Der Braunbauchorganist (Euphonia pectoralis, Syn.: Pipra pectoralis, Tanagra pectoralis , Euphonia berlepschiana) ist eine Vogelart aus der Familie der Finken (Fringillidae), die vom östlichen Brasilien im Bundesstaat Alagoas über das östliche Paraguay ins nordöstliche Argentinien verbreitet ist. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt. Die Art gilt als monotypisch.
Merkmale mini|links|Braunbauchorganist ♀ Der Braunbauchorganist erreicht eine Körperlänge von ca. 11,0 cm bei einem Gewicht von 15,0 bis 16,5 g. Es ist eine kleine Organisten-Art mit kräftigem Schnabel. Beim Männchen glänzen der Kopf bis zur Brust sowie die gesamte Oberseite einschließlich der Flügeldecken stark metallisch blau. Die Schwung- und die Schwanzfedern wirken düster mit metallisch blauem Saum, der an den Handschwingen weniger ausgeprägt ist. Der Bauch und die untere Körperunterseite sind dunkel kastanienbraun, mit Ausnahme der metallisch blau glänzenden Schenkel und eines goldgelben Büschels an der Brustseite, der oft unter dem Flügel hervorsteht. Die Iris ist dunkel braun, die Spitze des Oberschnabels und in unterschiedlichem Ausmaß der übrige Oberschnabel sind schwärzlich, die Schneidekante des Oberschnabels sowie größter Teil des Unterschnabels blaugrau und die Beine dunkel grau. Beim Weibchen ist der vordere Oberkopf matt gelblich, der übrige Oberkopf bis zur Nackenmitte grau. Die Oberseite ist olivfarben. Die Unterseite ist überwiegend grau, die Seiten und die Flanken gelboliv, der Bereich um die Kloake und die Unterschwanzdecken sind dunkel rostrot. Das Jugendkleid ist bisher nicht beschrieben.Steven Leon Hilty (2020)
Lautäußerungen Der Ruf des Braunbauchorganist besteht aus einer Reihe von bis zu fünf rauen, tiefen, rasselnden Lauten, die wie j’a’a’a’a, j’a’a’a’a, j’a’a’a’a... klingen und recht langsam vorgetragen werden. Er ähnelt sehr dem des Rotbauchorganisten (Euphonia rufiventris (, 1819)). Der Gesang ist eine kurze, raue Abfolge trillernder Töne, die auch Nachahmungen anderer Vögel enthalten kann.
Fortpflanzung Brutnachweise des Braunbauchorganisten liegen aus Rio de Janeiro für Januar vor und in Paraguay für den August. Er baut ein kuppelförmiges Nest mit kleinem Seiteneingang, aus Moosen und Farnen, ähnlich denen verwandter Arten. Diese befanden sich etwa 2 Meter oder etwas höher über dem Boden gelegen und verborgen an einer Stammseite, in herabhängenden Wurzeln eines epiphytischen Farns, inmitten von Epiphyten auf einem starken Ast sowie im Geäst eines Busches. Zwei Nester fand man in einer Nische an einem Steilhang. Eines der Nester enthielt drei Eier.
Verhalten und Ernährung Der Braunbauchorganist ernährt sich von kleinen Früchten inklusive denen von Schwarzmundgewächsen, Epiphyten, epiphytischen Kakteen, Ameisenbäumen, Palmen und Nachtschatten. Er wurde zudem dabei beobachtet, wie er kleine Gliederfüßer von der Rindenoberfläche aufnahm. Außerdem wurde er dabei beobachtet, wie er Blüten nach Nektar und/oder Insekten absuchte und Zuckerwasser aus Futterspendern für Kolibris aufnahm. Er tritt meist einzeln, paarweise oder in kleinen Gruppen auf und schließt sich regelmäßig gemischten Vogelschwärmen an. Die Nahrungssuche erfolgt in mittleren Straten bis hinauf in die Baumkronen. Oft sitzt der Vogel an exponierten Stellen oder in lichten Bäumen, wie beispielsweise Ameisenbäume, wo er aktiv und gut sichtbar ist. Das Verhalten ähnelt im Allgemeinen dem des Rotbauchorganisten, wenngleich die Art mitunter auffälliger in Erscheinung tritt.
Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Braunbauchorganists (grün) Der Braunbauchorganist bevorzugt die Baumkronen feuchter Wälder, entlang von Waldrändern und Lichtungen mit Baumbestand. In den Bergen Südostbrasiliens bewegt er sich in Höhenlagen von Meeresspiegel bis auf 1550 Meter. Im angrenzenden Nordostargentinien ist er im Tiefland anzutreffen.
Migration Der Braunbauchorganist gilt als Standvogel. Berichte, wonach diese Art in Teilen ihres Verbreitungsgebiets umherstreifen oder saisonale Höhenwanderungen unternehmen könnte, bedürfen weiterer Forschung.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Braunbauchorganisten erfolgte 1801 durch John Latham unter dem wissenschaftlichen Namen Pipra pectoralis. Als Verbreitungsgebiet nannte er Brasilien.John Latham (1801), S. LVII 1805 führte Anselme Gaëtan Desmarest die neue Gattung Euphonia für den Weißbauchorganist (Euphonia minuta , 1849) (Synonym Euphonia olivacea) ein.Anselme Gaëtan Desmarest (1805), S. 975 Dieses Wort leitet sich aus und ab.Euphonia in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname pectoralis hat seinen Ursprung in .pectoralis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Arnaldo de Winkelried Bertoni verwendete 1901 das Synonym Euphonia berlepschiana für den Vogel. Dieser Name ist Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch gewidmet.Arnaldo de Winkelried Bertoni (1901), S. 98–99 Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. Laubmann sah in Tanagra pectoralis die Art für Paraguay. In der Literatur betrachtete er in SapucaiCharles Chubb (1910), S. 621Harry Church Oberholser (1902), S. 143 durch Charles Chubb und Harry Church Oberholser sowie im Departamento Alto Paraná, in Puerto Bertoni und am Río IguazúArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 62. durch Bertoni Nachweise für das Land.Alfred Laubmann (1940), S. 156.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Finken