mini|Élisabeth de Rothschild Élisabeth de Rothschild (geborene Élisabeth Pelletier de Chambure, am 9. März 1902 in Paris; gestorben 23. März 1945 im KZ Ravensbrück) war ein französisches Mitglied der Familie Rothschild und wurde als einziges Mitglied der Familie von den Nationalsozialisten in einem Konzentrationslager ermordet.
Leben Élisabeth Pelletier de Chambure wurde am 9. März 1902 in Paris geboren. Sie war die Tochter von Baron Auguste de Chambure (1865–1943) und seiner Frau Camille Marie Courtois-Desquibes (1871–1932) und stammte aus einer wohlhabenden katholischen Adelsfamilie mit Wurzeln in Burgund. Sie heiratete in erster Ehe Jonkheer Marc Edouard Marie de Becker-Rémy und bekam einen Sohn Edouard Jacques Marie Augustin (1924–1984) und eine Tochter, Philippine Mathilde Camille (1933–2014), deren leiblicher Vater jedoch der französische Baron Philippe de Rothschild war. Von De Becker-Rémy ließ sie sich 1934 scheiden.
mini|Élisabeth und Philippe de Rothschild Unmittelbar nach der Scheidung heiratete sie am 22. Januar 1934 Philippe de Rothschild, den Sohn von Henri und Mathilde de Rothschild und Eigentümer des berühmten Weinguts Château Mouton Rothschild in Pauillac im Médoc. Rothschild war zudem ein angeheirateter Cousin ihres ersten Ehemanns. Zur Hochzeit konvertierte sie zum Judentum. Die Zeremonie wurde von Julien Weill, dem Großrabbiner von Paris, vollzogen.
Im Jahr 1937 wurde ihr Sohn Charles Henri geboren. Er kam mit einer Missbildung zur Welt und starb bereits kurze Zeit nach der Geburt. Auch darüber geriet ihre Ehe in Turbulenzen und das Paar trennte sich im Streit. Élisabeth de Rothschild nahm bis 1939 wieder ihren Geburtsnamen Pelletier de Chambure an.
Obwohl sie von ihrem Mann getrennt lebte, wurde sie mit ihm nach der deutschen Besetzung Frankreichs vom Vichy-Regime verhaftet. Das Weingut wurde beschlagnahmt. Vorübergehend kamen sie wieder auf freien Fuß und Philippe de Rothschild konnte nach England fliehen. Er schloss sich den Streitkräften des „Freien Frankreich“ an und unterstützte General Charles de Gaulle. Als Élisabeth de Rothschild 1941 versuchte, die Demarkationslinie mit einem gefälschten Passierschein zu überqueren, wurde sie verhaftet, später aber wieder freigelassen.
Sie lebte weiter in Paris, bis sie, so wird es zumeist berichtet, 1944 bei einer Modenschau der Modeschöpferin Elsa Schiaparelli neben der Ehefrau von Otto Abetz, dem deutschen Botschafter bei der Vichy-Regierung, Suzanne Abetz, einer gebürtigen Französin, saß. Da ihr das unangenehm war, wechselte sie den Platz. Dies kam einer gesellschaftlichen Brüskierung gleich und anschließend wurde Élisabeth de Rothschild mit ihrer Tochter verhaftet und in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Ihre Tochter wurde freigelassen.
Élisabeth de Rothschild starb im KZ Ravensbrück am 23. März 1945. Als Todesursache wurde Typhus angegeben. In seinen Memoiren hielt Philippe de Rothschild fest, dass sie dort bei lebendigem Leib in einen Ofen des Konzentrationslagers geworfen worden sei.
Weblinks
Bericht über Élisabeth de Rothschild auf World History DE - YouTube
Einzelnachweise
⚭Elisabeth Kategorie:Todesopfer im KZ Ravensbrück Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1902 Kategorie:Gestorben 1945 Kategorie:Frau