John Douglas French (* 11. April 1911 in Los Angeles; † 25. Januar 1989 in Los Alamitos) war ein US-amerikanischer Neurochirurg sowie emeritierter Professor an der University of California (UCLA).John D. French, Director 1961–1976 auf University of California (UCLA), abgerufen am 9. August 2026.Dr John Douglas French auf findagrave, abgerufen am 9. August 2026.John Douglas French, 77; Brain Disease Researcher In: Los Angeles Times. 27. Januar 1989, abgerufen am 9. August 2026.
Leben Seine Mutter war Effie Douglas French (1879–1976) und sein Vater Benjamin Franklin French (1832–1888); er wurde als eines von sechs Kindern geboren. Seinen A.B. erwarb er 1933 an der University of California in Los Angeles; es folgte 1937 ein Doktor der Medizin an der University of Southern California. Nach seinem Praktikum an der University of California in San Francisco und der Facharztausbildung an der University of Rochester blieb er dort und fungierte als kommissarischer Leiter der Neurochirurgie. 1947 ging er an das Illinois Neuropsychiatric Institute; dort konzentrierte er sich auf Neurophysiologie und arbeitete im Rahmen des neuen, von Percival Bailey geleiteten chirurgischen Programms mit Neurowissenschaftlern zusammen. 1948 wurde er Leiter der Neurochirurgie am Long Beach Veterans Administration Hospital (LBVAH) sowie Professor für Anatomie an der neuen medizinischen Fakultät der University of California.
1950 wurde Horace W. Magoun zum Professor für Anatomie und Leiter des entsprechenden Fachbereichs an der UCLA ernannt. John Douglas French setzte sich dafür ein, dass Magoun sowie weiteren Kollegen, darunter Donald B. Lindsley und Charles Sawyer, Forschungsräumlichkeiten zur Verfügung gestellt wurden. Die von Magoun und French geleitete Neurowissenschaftsgruppe entwickelte sich zu einer äußerst produktiven Einheit und etablierte sich international als führendes Zentrum für die Erforschung des Nervensystems. 1961 konnte ein zehnstöckiges Forschungszentrum für Neurowissenschaften, das UCLA Brain Research Institute (BRI), am Hauptstandort der Universität in Westwood unter der Leitung von John Douglas French eröffnet werden. Bis 1976 war er Leiter dieser Einrichtung.
Werk Seine Forschung konzentrierte sich vor allem auf die neuronalen Mechanismen des Gehirns im Zusammenhang mit Epilepsie (epileptische Anfallsmechanismen, kortikale Erregungsmuster, chirurgische Behandlungsmöglichkeiten), Koma (physiologische Marker des Komas, Übergänge zwischen Bewusstseinszuständen, klinische Prognosemodelle), Anästhesie sowie Schlaf und Wachzustand (neurophysiologische Grundlagen des Schlafs, Wirkmechanismen von Anästhetika, neuronale Aktivitätsmuster während Bewusstseinsverlust). Er war einer der Ersten, die das Bewusstsein als Netzwerkzustand beschrieben haben. Seine späten Arbeiten konzentrieren sich auf Alzheimer‑Forschung (frühe neuropathologische Befunde, klinische Diagnostik, Grundlagenforschung zu degenerativen Hirnerkrankungen), die Erkrankung, an der er selbst verstarb.
