mini|Porträt von Hugh Arthur Baker Hugh Arthur Baker OBE (* 26. August 1896 in Rochester, Kent; † 11. September 1976 in Kapstadt, Südafrika) war ein britischer Offizier, der sich als Amateurbotaniker einen Namen machte, indem er sich auf südafrikanische Heidekräuter spezialisierte. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „“.

Leben Baker war ein Neffe des Architekten Sir Herbert Baker. Nach dem Besuch der Tonbridge School absolvierte er eine Kadettenausbildung an der Royal Military Academy Woolwich und trat im April 1915 als Second Lieutenant der Royal Engineers in die British Army ein. Während des Ersten Weltkriegs diente er in Flandern, wo er an der linken Schulter schwer verwundet wurde. Kurz nach seiner Heirat im Jahr 1923 übernahm er im Rang eines Captain einen Dienstposten in Jamaika, wo sein Interesse an der Botanik geweckt wurde. Es folgte eine dreijährige Stationierung in Tientsin in China.

Von da aus wurde er nach Schottland versetzt, wo seine erste Frau 1941 starb. Anschließend diente er im temporären Rang eines Brigadier in Westafrika und schließlich in Palästina. Nach seinem Ausscheiden aus der British Army im Jahr 1948 ließ sich Baker im Rang eines Colonels in der Kapprovinz nieder. Dort wandte er sich der einheimischen Flora zu, wobei er seine erste Einführung in dieses Fachgebiet durch K. C. Stanford, eine Pionierin des Anbaus südafrikanischer Wildblumen, erhielt. Als Stanford infolge eines Beinbruchs arbeitsunfähig war, bot Baker an, ihre Wildblumengärtnerei in Stellenbosch bis zu ihrer Genesung zu führen. Unter Kate Stanfords Anleitung lernte er die Kultur der Gattungen Ixia, Moraea, Lachenalia und zahlreicher weiterer Zwiebelpflanzen des Kaps kennen.

Nach seiner Heirat mit Mary Notcutt im Jahr 1953 widmete er sich verstärkt der Botanik und erweiterte seine Kenntnisse über Erica im Rahmen eines Projekts, das er 1952 begonnen hatte.

Die Erica-Sammlung des British Museum (Natural History) war während des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt worden, und Baker bot seine Hilfe beim Wiederaufbau der Sammlung an. 1952 begann er ein Sammelprogramm.

Dabei wandte er sich an Terence Macleane Salter, der die Heidekräuter für die Flora of the Cape Peninsula bearbeitet hatte. Salter regte an, dass Baker über das Sammeln von Belegen hinausgehen und sich einem eingehenderen Studium der Heidekräuter widmen sollte. Dies erwies sich als notwendig, da eine Reihe der Baker zugehenden Sammlungen nicht mit den bestehenden Artkonzepten übereinstimmte.

Zwischen 1958 und 1975 veröffentlichte Baker 16 Arbeiten im Journal of South African Botany, in denen er 36 neue Arten von Erica beschrieb. In dieser Zeit war er auf einem Auge erblindet, nachdem er beim Sonnenbaden am Strand von Strandfontein von einem unbekannten Angreifer attackiert worden war.

Zwischen 1955 und 1973 sandte Baker 22 Sendungen gepresster Herbarbelege, fast ausschließlich Ericaceae des Kaps, an das Natural History Museum in London. Von jeder Sammlung wurde ein Dublettensatz für sein eigenes Herbarium zurückbehalten. Dieses übergab er im August 1975 den National Botanic Gardens of South Africa. Die Sammlung umfasste etwa 1100 Herbarbelege und wurde in das Compton Herbarium in Kirstenbosch eingegliedert.

1967 veröffentlichte er in Zusammenarbeit mit E. G. H. Oliver das reich illustrierte Werk Ericas in Southern Africa.

Auszeichnungen und Dedikationsnamen 1917 wurde Baker mit dem Military Cross und 1949 wurde er als Officer des Order of the British Empire ausgezeichnet. Am 14. Dezember 1967 wurde er von der Botanical Society of South Africa mit der Bolus Medal ausgezeichnet, einer Auszeichnung für die Leistungen von Amateurbotanikern in Südafrika.

Salter benannte 1956 die Heidekrautart Erica bakeri zu Ehren von Hugh Baker.

Literatur

Weblinks

Hugh F. Glen, Gerrit Germishuizen (Hrsg.): Botanical exploration of southern Africa. 2. Aufl., Strelitzia 26, South African National Biodiversity Institute, Pretoria 2010, ISBN 978-1-919976-54-9, S. 86. (auf biodiversitylibrary.org)

Einzelnachweise

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