mini|200px|Zdzisław Pawlak Zdzisław Ignacy Pawlak (* 10. November 1926 in Lodz, Polen; † 7. April 2006 in Warschau, Polen) war ein polnischer Mathematiker und Informatiker, der Gründer der Theorie der Rough-Mengen, Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften.

Lebenslauf

Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er bei Siemens. 1946 bestand er als Externer das Abitur, 1947 begann er sein Studium an der Fakultät für Elektrotechnik der Technischen Universität Łódź. Später, im Jahr 1949, wechselte er an die Fakultät für Kommunikation der Technischen Universität Warschau und dort erhielt er 1951 das Diplom als Diplomingenieur der Nachrichtentechnik. Pawlak promovierte 1958 beim Instytut Podstawowych Problemów Techniki der Polnischen Akademie der Wissenschaften mit der Dissertation „Zastosowanie teorii grafów do syntezy dekoderów“ (Anwendung der Graphentheorie auf die Synthese von Decodern). Er habilitierte 1963 beim Instytut Matematyczny der Polnischen Akademie der Wissenschaften und wurde 1971 Professor.

Er war einer der erfolgreichsten polnischen Wissenschaftler im Bereich der Informatik. Schon 1950 konstruierte er den ersten polnischen Computer, GAM-1 (die Abkürzung stammt von dem Namen 'Grupa Aparatów Matematycznych', die Gruppe der mathematischen Apparaten). 1953 entwickelte er eine neue Methode der Zufallszahlengenerierung. Er veröffentlichte diese Methode im Ausland. Das war vermutlich die erste polnische internationale Publikation im Bereich der Informatik. Er formulierte auch 1982 eine neue Ergänzung der Mengentheorie, die Rough-Set-Theorie genannt wird. Das war eine Entwicklung in eine andere Richtung als die Fuzzy-Mengen-Theorie. Diese Theorie fand weltweit Anerkennung mit zahlreichen internationalen Konferenzen und tausenden wissenschaftlichen Publikationen und Bücher. Außerdem schlug er die Verwendung von Zahlen im Stellenwertsystem mit der negativen Basis „–2“ zum Bau von Computern vor. Auf der Grundlage dieses Konzepts wurde die polnische, digitale Maschine UMC-1 entwickelt. Darüber hinaus formulierte er eine alternative klammerfreie Schreibweise für Formeln und ein alternatives mathematisches Modell der Berechnung, anders als Turingmaschine. Dazu formulierte er ein angeblich erstes mathematisches Modell der DNA schon 1965.

Er war Preisträger des Hugo-Steinhaus-Preises im Jahr 1989. Auf der 2020 veröffentlichten Liste der am häufigsten zitierten Autoren belegte er den ersten Platz (laut dem c-Index) unter den polnischen Wissenschaftlern.

Er wurde auf dem Nördlichen Kommunalfriedhof in Warschau an der Stelle S-VI-1-4-16, beigesetzt.

Weblinks

Polnischsprachige

Zdzisław Pawlaks Werke in der HINT Bibliothek

Englischsprachige

Einzelnachweise

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