Die Markerville Lutheran Church ist eine evangelisch-lutherische Kirche in Markerville in der kanadischen Provinz Alberta. Sie wurde 1907 von isländischen Einwanderern errichtet und wird seit 1963 nicht mehr regelmäßig für Gottesdienste genutzt. Seit 2009 ist sie als kommunales Denkmal im Canadian Register of Historic Places gelistet.

Architektur Lage und Außenansicht Die Kirche liegt im kleinen Weiler Markerville im Red Deer County in der Provinz Alberta. Sie befindet sich recht zentral im Ort an der Anschrift 66 Johnson Street und damit nur wenige Meter von den Ufern des Medicine River. Südwestlich von der Kirche befindet sich die historische Markerville Creamery, die heute ein Museum beherbergt.

Die Kirche ist genordet und im besonders für Kirchengebäude im Westen Nordamerikas typischen neogotischen Carpenter-Gothic-Stil auf einem Fundament aus Stein errichtet. Die Holzkirche ist weiß gestrichen, wobei die Fensterrahmen blau gehalten sind. Sie hat einen rechteckigen Grundriss, der an der Südseite durch einen Kirchturm mit quadratischem Grundriss durchbrochen wird. Das Langhaus der Kirche wird durch je vier rechteckige Fenster nach Osten und Westen erhellt, die in ihrer oberen Hälfte Buntglaselemente aufweisen. Das Giebeldach der Kirche ist mit Holzschindeln gedeckt. An der Ostseite ist ein Kamin aus Backsteinen sichtbar. Der Kirchturm erhebt sich bis über die Höhe des Dachfirstes und schließt dann in einem spitzen Knickhelm mit einem keltischen Turmkreuz. Im ersten Stock des Kirchturms befinden sich mit Lamellen verkleidete Lüftungsfenster. Durch eine hölzerne Tür im Fuß des Kirchturms kann der Kirchenraum betreten werden. Über der Tür ist ein mit Buntglas gestalteter Spitzbogen, sowie ein schmiedeeiserner Schriftzug mit dem Namen und dem Baujahr der Kirche. Noch etwas höher ist ein Zierelement aus Holz in Form einer angedeuteten Fensterrose angebracht. Der Vorraum im Sockel des Kirchturms wird ebenfalls von zwei Buntglasfenstern mit Spitzbögen ausgeleuchtet.

Innenansicht Der Innenraum der Kirche ist völlig mit weißen Holzbrettern ausgekleidet, die an den Wänden vertikal, an der Decke jedoch horizontal orientiert sind. Die Sitzreihen bestehen aus hölzernen Kirchenbänken, in der ersten Reihe gibt es jedoch auch einige Klappsitze, die aus einem ehemaligen Theater stammen. Der Parkettboden ist am Mittelgang und im Chorraum mit einem Teppich ausgelegt. Zentral im Chorraum befindet sich ein geschnitztes Kommuniongitter, dahinter jedoch der Ambo und kein Altar. An der Wand ist ein großes Holzkreuz angebracht, rechts daneben eine kleine Liedertafel. Auf der rechten Seite des Chorraums stehen ein Wandklavier und eine Orgel, auf der linken ein Taufstein. In der linken Ecke der Nordwand befindet sich ebenfalls eine Tür, die ins Freie führt. Im gesamten Innenraum sind an den Wänden einige historische Fotographien und Gedenktafeln angebracht.

Geschichte In den Jahren 1888 und 1889 ließen sich Gruppen isländischer Emigranten, die aus den Vereinigten Staaten nach Alberta weitergezogen waren, am Medicine River nieder. Dort gründeten sie mehrere Ortschaften, darunter auch Tindastoll, das spätere Markerville. Diese Siedler brachten auch ihren lutherischen Glauben mit sich. 1900 gründete sich so eine lutherische Gemeinde, die sich der Isländischen Synode anschloss und zuerst von Bezirksreitern, also reisenden Geistlichen, betreut wurde. 1905 wurde mit Peter Hjalmsson erstmals ein eigener Pfarrer für Markerville berufen, seine Frau Jonina war Kirchenmusikerin. Im nächsten Jahr stiftete J.M. Johnson Land für den Bau einer Kirche, der 1907 durch Freiwilige aus der Gemeinde ausgeführt und im Mai dieses Jahres vollendet wurde. Der Frauenhilfsverein „Vonin“ stiftete die Orgel. Pfarrer Hjalmsson konnte ab 1909 nicht mehr in Vollzeit beschäftigt werden, blieb jedoch bis zu seinem Tod 1935 Pfarrer der Gemeinde. Danach betreuten wieder reisende Pfarrer die Kirche in Markerville. Im Jahr 1950 wurde die Kirche elektrifiziert und Pfarrer Rolaston gründete einen Chor. Letzter Pfarrer war von 1958 bis zur Auflösung der Gemeinde 1963 John Yoos. Seit die Kirche nicht mehr für regelmäßige Gottesdienste genutzt wird, steht sie unter der Verwaltung eines lokalen Vereins, der sich um ihren Erhalt und den des Friedhofs kümmert.

2006 zerstörte ein Hagelsturm die Buntglasfenster der Westfassade, deren Trümmer danach genutzt wurde, um die Fenster des Kirchturms zu verkleiden. Drei Jahre später wurde die gesamte Kirche aufwendig renoviert. Heute dient sie den Bewohnern von Markerville noch für Feste und Hochzeiten. Auch ein Weihnachtsgottesdienst findet jedes Jahr statt.

Das Kirchengebäude wurde am 14. April 2009 durch die Lokalregierung und am 26. August durch die Provinzregierung als Historisches Denkmal anerkannt.

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Einzelnachweise

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