mini|hochkant|Wappen der Stach von Goltzheim im Wappenbuch des Westfälischen Adels Stach von Goltzheim (teilweise auch nur Stach; auch Stach von Golzheim o. ä.) ist der Name eines rheinländischen Uradelsgeschlechts.
Geschichte Über die Herkunft des Geschlechts finden sich in der Literatur unterschiedliche Angaben. Laut Otto Titan von Hefner handelt es sich um eine alte Familie aus der Mark Brandenburg, deren Stammname Stach war und die sich nach ihrem Stammsitz „von Goltzheim“ nannte.Hefner (1863), S. 47. Leopold von Ledebur dagegen stellt dar, dass die Familie aus Westfalen stammt. Er nennt als Stammvater den 1265 in einer Mindener Urkunde erscheinenden Johannes Stache famulus.Ledebur (1856), S. 467. Richtig jedoch ist die Angabe in Siebmachers Wappenbuch, dass es sich um ein altes jülichsches Geschlecht handelt, benannt nach Golzheim, heute Ortsteil der Gemeinde Merzenich im rheinländischen Kreis Düren.Hefner/Grenser/Mülverstedt (1878), S. 387. In Ernst von Oidtmans Sammlung findet sich ferner der Hinweis, dass der Namensbestandteil „Stach“ für Eustacius steht, es sich somit ursprünglich um einen Vornamen handelte. Der Stammsitz Stacherburg wurde von der Familie 1685 verkauft. Aber schon in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts siedelte eine Familienlinie nach Ostpreußen über, wo sie im Lauf der Zeit umfangreiche Güter im Besitz hatte. Die Nachkommen der ostpreußischen Linie waren später auch in der Mark Brandenburg und in Westfalen ansässig.Kneschke (1868), S. 580 f.Schleicher (1998), S. 178–186. Dieser Ursprung wird auch vom Gothaischen Genealogischen Taschenbuch von 1905 angegeben, jedoch fälschlicherweise auf „Johannes Stache 1263“ als ersten Familienvertreter verwiesen, sicher auf Ledebur basierend.GGT (1905), S. 760 ff.
Der tatsächlich erste namentlich bekannte Vertreter der Familie war der 1373 urkundlich auftretende Johann Stach de huppelheim morans in Goidelsheim. Der Name belegt, dass die Familie ursprünglich aus der südwestlich von Golzheim gelegenen, im Mittelalter untergegangenen Hofsiedlung Hüppelheim stammt. Danach, bis zum letzten urkundlichen Erscheinen 1397, nannte Johann sich Johann Stach von Goltzheim (Johannes Stagh de Godelsheym / Johann Stach van Godelsem o. ä.). 1373 stiftete er dem Karmeliterkonvent in Düren ein Jahresgedächtnis für seine verstorbene Ehefrau Gertrud. 1376 nahm er einen Zehnt bei Buir und eine Hofstatt in Goltzheim genannt Netten Hofstatt, auf die er ein Haus bauen sollte, in Erbpacht. In den darauffolgenden Jahren tritt er mehrfach (1377, 1383, 1388, 1397) als Siegelzeuge auf und siegelte mit dem Familienwappen mit Balken und dreilätzigem Turnierkragen.
Johann Stach von Goltzheim und Gertrud hatten zwei Söhne: Philipp Stach von Goltzheim, Knappe, war 1425 Zeuge einer Urkunde des Dompropsts zu Köln, Gerhard von Berg. 1426 verkaufte er eine Rente u. a. aus seinem Hof zu Goltzheim. Reinhard Stach von Goltzheim besiegelte 1426 die Urkunde seines Bruders und war 1431 mit Aelet von Neukirchen verheiratet. Ihre Töchter Adelheid und Getgyn Stach von Goltzheim sollten 1431 in das Kloster Mariengarten in Köln eintreten.
Zwischen 1439 und 1456 erscheint ein Heinrich Stach von Goltzheim. 1439 quittierte er dem Herzog Gerhard von Jülich-Berg († 1475) über Kriegsverluste. 1446 wurde er mit Kirspenich belehnt. Seine Frau war eine Tochter von Gerhard von Kirspenich und Elisabeth. 1444 erscheint Heinrich in den jülichschen Ritterzetteln im Amt Nörvenich.
Die sichere Stammfolge beginnt mit Reinhold Stach von Goltzheim († 1471), Herr zu „Arensberg (Jülich)“ und seiner Frau, einer von Neukirchen (von Schellendorf?), Eltern der Geschwistern Engelbert († vor 5. Mai 1493), Betty, Adelheid und Stingen Stach von Goltzheim, die 1471 ein Gut im Dingstuhl Hochkirchen dem Arnold Kempen aus Buir und seiner Ehefrau in Erbpacht gaben. Engelbert war mit Ida von Wildenrath verheiratet. 1472 übertrugen die Eheleute ihr Hofgut zu Ahe an Johann Stach und seine Frau Catharina in Erbpacht. Engelbert besaß 1478 auch Grundstücke im Bauweiler Feld, Lehngüter der Herrlichkeit Gladbach. 1479 stifteten Engelbert und Ida dem Kloster Königsdorf ein Jahresgedächtnis. Als Unterpfand stellten sie ihren Hof zu Ae genannt Stachenhof.
Von Engelberts und Idas zwei Söhnen und drei Töchtern ging der 1509 noch unmündige Engelbert Stach von Goltzheim († nach 1557) spätestens 1521 nach Preußen, wo er mit Gütern belehnt wurde. Seine Nachkommen bauten den Besitz insbesondere im 17. und 18. Jahrhundert deutlich aus.
