Die Battle River Lutheran Church () ist eine evangelisch-lutherische Kirche im Gemeindedistrikt Wainwright No. 61 in der kanadischen Provinz Alberta. Das nächstgelegene Dorf ist Chauvin. Sie wurde zwischen 1910 und 1923 von norwegischen Einwanderern errichtet und wird heute nicht mehr regelmäßig für Gottesdienste genutzt. Seit 2006 ist sie als lokales Denkmal im Canadian Register of Historic Places gelistet.
Architektur Die Kirche ist weiträumig von landwirtschaftlichen Flächen mit vereinzelten Hoflagen umgeben und liegt etwa mittig zwischen dem Alberta Highway 14 im Süden und dem Battle River im Norden, die beide etwa zwei Kilometer entfernt liegen. Sie befindet sich verwaltungstechnisch im Gemeindedistrikt Wainwright No. 61 nahe der Grenze zu Saskatchewan. Sie kann dem Gebiet der Streusiedlung Roros zugerechnet werden, das nächstgelegene Dorf ist jedoch Chauvin etwa zwanzig Kilometer südlich der Kirche. Das Grundstück der Kirche wird durch eine Baumreihe von der südlich gelegenen Schotterstraße getrennt. Im Norden der Kirche liegt ein Friedhof, der noch in Betrieb ist.
Die Kirche ist nach Norden ausgerichtet und im besonders für Kirchengebäude im Westen Nordamerikas typischen neogotischen Carpenter-Gothic-Stil errichtet. Die Holzkirche ist in weißer Farbe gestrichen und weist einen untypischen, asymmetrischen Grundriss auf. Zwei versetzt stehende aber überlappende Langhäuser werden von einem einzigen nach Osten hin gerichteten Transept ergänzt. Auf der Südseite des Gebäudes befinden sich mittig ein Kirchturm und östlich davon ein kleiner Schuppen. Die Giebeldächer der Kirchenschiffe sind mit Holzschindeln gedeckt. Der Innenraum der Kirche wird von allen Seiten her durch eine Reihe von großen Spitzbogenfenstern erhellt, das Untergeschoss durch kleinere rechteckige Fenster. Der Kirchturm erhebt sich über die Höhe des Giebels und endet in einem spitzen Knickhelm mit Turmkugel und Wetterfahne. Im Sockel des Kirchturms befindet sich die Flügeltür zum Innenraum der Kirche, die über eine kleine, gemauerte Treppe erreicht werden kann. Über der Tür ist ein rechteckiges Oberlicht angebracht.
Im Inneren der Kirche befand sich ein historischer Holzaltar von Anders Nysetvold aus dem Jahr 1918. Der neogotische Altaraufsatz zeigt ein Bild des betenden Christus und wurde 2024 in das Ortsmuseum von Chauvin verbracht.
Geschichte In Zentral-Alberta ließen sich ab etwa 1890 zahlreiche norwegischstämmige Einwanderer nieder, die meist aus Minnesota weitergezogen waren. Die Siedler in der Gegend nördlich von Chauvin stammten vorwiegend aus dem Umland von Fosston. Mit sich brachten sie ihren lutherischen Glauben. 1909 organisierte Pfarrer K. O. Hildahl die skandinavische evangelisch-lutherische Gemeinde Battle River (), die sich der Vereinigten Norwegischen Kirche anschloss. Erster Pfarrer der Gemeinde wurde 1911 O. E. Grønen. Schon 1910 begann die Gemeinde mit dem Bau ihrer Kirche, der aber erst 1923 abgeschlossen werden konnte. Bis 1924 war das Norwegische die vorherrschende Liturgiesprache, später setzte sich zunehmend Englisch durch. Bis in die 1980er-Jahre war die Zahl der Gemeindeglieder so stark gesunken, dass die Kirchengemeinde 1983 aufgelöst wurde.
Am 19. Juli 2005 wurde das ungenutzte Kirchengebäude als lokales Denkmal anerkannt.
Einzelnachweise
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