Chile) Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Parteifunktionär (Chile) Kategorie:Schullehrer Kategorie:Mitglied der Renovación Nacional Kategorie:Chilene Kategorie:Geboren 1995 Kategorie:Frau