Der Bronzeorganist (Euphonia chalybea, Syn.: Tanagra chalybea, Euphonia egusquizae) ist eine Vogelart aus der Familie der Finken (Fringillidae), die vom östlichen Brasilien über das östliche Paraguay ins nordöstliche Argentinien verbreitet ist. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt. Die Art gilt als monotypisch.
Merkmale mini|links|Bronzeorganist ♀ Der Bronzeorganist erreicht eine Körperlänge von ca. 11,0 cm bei einem Gewicht von 18,0 bis 20,0 g. Es ist eine relativ große Organisten-Art mit auffallend kräftigem Schnabel. Das Männchen weist ein kleines gelbes Band am vorderen Oberkopf auf, die Zügels sind schwärzlich. Der übrige Kopf und die Oberseite, einschließlich der Flügeldecken glänzen dunkel grünlich blau. Die Oberseite des Schwanzes ist dunkel grünlich blau, die Schwungfedern düster gefärbt, Arm- und Schirmfedern dunkel grünlich blau gesäumt. Das Kinn und der Großteil der Kehle glänzend dunkel grünlich blau, die untere Kehle und übrige Unterseite leuchten gelb. Die Unterseite des Schwanzes ist durchgehend dunkel düster grau, ohne Weiß. Die Iris ist dunkelbraun, der Schnabel bläulich grau mit schwärzlicher Spitze und die Beine dunkel grau. Das Weibchen ist auf der Oberseite durchgehend olivfarben. Der Kopf- und die Halsseiten sowie die Unterseite sind überwiegend hell grau. Das Kinn, die Seiten, die Flanken und die Unterschwanzdecken sind olivgelb. Junge Männchen ähneln dem Weibchen.Steven Leon Hilty (2020)
Lautäußerungen Der Ruf des Bronzeorganisten besteht aus einer kurzen Reihe von tschik tschik tschik tschik tschik-Lauten. Diese dauern ca. eine Sekunde. Der Gesang ist eine quietschende und raue Abfolge trillernder Töne in mittlerer bis hoher Tonlage, schnell vorgetragen und im Allgemeinen ohne Nachahmung anderer Laute.
Fortpflanzung Brutaktivitäten des Bronzeorganisten wurden im Bundesstaat Paraná im Oktober beobachtet. Das Nest ist ein rundliches Gebilde aus Pflanzenstängeln und -blättern mit seitlichem Eingang, ähnlich denen verwandter Arten. Ein Nest in Brasilien befand sich inmitten von Epiphyten in etwa 15 Meter Höhe auf einem großen Ast, eines in Paraguay zwischen Orchideen und Epiphyten auf einem Ast nahe einem Haus. Die Eier, die dieser Art zugeschrieben werden, wurden als gelblich mit rotbraunen Flecken beschrieben.
Verhalten und Ernährung Der Bronzeorganist ernährt sich von Früchten sowie von Insekten, einschließlich Raupen und Webspinnen. Berichten zufolge bevorzugt die Art Früchte epiphytischer Pflanzen, darunter die von Rhipsalis-Kakteen. Ebenso gehören Kermesbeeren und Beeren von Abutilon zum Nahrungsspektrum. Er kommt paarweise und in kleinen, artreinen Gruppen vor. Dazu mischt er sich an Waldrändern sowie in Fressgesellschaften an fruchttragenden Bäumen regelmäßig unter gemischten Schwärme mit anderen Tangaren und weiteren Vogelarten. Meist hält er sich hoch in den Baumkronen auf. Dort sucht er die Äste nach kleiner Nahrung ab.
Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Bronzeorganists (grün) Der Bronzeorganist bevorzugt vorwiegend feuchte Wälder, Waldränder, hoher Sekundärwuchs und Lichtungen mit großen Bäumen. Hier bewegt er sich in Höhenlagen vom Tiefland bis ca. 900 Meter.
Migration Der Bronzeorganist gilt als Standvogel.
Etymologie und Forschungsgeschichte mini|links|Tafel zur Erstbeschreibung Die Erstbeschreibung des Bronzeorganisten erfolgte 1825 durch Johann Christian Mikan unter dem wissenschaftlichen Namen Tanagra chalybea. Als Verbreitungsgebiet nannte er Ipanema.Johann Christian Mikan (1825), S. 33–34, Tafel 16 Abbildung 1 & 2Folgt man William Thomas Stearn (1956) S. 135–136 und Alexander Wetmore (1925) müsste S. 283 die Tafel Teil der Lieferung 4 aus dem Jahr 1825 sein. Allerdings ist nicht so recht klar, wer die Tafel illustriert hat und wann der Text zu den Tafeln entstand. Auf den zoologischen Tafeln findet sich Wilhelm Sandler, Leopold Brunner, Josef August Satory und Funk. Für die botanischen Tafeln findet man Ferdinand Bauer, Johann Buchberger, Leopold Stoll und Josef August Satory. 1805 führte Anselme Gaëtan Desmarest die neue Gattung Euphonia für den Weißbauchorganist (Euphonia minuta , 1849) (Synonym Euphonia olivacea) ein.Anselme Gaëtan Desmarest (1805), S. 975 Dieses Wort leitet sich aus und ab.Euphonia in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname chalybea hat seinen Ursprung in .chalybea The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Arnaldo de Winkelried Bertoni verwendete 1901 das Synonym Euphonia egusquizae für den Vogel. Dieser Name ist Juan Bautista Luis Egusquiza Isasi (1845–1902) gewidmet.Arnaldo de Winkelried Bertoni (1901), S. 99–101 Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. Laubmann sah in Tanagra chalybea die Art für Paraguay. In der Literatur betrachtete er im Departamento Alto Paraná durch Bertoni und in Paso Yuvay von Félix Posner gesammeltRoberto Raúl Dabbene (1912), S. 354 und durch Roberto Dabbene beschrieben Nachweise für das Land.Alfred Laubmann (1940), S. 156–157.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Finken