Evert (Ewald Woldemar) von Renteln (* 10. April 1893 in Gut Bremerfeld bei Weissenstein, Russisches Kaiserreich; † 9. Januar 1947 vermutlich in Nowosibirsk, Sowjetunion) war ein deutsch-baltischer Offizier. Er diente als Offizier im Ersten Weltkrieg in der Kaiserlich Russischen Armee und im Zweiten Weltkrieg in der Wehrmacht. Er wurde wegen Kriegsverbrechen verurteilt und hingerichtet.Andreas Weigelt, Klaus-Dieter Müller, Thomas Schaarschmidt, Mike Schmeitzner (Hrsg.): Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944–1947). Eine historisch-biographische Studie. Göttingen 2015, S. 549–550
Leben Renteln wurde als Sohn eines deutsch-baltischen Gutsbesitzers aus der Adelsfamilie Renteln auf dem Gut Bremerfeld im heutigen Estland geboren. Nach dem Schulabschluss trat er als Freiwilliger bei der russischen Zarenarmee in ein Garde-Kavallerie-Regiment ein. Er nahm am Ersten Weltkrieg teil. Als letzter Wohnort wurde Gut Schlehen im Warthegau und als Beruf Landwirt angegeben. 1941 trat er als Major in die Wehrmacht ein. In Autun, Frankreich, war er Oberstleutnant und Kommandeur des Kosaken-Festungs-Grenadier-Regiments 360 in der 708. Infanterie-Division. Zuletzt war er Oberst und Kommandeur des 8. Kosaken-Kavallerie-Regiments im XV. Kosaken-Kavallerie-Korps unter Helmuth von Pannwitz. Bei der Operation Keelhaul wurde er mit Kosaken vom XV. Kosaken-Kavallerie-Korps von der britischen Armee an die Sowjetunion ausgeliefert. Ein Sowjetisches Militärtribunal des Westsibirischen Militärbezirks in der Roten Armee in Nowosibirsk verurteilte ihn am 21. Oktober 1946 wegen Kriegsverbrechen, u. a. in Frankreich, und als Komplize bei Repressalien zum Tode durch Erschießen. Das Präsidium des Obersten Sowjet der UdSSR lehnte ein Begnadigungsgesuch am 30. Dezember 1946 ab. Das Todesurteil wurde am 7. Januar 1947 vermutlich in Nowosibirsk vollstreckt.
Am 13. Februar 1952 erfolgte, in Unkenntnis seiner Hinrichtung, in Bordeaux (Frankreich) eine Anklage in Abwesenheit wegen Beihilfe zu vorsätzlicher Tötung und Verdacht der Plünderung. Am 12. Juni 1953 verurteilte man ihn in Lyon (Frankreich) wegen Beihilfe zum Totschlag bei Vergeltungsmaßnahmen zum Tode.
Literatur Andreas Weigelt, Klaus-Dieter Müller, Thomas Schaarschmidt, Mike Schmeitzner (Hrsg.): Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944–1947). Eine historisch-biographische Studie. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015, ISBN 978-3-525-36968-5, S. 549–550.
Einzelnachweise
Kategorie:SMT-Verurteilter Kategorie:Oberst (Heer der Wehrmacht) Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Kriegsverbrechen) Kategorie:Kosak Kategorie:Hingerichtete Person (Sowjetunion) Kategorie:Militärperson (Russisches Kaiserreich) Kategorie:Kavallerist Evert Kategorie:Adliger Kategorie:Deutsch-Balte Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1893 Kategorie:Gestorben 1947 Kategorie:Mann