Anna Kühne (* in Hamburg) ist eine deutsche Ärztin und Professorin für öffentliche Gesundheit im Bereich der Epidemiologie.

Leben Nach dem Staatsexamen für Humanmedizin an der Universität Leipzig im Jahr 2010, der anschließenden Tätigkeit als Ärztin am Universitätsklinikum in Leipzig, der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie bis 2012 schloss sie im gleichen Jahr mit dem M.Sc. (= Master of Science) für öffentliche Gesundheit an der London School of Hygiene & Tropical Medicine (= Londoner Hygiene- und Tropenmedizinhochschule) ab. Sie promovierte bis 2014 an der medizinischen Fakultät der Universität Hamburg. Nach einer Zeit der wissenschaftlichen Mitarbeit am Robert-Koch-Institut in der Abteilung für Infektionsepidemiologie von 2013 bis 2016 erhielt sie den zweiten M.Sc.-Abschluss an der Berliner Schule für öffentliche Gesundheit und beendete gleichzeitig erfolgreich das Postgraduierten-Studium am Robert Koch-Institut.

Von 2014 bis 2018 war sie an internationalen Projekten für Ärzte ohne Grenzen (Ebola-Ausbruch in Westafrika), Public Health England und dem Global Outbreak Alert und Response Network (= globales Netzwerk für Ausbruch und Reaktion) der WHO (= World Health Organisation/Weltgesundheitsorganisation) tätig. Bei den Projekten ging es um Untersuchungen zum Ausbruch von Epidemien und um die angewandte Forschung bei humanitären Krisen.

Seit 2018 ist sie Honorary Assistant Professor an der London School of Hygiene and Tropical Medicine und war von 2018 bis 2024 Beraterin für Ärzte ohne Grenzen in London und Berlin.

2022 schloss sie das Postgraduierten-Studium an der London School of Hygiene and Tropical Medicine erfolgreich ab, übernahm bis 2023 stellvertretend die Leitung für Infektionsschutz und Umwelthygiene am Gesundheitsamt Dahme-Spreewald, beendete ihre Habilitation 2023 an der Charité Berlin, wo sie auch die Venia Legendi (= Lehrbefugnis) erhielt und arbeitete bis 2024 als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin im Bereich der Postgraduierten-Ausbildung am Robert Koch-Institut in der Abteilung für Infektionsepidemiologie.

Ab April 2024 erhielt sie die Leitung der neu geschaffenen Professur für Öffentliche Gesundheit am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und der Medizinischen Fakultät der TU Dresden. Ab 2025 wurde sie Mitglied im Steuerungskreis Zukunftsforum Öffentliche Gesundheit und zweite Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen e. V. Es geht bei dieser Tätigkeit um die Entwicklung und Ausweitung der akademischen Lehre sowie um neue Lehrformate und Fortbildungen.

Kühne wurde wegen ihrer breiten ärztlichen Expertise und umfangreichen Erfahrung in der Lehre ausgewählt. Auch wird sie als kompetent für die Weiterbildung angesehen. Die Entwicklung und Durchführung von Studien im epidemiologischen Bereich wird ihr zugetraut. Die Wissenschaftlerin soll den Wissensaustausch, die Innovation und die Zusammenarbeit für ihre Bereiche gleichzeitig im Blick haben, damit die Gesundheit der Bevölkerung nachhaltig verbessert werden kann. Dabei sollen partnerschaftliche Forschungsprojekte in zahlreichen Fachgebieten und unterschiedlichen Altersklassen unternommen werden und der Studiengang der Humanmedizin um den Bereich der Öffentlichen Gesundheit erweitert werden.

Forschungsschwerpunkte Kühnes Arbeitsbereiche sind die Infektionsepidemiologie mit dem Erkennen von Ausbruch und der Krisenbearbeitung von Krankheiten, die Gesundheitspolitik und die gerechte Verteilung der Möglichkeiten in diesem Bereich sowie die Versorgung auf globaler Ebene. All diese Bereiche geht sie evidenzbasiert für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) an.

Sie ist für die Vernetzung von öffentlicher, globaler und internationaler Gesundheit zuständig, arbeitet an Stellungnahmen, organisiert Fachforen und Workshops sowie regelmäßige Fachbereichstreffen.

Auszeichnungen

2024: Stiftungsprofessur des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, der Hochschulmedizin Dresden und der Landeshauptstadt Dresden als eine von vier deutschlandweit existenten Professuren im Bereich der öffentlichen Gesundheit

Schriften (Auswahl)

Schriften

Bundesgesundheitsblatt: Stand, Einordnung und Potenzial der Implementierungswissenschaft: eine Bestandsaufnahme für Public Health in Deutschland. 2025, S. 718–727, doi:10.1007/s00103-025-04077-7. (Zusammen mit Dita Vogel, Manuel Aßner, Emilija Mitrović, Diakonie Hamburg Hrsg.:) Leben ohne Papiere: Eine empirische Studie zur Lebenssituation von Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere in Hamburg. Hamburg 2009

Artikel

(Zusammen mit N. Schmitt, S. Taché et al.:) Anvertraubare Professionelle Tätigkeiten (ATP) als Lernkonzept für das Praktische Jahr im ÖGD. In: Public Health Forum. 2025, 33 (1), S. 48–50, doi:10.1515/pubhef-2024-0132. (Zusammen mit B. Sahelie, L. Baertlein et al.:) Evaluation of mobile clinics by MSF in pastoralist community in Doolo Zone, Somali region, Ethiopia. In: BMC Health Services Research. 2025, 25 (1), S. 158, doi:10.1186/s12913-025-12282-y. (Zusammen mit L. Arnold, M. Steinisch et al.:) Leitlinien im und für den Öffentlichen Gesundheitsdienst: Ergebnisse einer Onlinebefragung zu aktuellen Bedarfen aus der Praxis [Guidelines Within And For Public Health Services: Results Of An Online Survey On Current Practical Needs]. In: Gesundheitswesen. 8. Okt. 2024, doi:10.1055/a-2406-4786. (Zusammen mit H. Höglund-Braun, A.L. Quartey et al.:) Ein After Action Review auf kommunaler Ebene im ÖGD: Lessons learned in der Corona - Einheit des Gesundheitsamtes Düsseldorf nach dem Ende der Covid-19-Pandemie, März 2023. In: Gesundheitswesen. 17. Mai 2024, doi:10.1055/a-2329-7058. (Zusammen mit E. Robinson, A. Ouabo et al.:) Mixed-method evaluation study of a targeted mass drug administration of long-acting anti-malarials among children aged 3 months to 15 years in the Bossangoa sub-prefecture, Ouham, Central African Republic, during the COVID-19 pandemic. In: J. Malar. 15. Mai 2024, 23 (1), S. 146, doi:10.1186/s12936-024-04968-1.

Workshops (Auswahl)

März 2024: Global Health meets ÖGD beim Kongress Armut & Gesundheit 2024: Paternalismus und Partnerschaft in der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Öffentliche Gesundheit 2023: Klima und Mentale Gesundheit bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Öffentliche Gesundheit

Weblinks

Homepage der TU Dresden zu Anna Kühne Leben ohne Papiere, gesamter Text Veröffentlichungen auf Researchgate Veröffentlichungen, Robert Koch-Institut Rede auf dem Symposium des Zukunftsforums Public Health auf YouTube, 2024, 35:38 Min.

Einzelnachweise

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