August Friedrich Bogenschütz (* 12. Februar 1929; † 29. April 2026 in Ostrach) war ein deutscher Chemiker, Fachbuchautor, Honorarprofessor für Oberflächen- und Galvanotechnik an der Universität Stuttgart, Heimatforscher und Sammler.

Leben und Studium August Bogenschütz studierte Chemie und Elektrochemie an der Universität Bamberg, der Universität Hamburg und der Freien Universität in Berlin. Nach dem erfolgreichen Abschluss seines Studiums wechselte er an das Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft nach Berlin-Dahlem, wo er über Fragestellungen aus dem Bereich der Oberflächentechnik promovierte. Später folgten weitere Studien an der ENS in Paris. Sein beruflicher Werdegang führte ihn in die Industrie, wo er über viele Jahre das Zentrallabor des Technologiekonzerns AEG-Telefunken in Ulm leitete. Parallel zu seiner industriellen Forschungstätigkeit war Bogenschütz über mehrere Jahrzehnte als Honorarprofessor an der Universität Stuttgart aktiv. Dort lehrte er im Bereich der Oberflächen- und Galvanotechnik und betreute zahlreiche wissenschaftliche Abschlussarbeiten.

Bogenschütz veröffentlichte im Laufe seiner Karriere mehr als 250 wissenschaftliche Beiträge in Fachzeitschriften, hielt zahlreiche Patente und verfasste zwölf Fachbücher, die teilweise zu Standardwerken der Elektrochemie und Halbleitertechnik wurden.

Kulturhistorisches Engagement

Neben seiner naturwissenschaftlichen Arbeit war Bogenschütz auch Sammler, Herausgeber und Autor regionalhistorischer Werke. Er gründete und kuratierte in seinem Wohnort eine private Sammlung als Volkskundemuseum im örtlichen Amtshaus, dem Heimatmuseum Ostrach, das Alltagsgegenstände und historische Exponate aus der Region zeigt. mini|Das Heimatmuseum in Ostrach

Die beiden Sammlungen wurden immer getrennt betreut. Das erste und zweite Geschoss zeigt die volkskundliche Sammlung, das dritte und vierte die Sammlungen des Heimatmuseums unter der Leitung von Gerhard Fetscher.

Im August 2026 lehnte der Gemeinderat von Ostrach ein testamentarisches Schenkungsangebot der Sammlung aufgrund zu restriktiver rechtlicher und finanzieller Auflagen einstimmig ab.

Auszeichnungen Jacobi-Preis: Höchste Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Galvano- und Oberflächentechnik (DGO) für herausragende Leistungen in der anwendungsbezogenen Spitzenforschung. Bürgermedaille der Gemeinde Ostrach für seine Verdienste um die Kultur und die Bewahrung der Heimatgeschichte.

Schriften (Auswahl) Ätzpraxis für Halbleiter. Carl Hanser Verlag, München 1967. Die Prüfung von Polier-, Läpp- und Schleifmitteln. Hanser Verlag, München 1970. Oberflächentechnische Zusammensetzungen: Tabellen u. Rezepte f. d. Galvanotechnik u. verwandte Gebiete. Eugen G. Leuze Verlag, Saulgau 1971. Fachwörterbuch für Batterien und Energie-Direktumwandlung. Eugen G. Leuze Verlag, Saulgau 1972. Mit Witolf Krusemark: Elektrochemische Bauelemente. Verlag Chemie, Weinheim 1976. Das alte Ostrach und seine Maler. Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2009.

Weblinks

Eintrag im Kalliope-Verbund

Einzelnachweise

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