mini|Flughafen Düsseldorf, 2011 Die Werbekampagnen der Sixt SE wurden seit Mitte der 1980er Jahre unter Beteiligung von Jean-Remy von Matt Teil der Markenidentität der Sixt SE und zunehmend provokanter. Die Expansion innerhalb Deutschlands unterstützte Sixt mit der ersten großen Kampagne „Mieten Sie einen Mercedes zum Preis eines Golfs. Buchen Sie First Class, zahlen Sie Economy.“
Kontrovers wurde Anfang der 1990er Jahre die Kampagne mit dem Slogan „Neid und Missgunst für 99 Mark“ unter dem Bild eines Porsche diskutiert. Der Deutsche Werberat bewertete den Spruch als Appell an niedere Instinkte und sprach sich für die Beendigung der Kampagne aus. Obwohl die Kampagne nach einmaligem Erscheinen nicht fortgeführt wurde, zählt sie zu den bekanntesten des Unternehmens.
Nachdem 1999 Oskar Lafontaine als Bundesfinanzminister und SPD-Vorsitzender zurückgetreten war, warb Sixt mit Porträts der Kabinettsmitglieder unter der Regierung Schröder und strich dabei das von Lafontaine durch. Das Bild wurde begleitet mit dem Spruch: „Sixt verleast auch Autos für Mitarbeiter in der Probezeit.“ Daraufhin verklagte Oskar Lafontaine das Unternehmen, der seine Persönlichkeitsrechte verletzt sah. Der Konzern wurde 2004 vom Oberlandesgericht Hamburg zur Zahlung von 100.000 Euro Schadenersatz an Lafontaine verurteilt. Das Urteil wurde 2006 vom Bundesgerichtshof aufgehoben und die Klage des Politikers abgewiesen.
2001 warb das Unternehmen mit einem Motiv von Angela Merkel für ein Cabrio. Links zu sehen war sie mit normalem, herabhängendem Haar und rechts mit wilder, hochstehender Frisur. Dies wurde begleitet mit den Sprüchen: „Lust auf eine neue Frisur?“ „Mieten Sie sich ein Cabrio“. Laut der Fachzeitschrift Horizont gehört die Kampagne zu den „meistbesprochenen Anzeigen Deutschlands“. Die Zeitung Die Welt bezeichnete die Kampagne als bekannteste des Unternehmens.
Im Jahr 2007 wurde Sixt für eine getarnte Werbekampagne mit dem Titel „Geh zur Armee“ scharf kritisiert. Zum Bildmotiv eines offenen Jeeps mit Soldaten wurde der Slogan „Erlebe, was Kameradschaft bedeutet, zeige dem Feind seine Grenzen und fahre noch günstiger Cabrio als bei Sixt“ präsentiert. So sollte mit Nachwuchsproblemen und Ausrüstungsmängeln bei der Bundeswehr gespielt werden. Außerdem wurde ohne deutliche Kennzeichnung von Sixt als Urheber auf eine von der Werbeagentur Jung von Matt eingerichtete Website gehzurarmee.de verwiesen. Unmittelbar nach Start der Werbung wurden in Afghanistan drei Bundeswehrsoldaten durch einen Selbstmordanschlag getötet. Nach öffentlicher Kritik zogen Unternehmen und Werbeagentur die Werbekampagne zurück.
Ebenfalls im Jahr 2007 setzte Sixt den Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer in den Mittelpunkt und bedankte sich bei deren damaligem Vorsitzenden: „Danke, Manfred Schell!“. Laut der Zeitung Die Welt war Sixt rundum den Bahnstreik an Bahnhöfen zu „100 Prozent ausgelastet“. Nach dem Bekanntwerden der Steuerhinterziehung von Klaus Zumwinkel im Jahr 2008 tauchte Werbung für Kleintransporter mit der Überschrift „Für alle, die jetzt noch schnell Akten wegzuschaffen haben“ auf.
Anlässlich des Diebstahls der Dienstlimousine der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt während ihres Urlaubs in Spanien erschien am 27. Juli 2009 eine Werbung mit einem Bild der Ministerin und dem Text „Mit dem Dienstwagen in Urlaub? Es gibt Sixt doch auch in Alicante! Ab € 29,- pro Tag inklusive Diebstahlversicherung“. Das Bundesgesundheitsministerium äußerte sich laut Presseberichten nicht zu der Anzeige.
2010 griff Sixt den Größenunterschied zwischen Carla Bruni und ihrem Ehemann, dem damaligen französischen Präsidenten, Nicolas Sarkozy auf: „Machen Sie es wie Madame Bruni. Nehmen Sie sich einen kleinen Franzosen. Zum Beispiel den Citroën C3 Picasso!“. 2011 kritisierte das Unternehmen die Euro-Politik der damaligen Bundesregierung und griff in seiner Werbung die Hilfen für Griechenland auf: „Liebe Griechen, Sixt akzeptiert wieder Drachmen! (Das BMW 1er Cabrio ab 26.900,- Drachmen/Tag)“. In einem Interview des Spiegels bereute Erich Sixt die Kampagne später und kündigte an, sich nicht mehr in dem Maße in „die große Politik“ einzumischen. Laut dem Interview schlug dem Unternehmen durch die Kampagne der „blanke Hass“ entgegen.
