Erinayo Wilson Oryema (* 1. Januar 1917 in Gulu; † 16. Februar 1977 in Kampala) war ein ugandischer Politiker und Minister.
Leben Oryema wurde geboren als Angehöriger der Acholi im Acholiland. Eine Ausbildung am Buwalasi Teacher Training College in Mbal schloss er 1935 zum Lehrer ab, unterrichtete von 1936 bis 1939 an Grundschulen in Gulu und Kitgum und war zuletzt Schulleiter. Am 1. März 1939 begann er seinen Dienst als Gendarm und stieg in der kolonialen Polizei-Hierarchie auf. Ausbilder der King's African Rifles war er im Zweiten Weltkrieg und kehrte anschließend zurück in den Polizeidienst. Zwecks Schulung in Polizeiführung besuchte er Kurse am Peel Centre, Hendon Police College in UK und Washington, USA.Kiyoshi Umeya: Citizenship in Motion - South African and Japanese Scholars in Conversation, S. 163 Zudem absolvierte er eine Ausbildung als Fallschirmjäger in Israel.
Nachdem Uganda 1962 unabhängig geworden war, wurde Oryema unter Präsident Edward Mutesa (König Mutesa II) und Premierminister Milton Obote der erste schwarze Generalinspektor der ugandischen Polizei. Das Amt führte er vom 1. April 1964 bis zum 5. Februar 1971.
Idi Amin ernannte nach seinem unblutigen Putsch am 25. Januar 1971 Generalinspektor Oryema am 31. Januar 1971 zum Minister für Bodenschätze und Wasserressourcen. Am 1. Juli 1976 wurden seine Ressorts als Minister auf Land, Hausbau und Raumplanung beschränkt.
1977 wurde er von der Geheimpolizei gemeinsam mit dem Erzbischof von Uganda Janani Luwum und dem Innenminister Oboth Ofumbi festgenommen. Der Grund, sie hätten versucht, die Regierung zu stürzen, zudem seien USA, Großbritannien und Israel in den Putschversuch verwickelt. Kurze Zeit später waren sie tot. Zunächst verbreitete die Regierung die Darstellung, die drei seien bei einem Autounfall während eines Fluchtversuchs ums Leben gekommen. Tatsächlich sollen sie jedoch zunächst im Gefängnis gefoltert und anschließend ermordet worden sein.Richard J Reid: A History of Modern Uganda , Cambridge University Press, 2017, S. 63 Laut einem von Gesundheitsminister Henry Kyemba verfassten Artikel in Der Spiegel im September desselben Jahres ging die Ermordung „auf die Demütigung zurück, die Amin wegen der israelischen Aktion in Entebbe empfand“.
Nach seinem Tod wurde Oryemas Leichnam nachts in seinen Wohnort Tangi im Distrikt Nwoya gebracht. Dort wurde er von Soldaten heimlich begraben; das Grab wurde mit Beton versiegelt.
Tangi war zugleich der Sitz seiner rund 8000 Hektar großen sogenannten Tangi Farm (Oryema Estate) beim Murchison-Falls-Nationalpark, wohin Oryema von Gulu in den 1960er Jahren umgesiedelt war. Er erwarb zunächst rund 777 Hektar Land in dem Dorf und baute einen landwirtschaftlichen Betrieb auf. Dazu gehörten ein Milchviehbetrieb mit mehr als 100 Friesischen Kühen, Obstplantagen und weitere landwirtschaftliche Flächen.
Am 18. September 2014 wurde Oryemas Leichnam exhumiert und wenige Meter von seinem ursprünglichen Grab entfernt erneut in einem – von Präsident Yoweri Museveni veranlassten – Mausoleum mit Staatsakt beigesetzt. Bereits zwei Tag zuvor wurde ihm zur Ehre eine „Erinayo Oryema Memorial Lecture“ an der Makerere-Universität veranstaltet.
Einer seiner 12 Kinder war der 1977 ins Exil nach Frankreich geflüchtete und 2018 an Krebs verstorbene Musiker Geoffrey Oryema.
Literatur Richard J Reid: A History of Modern Uganda , Cambridge University Press, 2017, S. 60–63 Kiyoshi Umeya: Citizenship in Motion - South African and Japanese Scholars in Conversation, Langaa RPCIG Langaa Research & Publishing Common Initiative Group in Kooperation mit The Center for African Area Studies, Kyoto University, Japan (pdf). S. 153ff
Weblinks Gillian Nantume: Remembering ex-IGP Wilson Oryema, monitor.co.ug vom 19. Februar 2023 Police Remembers Erinayo Oryema, upf.go.ug, Uganda Police Force vom 1. Oktober 2016 Gillian Nantume: Remembering Erinayo Oryema who died alongside Archbishop Luwum, youtube.com vom 16. Februar 2023
Einzelnachweise
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