mini|Kirche in Lüffingen Die evangelische Dorfkirche Lüffingen ist eine im Kern romanische Saalkirche im Ortsteil Lüffingen von Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Pfarrbereich Kloster Neuendorf im Kirchenkreis Salzwedel der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Der Reformationsradweg, ein thematischer Radweg mit Station an dieser Kirche, soll zur touristischen Erschließung der Region beitragen.Website des Reformationsradwegs mit Informationen zur Kirche
Geschichte und Architektur Der im Kern vermutlich spätromanische Feldsteinsaal des 13. Jahrhunderts aus regelmäßigen, lagig versetzten Feldsteinen wurde deutlich später mit einem jüngerem, eingezogenem quadratischem Westturm aus unregelmäßigem, sehr kleinteiligem Feldsteinmauerwerk mit Backsteinkanten versehen. An der Südseite befinden sich zwei große neuzeitliche Fenster und zwei bauzeitliche Portale mit Gewänden aus geglätteten Feldsteinen und vermutlich nachträglich veränderten Bogenabschlüssen aus Backstein. Der Turm ist mit Eckquaderung, gepaarten spitzbogigen Schallöffnungen unter Backsteinblende und achteckiger Spitze versehen. Eine Erneuerung wurde um 1815 vorgenommen.
Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 98059 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt eingetragen.
Ausstattung Das Hauptstück der Ausstattung ist ein spätgotisches Schnitzretabel vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Es zeigt im Mittelschrein die thronende Muttergottes zwischen den Heiligen Margarete und Ottilie; die jeweils zwei Apostel in den Flügeln sind kleiner und stilistisch erheblich älter als die Schreinfiguren und stammen vom Ende des 14. Jahrhunderts. Die ehemals gemalten Flügelrückseiten sind nur noch schemenhaft erkennbar; eine Restaurierung erfolgte im Jahr 1997.
Im tonnengewölbten Erdgeschoss des Turms befindet sich die auf das Jahr 1711 datierte, steinerne barocke Taufe von Matthias Baleke, mit Engelsköpfen und Inschrift am Becken. Die schlichte Renaissancekanzel stammt vom Anfang des 17. Jahrhunderts.
Der neuromanische Prospekt der Orgel ist auf das Jahr 1893 datiert; zur Disposition ist nichts Näheres bekannt.
Reste des gotischen Chorgestühls von etwa 1450 stammen aus dem Kloster Neuendorf. Die Wangen eines Gestühls mit Bürgerwappen wurden um 1550 geschaffen, das Gemeindegestühl stammt aus der erstem Hälfte des 18. Jahrhunderts. Eine Einzelbank an der Nordseite mit Kleeblattwangen ist nachreformatorischen Ursprungs.
Von einst drei Glocken im Jahr 1897 ist nur noch eine mit etwa 100 kg Masse, Schlagton ges2 und Minuskelinschrift erhalten; sie befindet sich heute in Lindstedt.
Literatur
Weblinks
Website der Kirchengemeinde
Einzelnachweise
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