Ehrungen/Positionen 2020: Stiftungslehrstuhl der John Douglas French Alzheimer’s Foundation an der UCLA, am Fachbereich Neurologie der David Geffen School of Medicine zur Erforschung der Alzheimer-KrankheitUCLA establishes endowed chair in Alzheimer’s research with $1 million from French Foundation vom 28. Februar 2020, abgerufen am 9. August 2026. 1969: Präsident der Western Neurosurgical Society 1960–1966: Mitglied des Bioscience subcommittee Office Space Science and Application National Aeronautics and Space Administration 1958–1963: Mitglied des Bioscience training Committee der National Institutes of Health 1958–1962: Mitglied im Committee bioastronautics der National Academy of Sciences 1957–1958: Präsident der Southern California Neurosurgical Society Mitglied der American Neurological Association Mitglied der American Academy Neurological Surgery Mitglied der American Medical Association Mitglied der California Medical Society Mitglied der Los Angeles Society Neurology and Psychiatry Mitglied der Pacific Coast Surgical Association Mitglied der Society Neurological Surgeons Mitglied der Society University Surgeons Mitglied von Sigma Xi Mitglied von Alpha Omega Alpha
mini|Dorothy Kirsten und Gordon MacRae (1950) Privates Er war seit 1955 mit Dorothy Kirsten (1910–1992) verheiratet, die als renommierte Lyrico-Spinto-Sopranistin für ihre langjährige Karriere an der New Yorker Metropolitan Opera bekannt ist.Lanfranco Rasponi; Dorothy Kirsten: A time to sing. Doubleday, New York 1982, ISBN 0-385-14744-9.
Seine Ehefrau setzte sich ab 1982, dem Jahr, in dem bei ihrem Mann die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert wurde, für die Errichtung einer Pflegeanstalt für Alzheimer-Patienten ein. Sie gründete die „French Foundation for Alzheimer Research“, um die wissenschaftliche und medizinische Forschung voranzutreiben und Methoden für die Betreuung der rund sieben Millionen Alzheimer-Patienten in den USA zu entwickeln. Im November 1987 eröffnete das „John Douglas French Center for Alzheimer’s Disease“.John Douglas French Center for Alzheimer’s Disease abgerufen am 9. August 2026. Er verstarb in der nach ihm benannten Alzheimer-Pflegeeinrichtung in Los Alamitos, der ersten Einrichtung des Landes, die speziell für die Betreuung von Menschen mit dieser degenerativen Gehirnerkrankung konzipiert und errichtet worden war. Er wurde 77 Jahre alt.
Publikationen (Auswahl) Monografien Mit Horace W. Magoun und Donald B. Lindsley: An American Contribution to Neuroscience: The Brain Research Institute, UCLA 1959-1984. Los Angeles: University of California, Brain Research Institute, 1984.
Herausgeberschaften Frontiers in brain research. Columbia University Press, New York 1962. Mit Robert W. Porter: Basic Research in Paraplegia. A Conference sponsored by the California Spinal Cord Research Foundation. Charles C. Thomas, St. Springfield 1962.
Zeitschriftenartikel/Buchbeiträge Diagnostic challenges in early Alzheimer’s disease. In: Conference on Neurodegeneration. 1975. Neuropathological progression in Alzheimer’s disease. In: Conference on Dementia. 1971. Clinical differentiation of degenerative dementias. In: Conference on Dementia. 1971. Electrophysiological correlates of dementia. In: UCLA Neuropathology Symposium. 1969. Degenerative changes in cortical structures. In: UCLA BRI Symposium. 1965. Mit M. Verzeano; H. W. Magoun: A neural basis of the anesthetic state. In: Archives of Neurology & Psychiatry. 1953, 69 (4), S. 519–529. Mit W. V. Trowbridge: Benign arachnoid cysts of the posterior fossa. In: Journal of Neurosurgery. 1952, 9 (4), S. 398–404. Mit P. M. West; F. K. von Amerongen; H. W. Magoun: Effects of Intracarotid Administration of Nitrogen Mustard on Normal Brain and Brain Tumors. In: Journal of Neurosurgery. 1952, 9 (4), S. 378–389. Levels of Consciousness. In: Amedeo D’Angiulli (Hrsg.): Neuroscience of Consciousness (Chapter 5).
Weblinks Dr. John French, 77, Neurosurgeon, Is Dead In: The New York Times. 28. Januar 1989, abgerufen am 9. August 2026. Robert Porter, Charles H. Sawyer: Jose P. Segundo: John Douglas French, Anatomy; Surgery: Los Angeles auf University of Berkeley (digicoll.lib.berkeley.edu PDF), abgerufen am 9. August 2026.
Einzelnachweise
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