mini|Luftaufnahme des Schlosses Versailles mit der Place d’Armes und dem Ehrenhof

Das Musée national des châteaux de Versailles et de Trianon ist ein staatliches französisches Museum mit Sitz im Schloss Versailles in der gleichnamigen Stadt Versailles im Département Yvelines. Es gehört zu den französischen Nationalmuseen und ist seit dem 5. Januar 2002 als Musée de France im Sinne des französischen Code du patrimoine anerkannt. Das Museum ist Teil des staatlichen Établissement public du château, du musée et du domaine national de Versailles, einer öffentlich-rechtlichen Anstalt des französischen Staates unter der Aufsicht des Kulturministeriums. Das département de Versailles et des Trianon gehört nach dem Code du patrimoine zu den sogenannten „grands départements patrimoniaux“. Der Schloss- und Parkkomplex von Versailles einschließlich der Trianon-Schlösser wurde 1979 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Im Jahr 2025 verzeichnete der Établissement public du château, du musée et du domaine national de Versailles rund 8,4 Millionen Besucher.

Geschichte

Das Schloss Versailles wurde ab 1623 unter Ludwig XIII. zunächst als aus Backstein, Naturstein und Schiefer errichtetes Jagdschloss angelegt. Dieser erste Bau, den der König durch Philibert Le Roy erweitern ließ, entspricht im Wesentlichen den Gebäuden um die Cour de Marbre. Zwischen 1661 und 1668 ließ Ludwig XIV. das Schloss durch seinen Architekten Louis Le Vau ausbauen. Von 1668 bis 1670 entstand die sogenannte Enveloppe, ein zweiter Bau aus weißem Naturstein, der das ursprüngliche Schloss zur Gartenseite hin umschließt. Nach Le Vaus Tod im Jahr 1670 wurde der Bau durch François d’Orbay fortgeführt. Zwischen 1678 und 1684 wurde auf der ehemaligen Terrasse des Château Neuf schließlich der Spiegelsaal errichtet. Die Nord- und Südflügel sowie die Orangerie, die Stallungen und der Grand Commun entstanden unter der Leitung von Jules Hardouin-Mansart. Die Schlosskapelle wurde 1710 durch Robert de Cotte vollendet. Gegen Ende der Regierungszeit Ludwigs XV., um 1770, errichtete schließlich Jacques-Ange Gabriel das Opernhaus.

Nach dem Auszug des Hofes am 6. Oktober 1789 wurde das Schloss seiner Kunstschätze weitgehend beraubt. Die Gemälde und Skulpturen wurden in das Musée du Louvre überführt, das Mobiliar größtenteils versteigert und dabei zu einem großen Teil ins Ausland verkauft. Ab 1808 ließ Napoleon I. Restaurierungsarbeiten am Schloss durchführen. mini|Blick vom Parterre d’Eau über die Große Gartenachse des Schlosses Versailles Die endgültige Zweckbestimmung des Schlosses als Museum geht auf Louis-Philippe I. zurück. Er traf im Jahr 1833 die Entscheidung, Versailles vor dem Verfall zu bewahren, indem er es in ein Museum, das der Geschichte Frankreichs gewidmet ist, umwandelte. Das Musée de l’histoire de France wurde am 10. Juni 1837 anlässlich der Hochzeitsfeierlichkeiten des Kronprinzen mit Prinzessin Helene zu Mecklenburg-Schwerin offiziell eröffnet. Es war allen Ruhmestaten Frankreichs (à toutes les gloires de la France) gewidmet. Für die Ausgestaltung wurden umfangreiche Mittel aufgewendet und zahlreiche Kunstwerke aus königlichen Beständen und Schlössern zusammengetragen. Ergänzt wurden diese durch umfangreiche offizielle Auftragswerke, darunter die großformatigen Gemälde der Schlachtengalerie. Die Salle des Croisades, deren Friese die Wappen und Namen der Kreuzritter tragen, wurde 1843 für das Publikum zugänglich gemacht.

Die museale Ausstattung und Anordnung der Sammlungen, deren künstlerischer Wert unterschiedlich beurteilt wird, unterlag seit 1895 wiederholten Umgestaltungen. Gleichzeitig wurde ab diesem Jahr mit der Wiederherstellung erhaltener Dekorationen der ehemaligen königlichen Appartements begonnen – eine Aufgabe, die seither fortlaufend betrieben wird. Zu den bedeutendsten Ergebnissen dieser Restaurierungsarbeiten zählen die Rekonstruktion des nach Plänen Gabriels unter Ludwig XV. errichteten Opernhauses in seiner ursprünglichen Gestalt, die Wiederherstellung der Chambre de la Reine in dem Zustand vom 5. Oktober 1789 und die Rekonstruktion der Chambre du Roi.

Mit Dekret Nr. 95-463 vom 27. April 1995 wurde die Établissement public du musée et du domaine national de Versailles gegründet. In dieser wurden das Musée national du château de Versailles und der Domaine national de Versailles zu einer Einheit mit eigener Rechtspersönlichkeit und finanzieller Eigenständigkeit zusammengeführt. Durch Dekret Nr. 2010-1367 vom 11. November 2010 wurde die Einrichtung in Établissement public du château, du musée et du domaine national de Versailles umbenannt.

