Die Hutu-Tutsi-Zwergspitzmaus (Suncus hututsi) ist ein in Afrika nördlich des Tanganjikasees und westlich des Victoriasees verbreitetes Säugetier in der Gattung der Dickschwanzspitzmäuse. Das Typusexemplar stammt aus dem Kibira-Nationalpark in Burundi. Wie bei den anderen afrikanischen Arten der Dickschwanzspitzmäuse scheint es eine nähere Verwandtschaft zu den Mitgliedern der Gattung Wald-Moschusspitzmäuse (Sylvisorex) zu geben. Eine taxonomische Revision steht noch aus.
Merkmale Bei dieser sehr kleinen Spitzmaus fällt das lange Fell auf. Die Kopf-Rumpf-Länge liegt bei 44 bis 58 mm, der Schwanz ist 28 bis 33 mm lang und das Gewicht liegt bei 1,7 bis 2,4 g. Es sind Hinterfüße von 8 bis 9 mm Länge und 4 bis 7 mm lange Ohren vorhanden. Typisch für den Kopf sind winzige Augen und Ohren, die leicht aus dem Fell ragen. Der ganze Körper ist von grauschwarzen Haaren bedeckt, wobei die Unterseite etwas heller ist. Am Schwanz ist der Unterschied zwischen der dunkelbraunen Oberseite und der helleren Unterseite leicht deutlicher. Auf dem Schwanz befinden sich kleine Borsten. Die sechs Zitzen der Weibchen im Leistenbereich sind paarig angeordnet. Der Auswuchs (coronoid process) am Unterkiefer, der die Grenze zwischen Jochbein und Schläfenbein erreicht ist recht flach. Er hat keine zahnähnlichen Höcker. Im Oberkiefer liegen neben den Schneidezähnen je vier einspitzige Zähne. Davon ist der vierte winzig. Da im Zahnschmelz keine Pigmente enthalten sind erscheinen diese weiß.
Verbreitung und Lebensweise Das Tier bewohnt Hochländer und Gebirge im Süden von Uganda, in Ruanda, in Burundi und es erreicht im Westen die Demokratische Republik Kongo. Es wurde zwischen 1170 und 2350 Meter Höhe gefunden. Als Habitat dienen Bergwälder und Buschflächen mit Laubbäumen und mit Bambus als Unterwuchs.
Diese Spitzmaus ist nachtaktiv. Im Magen untersuchter Tiere wurden Reste von Spinnentieren und Käfern gefunden. Zur Größe der bewohnten Areale und zur Fortpflanzung liegen keine Informationen vor.
Gefährdung Auch im genannten Nationalpark werden Bäume als Feuerholz gefällt und es wird nach Bodenerzen geschürft. Das gesamte Verbreitungsgebiet ist fast 90.000 km² groß. Die Gesamtpopulation scheint stabil zu sein. Die IUCN listet die Hutu-Tutsi-Zwergspitzmaus als nicht gefährdet (least concern). Es werden weitere Untersuchungen für eine bessere Beurteilung der Situation gewünscht.
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Einzelnachweise
Kategorie:Spitzmäuse