Nach der Freilassung von Gustl Mollath im Jahr 2013 verwendete Sixt für eine Kampagne ein Porträt Mollaths mit dem Slogan „‚Wenn hier jemand verrückt ist, dann der Sixt mit seinen Preisen.‘ – Gustl Mollath –“.Gustl Mollath, der total „verrückte“ Werbestar, Die Welt, 12. August 2013. Dafür wurde Sixt von diversen Seiten kritisiert. Später entschuldigte sich der Vorstandsvorsitzende Erich Sixt in einem persönlichen Brief bei Mollath. Das kritisierte Werbemotiv werde zudem nicht mehr weiterverbreitet.Ingo Rentz: Umstrittene Sixt-Anzeige: Vorstandsvorsitzender Erich Sixt entschuldigt sich bei Gustl Mollath. Horizont – Zeitung für Marketing, Werbung und Medien, 13. August 2013.
Als die FDP bei der Bundestagswahl 2013 nicht in den Bundestag einzog, griff Sixt dies in einer Anzeige mit dem Spruch unter einem Mercedes Cabrio auf: „Mehr Sitze als die FDP.“ Laut der Fachzeitschrift Horizont hatte die Anzeige das Potenzial, um im Internet zu einem viralen Hit zu werden.
GDL-Chef Weselsky wurde von Sixt aufgrund des Bahnstreiks im November 2014 zum Mitarbeiter des Monats gekürt. Im Mai 2015 wiederholte Sixt nach einem erneuten Streikaufruf der GDL die Werbung mit Weselsky in ähnlicher Form und gratulierte ihm dabei zur erfolgreichen Titelverteidigung als „Mitarbeiter des Monats“. Weselsky klagte gegen die Nutzung seines Bildes. Das Oberlandesgericht Dresden wies die Klage des Gewerkschaftsführers 2018 ab.
2017 erntete das Unternehmen Kritik für eine Werbung, die in ähnlicher Form bereits 2001 genutzt wurde. Ein Werbe-Video zeigte in Bikinis bekleidete Frauen am Strand und eine Stimme kommentierte „Schlimm, wenn sich junge Menschen im Urlaub wegen eines teuren Mietwagens nichts zum Anziehen leisten können. Sixt sagt: ‚Pfui!‘ Mehr Anstand durch günstige Mietwagen.“
2018 waren unter anderem der ehemalige Verfassungsschutz-Präsident, Hans-Georg Maaßen, und CDU-Politiker Friedrich Merz Teil der Sixt-Werbung. Nach dem Wechsel von Maaßen ins Bundesinnenministerium warb der Autoverleiher mit einem Bild Maaßens begleitet von dem Spruch: „Auch bei Sixt: Beförderung auf Knopfdruck.“ Merz war Teil einer Werbung, nachdem er sich trotz seines Millionengehalts zur Mittelschicht zählte. Links war Merz zu sehen mit dem Spruch „Mit 1.000.000 €/Jahr noch Mittelklasse.“, rechts sah man einen Audi mit dem Spruch „Mit 99 €/Tag schon Oberklasse“.
Anfang 2020 berichteten Medien über das Aufgreifen des Rückzugs von Annegret Kramp-Karrenbauer vom Parteivorsitz der CDU in einer Sixt-Werbung. In der Anzeige ist ein Bild von Annegret Kramp-Karrenbauer mit einem Sixt Carsharing-Fahrzeug zu sehen. Darunter steht geschrieben "Man muss ja nicht gleich gehen". Laut der Fachzeitschrift Horizont sind für Sixt politische Krisen „willkommene Anlässe, um eines seiner berüchtigten Social-Media-Motive abzusetzen“. Wenige Tage später adaptierte Sixt die Werbung und ersetzte das Bild von Annegret Kramp-Karrenbauer durch eines von Jürgen Klinsmann, nachdem dieser als Trainer von Hertha BSC zurückgetreten war.
Anfang 2024 griff Sixt die Insolvenz der Elbtower Immobilien GmbH auf und produzierte ein Video, das ein riesiges Werbeplakat mit einem BMW und dem Spruch „Damit Ihnen nicht das Geld ausgeht.“ auf dem Rohbau des Elbtower zeigen sollte. Sixt bestätigte gegenüber der Bild-Zeitung, dass dies mittels 3D-Computergrafik erzeugt worden sei. Mitte 2025 berichteten Medien über einen Sixt-Werbespot mit Cora Schumacher, in dem sie ihren Ex-Mann Ralf Schumacher unter dem Slogan wir-haben-dein-Auto.de parodiert.
Flughafenwerbung mini|Flughafen Düsseldorf, 2013 mini|Flughafen Berlin-Brandenburg, 2020 Für seine Werbung an Flughäfen hat Sixt zahlreiche Preise erhalten. 2004 begrüßte eine Giraffen-Installation mit dem Spruch „Haben Sie auch so einen Hals auf teure Autos?“ Besucher am Flughafen Düsseldorf. 2011 wurden am Düsseldorfer Flughafen Fluggastbrücken mit einem Pinocchio-Motiv gezeigt. Dabei nutzte das Unternehmen die ausfahrenden Brücken zur Verlängerung der Nase des Pinocchio begleitet mit „Es gibt günstigere Autovermieter als Sixt“. Im Jahr 2014 kroch eine überdimensionale Schnecke mit dem Hinweis „Achtung Schleichwerbung. Sixt ist günstig!“ durch den Flughafen. 2018 „schrumpfte“ Sixt am Flughafen München vorbeigehende Passanten durch eine spezielle Spiegelinstallation, die die Passanten kleiner erscheinen ließen. Dies wurde begleitet mit dem Spruch „Kleiner sind nur unsere Mietpreise.“
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Kategorie:Werbeaktion Kategorie:Geschichte der Werbung