mini|hochkant|alternativtext=Zeitungsanzeige|Werbeanzeige für die Schauspielschule des Deutschen Theaters (1906) José Maria Lepanto (geboren am 23. März 1853seine Reichsfilmkammerakte nennt das Jahr 1854 in Costa Rica; gestorben am 12. August 1939 in Berlin) war ein costaricanisch-deutscher Schauspieler und Lehrer in Stimmbildung und Sprecherziehung an der Schauspielschule des Deutschen Theaters zu Berlin.
Leben und Wirken José Maria Lepanto wurde in Costa Rica geboren und kam mit neun Jahren nach Deutschland. Eigentlich sollte er ein Studium an der Technischen Hochschule in Hannover (heute: Leibniz Universität Hannover) aufnehmen, doch er widersetzte sich dem Wunsch seiner Eltern und entschied sich, ans Theater zu gehen. Seine schauspielerische Ausbildung erhielt er bei Alexander Strakosch in Wien.
Lepanto hatte zahlreiche Engagements: u. a. in Brünn, am Meininger Hoftheater (1883–1885), Hoftheater Stuttgart (1889–1894),Personalakten des Kgl. Hoftheater Stuttgart, Staatsarchiv Ludwigsburg E 18 II Bü 608. Königlichen Theater Wiesbaden (1894–1896).Personalunterlagen Staatstheater Wiesbaden, Hessisches Landesarchiv, Sign. 3038. Sein Rollenfach war das des „Jugendlichen Helden“ und „Charakterdarstellers“. Für seine Darstellungen des Ferdinand in Kabale und Liebe von Friedrich Schiller und des Leopold in Die Anne-Liese von Hermann Hersch bei einem Gastspiel in München wurde er 1883 von der Kritik für seine schauspielerische Wandlungsfähigkeit gelobt: „Es ist merkwürdig, wie ganz verschiedene Figuren Herr Lepanto, der ein noch junger Mann zu sein scheint, auf die Bühne stellte.“ Als Lepanto 1888 den Hamlet in Stuttgart spielte, wurde er insbesondere für seine Sprache gelobt. Insgesamt erwies er sich als ein so „starkes Talent, daß er zweimal Nachfolger von Joseph Kainz werden sollte.“
Als Max Reinhardt 1905 die Schauspielschule des Deutschen Theaters (heute: Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch) eröffnete, gehörte Lepanto dem ersten Lehrerkollegium an und unterrichtete die Fächer Stimmbildung und Sprechtechnik. Seine methodischen Grundlagen legte er in einem Lehrbuch über Sprech- und Gesangsunterricht (1911) dar. Demnach komme es „bei der Tonbildung hauptsächlich auf das richtige Hören an.“ Insgesamt 18 Jahre unterrichtete er an der von Bertold Held geleiteten Schauspielschule und schied erst im hohen Alter von 70 Jahren aus dem Kollegium aus.
Noch bis Mitte der 1930er-Jahre trat Lepanto als Filmschauspieler in kleineren Rollen auf. Zuletzt bezog er finanzielle Unterstützung von der Goebbels-Stiftung Künstlerdank.José Maria Lepanto in den Unterlagen der Reichskulturkammer
Schauspiel Film 1932: Theodor Körner, Regie: Carl Boese, Drehbuch: Franz Rauch (Aafa-Film AG, Berlin) 1933: Anna und Elisabeth, Regie: Frank Wisbar, Drehbuch Gina Fink und Frank Wisbar (Kollektiv-Film GmbH, Berlin) 1934: Ein Walzer für Dich, Regie: Georg Zoch, Drehbuch: Hans H. Zerlett und Georg Zoch (Dr. V. Badal-Filmproduktion GmbH, Berlin) 1934: Heinz im Mond, Regie und Drehbuch: Robert A. Stemmle (Cicero-Film GmbH, Berlin)
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Gesangspädagoge Kategorie:Person (Berlin) Kategorie:Deutscher Kategorie:Costa-Ricaner Kategorie:Geboren 1853 Kategorie:Gestorben 1939 Kategorie:Mann