Sammlung

Die Sammlungen des Schlosses Versailles umfassen mehr als 90.000 Werke aus dem Mittelalter bis zum späten 19. Jahrhundert. Sie spiegeln die doppelte Funktion des Schlosses wider: Zunächst war Versailles die Residenz der französischen Könige und ihres Hofes, später wurde es zu einem Museum umgewandelt. Das von König Louis-Philippe gegründete Museum wurde 1837 unter dem Titel „Museum der Ruhmestaten Frankreichs“ eröffnet. Die heute noch bestehende Museumssammlung vermittelt einen chronologischen Überblick über die französische Geschichte vom Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Bei ihrer Einrichtung war das Museum darauf ausgerichtet, historische und ikonografische Informationen über bedeutende Persönlichkeiten und Ereignisse der französischen Geschichte zu vermitteln.

Gemälde (Auswahl)

Den Schwerpunkt bilden Gemälde und Skulpturen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Neben Originalwerken befinden sich darunter auch Kopien, eigens in Auftrag gegebene Werke sowie regelmäßig erworbene Kunstwerke. Die Skulpturen, die bereits zur Zeit der französischen Könige in den Gärten des Schlosses aufgestellt waren, ließ Louis-Philippe bei der Einrichtung des Museums an ihrem ursprünglichen Standort. Dagegen wurden zahlreiche historische Räume des Schlosses, insbesondere in den Nord- und Südflügeln, neu angeordnet. Seit dem späten 19. Jahrhundert wurden Maßnahmen ergriffen, um das Schloss und seine historische Ausstattung wiederherzustellen. Dabei wurden insbesondere die Appartements des Mitteltrakts und des Petit Trianon restauriert und neu ausgestattet, um das Erscheinungsbild aus der Zeit vor der Französischen Revolution wiederherzustellen. Im Grand Trianon liegt der Schwerpunkt der Ausstattung dagegen auf der Epoche des Ersten Kaiserreichs. Die Sammlungen sind über die eigene Online-Datenbank des Schlosses Versailles zugänglich.

Die Sammlungen des Museums umfassen im Wesentlichen folgende Bereiche:

die königlichen Appartements mit ihrer originalen oder rekonstruierten Ausstattung aus Marmor, Wandvertäfelungen, Möbeln, Kunstgegenständen, Gobelins und Teppichen der Manufacture de la Savonnerie, das Musée de l’histoire de France mit historischen Szenen, Schlossansichten und einer umfangreichen Porträtsammlung, die den Zeitraum vom 16. bis zum 19. Jahrhundert abdeckt. Zu den Höhepunkten zählen die Galerie des Batailles und die Salles des Croisades als große dekorative Ensembles des 19. Jahrhunderts. eine Sammlung von Zeichnungen und Druckgrafik sowie den Park mit seinem skulpturalen Bestand. Bei einigen besonders empfindlichen Werken wurden die Originale aus den Gärten entfernt und durch Kopien ersetzt. Das gilt insbesondere für die zentrale Gruppe vom Bassin de Latone. Das Château de Versailles bezeichnet die 824 Skulpturen seiner Gärten als die größte Sammlung von Skulpturen im Freien.

Skulpturen (Auswahl)

In den Sammlungen sind unter anderem Werke der folgenden Maler zu finden: Charles Le Brun, Philippe de Champaigne, Jacques-Louis David, Eugène Delacroix, François Gérard, Antoine-Jean Gros, Jean Jouvenet, Charles de La Fosse, Nicolas de Largillière, Pierre Mignard, Jean-Marc Nattier, Hyacinthe Rigaud, Adam Frans van der Meulen, Horace Vernet, Élisabeth Vigée-Lebrun und Franz Xaver Winterhalter. Zu den vertretenen Bildhauern gehören Gian Lorenzo Bernini, Antoine Coysevox, François Girardon, Jean-Antoine Houdon, Augustin Pajou und Jean-Baptiste Pigalle. Thematisch mit den Sammlungen verbunden sind zudem historische Persönlichkeiten wie Ludwig XIV., die Infantin Maria Theresia von Spanien, Ludwig XV., Marie Leszczyńska, Madame de Pompadour, Ludwig XVI. und Marie Antoinette sowie Napoleon I. und Louis-Philippe I. Die thematischen Sammlungsschwerpunkte umfassen darüber hinaus die Bereiche Architektur und Städtebau, sakrale Kunst, dekorative Kunst (insbesondere Mobiliar), darstellende Kunst (Theater und Oper), Numismatik sowie Musikinstrument.

Mobiliar (Auswahl)

Literatur

Pierre Lemoine: Le Château de Versailles. Le Musée national des châteaux de Versailles et de Trianon, Éditions de la Réunion des musées nationaux, Paris 1987. Pierre Verlet: Le Château de Versailles, Fayard, Paris 1985. Thomas W. Gaehtgens: Versailles, de la résidence royale au musée historique. La galerie des batailles dans le musée historique de Louis-Philippe, Albin Michel, Paris 1984. Alfred Marie, Jeanne Marie: Versailles au temps de Louis XIV, Imprimerie nationale, Paris 1976. Alfred Marie, Jeanne Marie: Versailles au temps de Louis XV, Imprimerie nationale, Paris 1984. Gérard Sabatier: Versailles ou la figure du roi, Albin Michel, Paris 1999. Pierre Lemoine, Jérémie Benoît, Yves Carlier, Hélène Delalex, Frédéric Lacaille, Alexandre Maral, Béatrice Sarrazin, Noémie Wansart: Versailles. Château, domaine, collections, Château de Versailles/RMN, Versailles 2022

Weblinks

Website des Château de Versailles Le domaine Sammlungen Online-Recherche Catalogue des sculptures des jardins de Versailles et de Trianon

Einzelnachweise

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