Leucostoma ist eine Gattung in der Unterfamilie der Wanzenfliegen. Sie wird der Tribus Leucostomatini zugeordnet. Das Taxon wurde von Johann Wilhelm Meigen 1803 eingeführt. Der Gattungsname setzt sich aus den beiden altgriechischen Begriffen leuco für „weiß“ und stoma für „Mund“ zusammen. Typusart ist Ocyptera simplex , 1815.
Merkmale Es handelt sich um 3–7 mm lange Fliegen. Im Folgenden eine Merkmalskombination für die Gattung Leucostoma nach Cerretti et al. (2012). Die Ocellarborsten sind nach hinten gerichtet. Die Parafazien sind nur bei L. meridianum durchgehend beborstet. Der Hinterkopf weist eine stark ausgebreitete Wangenpartie (Genal-Dilatation) auf. Zwei weit voneinander getrennte postsuturale Intraalarborsten sind vorhanden. Weiterhin gibt es zwei Paare präsuturaler Akrostichalborsten. Die hinteren Tibien haben drei dorsale Präapikalborsten. Die Flügelzelle r4+5 ist lang gestielt. Die unteren Calyptrae (Schüppchen) sind bei den Männchen sehr groß. Am Hinterleibsende der Weibchen befinden sich zangenartige Fortsätze.
Verbreitung Die Gattung Leucostoma kommt fast weltweit vor. Sie fehlt in der Orientalis.
Die Gattung ist in Deutschland mit 6 Arten vertreten: L. abbreviatum, L. anthracinum, L. crassum, L. meridianum, L. simplex, L. tetraptera.
Lebensweise Die Leucostoma-Arten sind Endoparasitoide von Wanzen. Bekannte Wirtsarten gehören zu den Baumwanzen (Pentatomidae), Bodenwanzen (Lygaeidae), Weichwanzen (Miridae), Sichelwanzen (Nabidae), Glasflügelwanzen (Rhopalidae) und Randwanzen (Coreidae).
Innere Systematik Die Gattung Leucostoma umfasst etwa 28 beschriebene Arten.
Leucostoma abbreviatum , 1971 – Europa, Nordafrika, Naher Osten, Iran, Zentralasien Leucostoma acirostre , 1956 – Vereinigte Staaten Leucostoma africanum , 1920 – Südafrika Leucostoma anthracinum (, 1824) – Paläarktis Leucostoma aterrimum (, 1789) – Nearktis, Neotropis, Hawaii Leucostoma brasilianum (, 1938) – Brasilien Leucostoma crassa , 1966 – Paläarktis, Kanarische Inseln, Iran Leucostoma dapsile (, 1956) – Vereinigte Staaten Leucostoma edentatum , 1978 – Europa, Naher Osten Leucostoma effrenatum , 1956 – Vereinigte Staaten Leucostoma engeddense , 1966 – Westpaläarktis, Iran, Arabische Halbinsel, Südafrika Leucostoma fallax , 1975 – Mexiko Leucostoma gravipes , 1890 – Kanada, Vereinigte Staaten, Mexiko, Jamaika Leucostoma meridianum (, 1868) – Paläarktis Leucostoma meridionalis (, 1915) – Peru Leucostoma nimirum , 1956 – Kuba, Brasilien Leucostoma nudifacies , 1991 – Paläarktis Leucostoma obsidianum (, 1830) – Paläarktis, Kanarische Inseln, Sudan, Jemen, Saudi-Arabien Leucostoma peccator , 1956 – Brasilien Leucostoma perrarum , 1956 – Vereinigte Staaten Leucostoma peruvianum , 1928 – Peru Leucostoma politifrons , 1975 – Vereinigte Staaten Leucostoma semibarbata , 1991 – Europa Leucostoma simplex (, 1815) – Nearktis, Neotropis, Paläarktis, Kap Verde, Sierra Leone, Australien, Hawaii Leucostoma tetraptera (, 1824) – Paläarktis Leucostoma turonicum , 1964 – Europa, Iran Leucostoma vapulare , 1956 – Vereinigte Staaten Leucostoma vegetum , 1956 – Peru
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Raupenfliegen Kategorie:Tachinidae Kategorie:Parasit bei Wirbellosen