Julia Borst (geboren 1981) ist eine deutsche Romanistin. Sie ist Professorin an der Universität Bremen im Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften. Sie ist Preisträgerin des Heinz Maier-Leibnitz Preises 2021.

Leben Julia Borst machte 2000 ihr Abitur am Staatlichen Gymnasium Bad Kissingen. Anschließend studierte sie Romanische Philologie (Französisch, Spanisch und Portugiesisch) und Wirtschaftspolitik an der Universität Freiburg und schloss 2007 mit einem Magister artium ab. In ihrer Masterarbeit befasste sie sich mit dem Thema „La machine se met en branle: Der Kapitalismus im Zyklus der Rougon-Macquart von Émile Zola“. 2014 promovierte sie an der Universität Hamburg im Fach Romanische Philologie, Literaturwissenschaft mit einer Arbeit zu Gewalt und Trauma im haitianischen Gegenwartsroman unter der Betreuung von Markus Klaus Schäffauer. Der Titel ihrer Dissertation lautet „Geschichten der Zer/Verstörung. Zur Fiktionalisierung der traumatischen Gewalterfahrung der Post-Duvalier-Ära im zeitgenössischen haitianischen Roman am Beispiel von Lyonel Trouillot und Yanick Lahens“.

Seit 2015 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bremen. Seit 2018 engagiert sie sich dort als zweite Sprecherin des Instituts für Postkoloniale und Transkulturelle Studien (INPUTS). 2020 war sie Mitgründerin des Forschungszentrums Digital Diaspora, das Teil der interdisziplinären Forschungsplattform Worlds of Contradiction (WOC) der Universität Bremen ist. Von 2018 bis 2024 leitete sie ein DFG-Projekt zur afrikanischen Diaspora in Spanien und afrospanischer Literatur und Kultur mit dem Titel „Die spanische Black Diaspora: Afro-spanische Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts“.

Seit 2024 ist Julia Borst Professorin an der Universität Bremen und Direktorin des WOC Research Centers Digital Diaspora. Sie leitet das ERC-Projekts "Afroeurope and Cyberspace: Imaginations of Diasporic Communities, Digital Agency and Poetic Strategies - Unravelling the Textures" als Principal Investigator. Zudem ist sie Mitglied des interdisziplinären Netzwerks Data Science Center (DSC) der Universität Bremen.

Die Forschungsschwerpunkte von Julia Borst liegen in den Bereichen postkoloniale Theorie, afroeuropäische Studien sowie französisch- und spanischsprachige Literatur und Kultur der Gegenwart aus der Karibik, Afrika und Europa.

Preise und Auszeichnungen

2016: Berninghausenpreis der Universität Bremen in der Kategorie „Hervorragend gestaltete Lehrveranstaltung im Sinne des forschenden Lernens: im Bachelor“ für die Lehrveranstaltung Le roman haïtien du XXe et XXle siècle (mit Natascha Ueckmann) 2019: Sibylle Kalkhof-Rose Akademie-Preis für Geisteswissenschaften der Akademie der Wissenschaften und der Literatur 2021: Heinz Maier-Leibnitz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Veröffentlichungen (Auswahl)

Julia Borst: Gewalt und Trauma im haitianischen Gegenwartsroman. Die Post-Duvalier-Ära in der Literatur. Dissertation, Narr Verlag, Tübingen 2015, ISBN 978-3-8233-6916-5 Julia Borst und Elisa Rizo: Guinea Ecuatorial: la pluralidad de sus culturas, lenguas y literaturas, Quo Vadis Romania? Band 59–60, 2022, S. 5–11

Julia Borst, Danae Gallo González (Hg.): Das ist kein Land für schwarze Frauen, von Silvia Albert Sopale. Wien / Madrid / Malabo 2023, ISBN 9783347803619

Julia Borst, Danae Gallo González (Hg.): Personas africanas y afrodescendientes en España ayer y hoy. Proyecciones y posicionamientos en la literatura, el arte y los medios. Berlin / Boston 2024, ISBN 978-3-11-118705-1

Weblinks

Website von Julia Borst

Einzelnachweise

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