In Preußen hatte die Familie Besitz in Alkehnen, Oberalkehnen (urkundlich 1775–1784), Allenau (1784), Arnsberg (1727), Biestern (1752–1765), Bojem und Bothau im ehemaligen Kreis Sensburg, Bredinken (1789–1820), Kuhmehnen (1775), Dannowen (1775), Galgarben (Königsberg), Gaynen (1700–1727), Glashütte, Heinrichshöfen, Jonowen im ehemaligen Kreis Sensburg, Kamiontken, Klein-Kosarken, Koschlau, Maratken, Medenau (1717–1727), Meludwiesen (1857), Mertenheim, Mossehnen, Pfaffendorf, Pistken, Polwitten (1717–1727) und Richthof (1727–1775) im ehemaligen Kreis Fischhausen, Powayen (1727), Ribben (1550–1805), Rosoggen (1720–1805), Rudowen, Samplatten, Schlösserhöfen (1775) und Schwitten (1775) im ehemaligen Kreis Fischhausen, Seelack im ehemaligen Kreis Rastenburg, Sickenhöfen (1788) im ehemaligen Kreis Fischhausen, Klein Siewken (1717–1727), Sporwitten (1857), Surwillen, Theerwisch-Wolka (1820), Wallitz (1788) im ehemaligen Kreis Kulm, Warengen (1775), Wielka-Loka (1787), Wiersbau (1700–1727) und Wilgaiten.
In Westfalen saß das Geschlecht zwischenzeitlich u. a. auf Haus Pröbsting bei Borken,Spiessen (1901–1903), S. 120. wo 1879 die Schriftstellerin Ilse von Stach geboren wurde. Ihre Erinnerungen an die Pröbstinger Zeit verarbeitete sie in ihrem Roman Haus Elderfing. Haus Pröbsting war Mitte der 1870er Jahre von Baron Georg Stach von Goltzheim, einem Enkel des königlich-preußischen Landrats des Kreises Borken, Karl von Basse auf Pröbsting,Gothaisches genealogisches Taschenbuch der briefadeligen Häuser, Band 2, Gotha 1908, S. 35. nach langen Erbauseinandersetzungen bezogen worden. Aufgrund der Ausgleichszahlungen an andere Erben war Georg Stach von Goltzheim jedoch gezwungen, zunächst einige Teile, 1895 dann das Herrenhaus mit den restlichen Ländereien an den Grafen von Landsberg-Velen zu verkaufen.Freizeitpark und Haus Pröbsting, Borken-Hoxfeld auf lwl.org. Abgerufen am 15. August 2026. Der Verkauf erfolgte zusammen mit dem Verkauf von Gut Falkenhof in Rheine, ebenfalls ein Erbgut von den von Basse. Neben Pröbsting und dem Falkenhof besaß die Familie auch Haus Efing in Bocholt.
Persönlichkeiten mini|hochkant|Maria von Stach (1876–1948), 1911 Carl Dietrich Stach von Goltzheim (1732–1796), preußischer Landrat Engelhardt Ludwig Stach von Goltzheim (1768–1837), Generalmajor Ilse von Stach (1879–1941), Schriftstellerin Johann Albrecht Stach von Goltzheim (1728–1788), preußischer Rittmeister, Kriegs- und Domänenrat und Landrat Maria von Stach (1876–1948), Publizistin und Frauenrechtlerin
Sichere Stammfolge Die folgende Stammfolge ist überliefert:
Wappen mini|hochkant|rechts|Wappen der Stach von Goltzheim (Wappengrafik von Adolf Rachlitz, um 1890) Blasonierung: Silber ein schwarzer Balken, darüber ein unten dreimal gezinnter schwarzer Balken (ein schwarzer dreilätziger Turnierkragen). Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken ein offener Flug, rechts schwarz, links silbern, dazwischen wiederholt sich der Schild.
Sonstiges Nach der Schriftstellerin Ilse von Stach (1879–1941) wurde in Borken die Ilse-von-Stach-Straße benannt.
Literatur Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, Band 2 (G–L). Regensburg 1863, S. 47 (digitale-sammlungen.de). Otto Titan von Hefner, Alfred Grenser, George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 2. Abt., Bd. 1, T. 2: Der blühende Adel des Königreichs Preußen: Edelleute M–Z, Nürnberg 1878, S. 387 (uni-goettingen.de) u. Tfl. 435 (uni-goettingen.de). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Friedrich Voigt, Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 580 f. (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 467 (digitale-sammlungen.de). Anton Meyer: Die Stach von Goltzheim. I. Teil: Die Geschichte des uradeligen Geschlechtes bis zum Ende seines Vorkommens in den Rheinlanden 1373–1685, Düren 1933. Lothar Müller-Westphal: Wappen und Genealogien Dürener Familien, Düren 1989, S. 850. Herbert M. Schleicher: Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 15 (Mappe 1151–1236, Speckhewer–Waldbott von Ulmen) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Nr. 94), Köln 1998, S. 178–186. Johann Siebmacher: Johann Siebmachers allgemeines großes und vollständiges Wappenbuch, 4tes Supplement, Nürnberg , Tfl. 25 (digitale-sammlungen.de). Max von Spiessen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 120 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 303 (hhu.de). Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon, Band 4: P–Z. Leipzig 1837, S. 228 f. (Google Bücher). Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1905. 6. Jg., Gotha 1905, S. 670–765 (hhu.de).
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