Die Holy Trinity Romanian Orthodox Church () ist eine Kirche des zur Orthodoxen Kirche in Amerika gehörigen Rumänisch-Orthodoxen Episkopats von Amerika in New Westminster in der kanadischen Provinz British Columbia. Sie wurde von 1924 bis 1935 von norwegischen Einwanderern als lutherische Nidaros Lutheran Church () errichtet. Ab 1960 beheimatete sie als Notre-Dame-de-la-Paix eine frankophone und ab 1980 dann als 103 Korean Martyrs Catholic Church eine koreanischstämmige römisch-katholische Gemeinde, bevor sie als Mar Elias Arab Orthodox Church eine orthodoxe Missionsstation wurde und seit 2006 der jetzigen rumänischen Gemeinde dient. Seit 2004 ist sie als kommunales Denkmal im Canadian Register of Historic Places gelistet.
Architektur Lage und Außenansicht Die Kirche liegt an den steilen Ufern oberhalb des Fraser River im Viertel Albert Crescent nahe der historischen Innenstadt von New Westminster. Sie befindet sich an der Merivale Street zwischen der Carnarvon Street und der Clarkson Street und trägt die Anschrift 47 Merivale Street. Unmittelbar südöstlich von der Kirche verlaufen die Gleise des SkyTrain zur nahegelegenen Skybridge über den Fraser River.
Die Kirche ist entlang des Straßennetzes nach Südosten hin ausgerichtet. Die Kirche ist im besonders für Kirchengebäude im Westen Nordamerikas typischen neogotischen Carpenter-Gothic-Stil errichtet. Die weiß verputzte Holzkirche hat einen rechteckigen Grundriss, der an der westlichen Ecke durch einen Kirchturm mit quadratischem Grundriss durchbrochen wird. An der dem Fluss zugewandten Seite befindet sich ein kleiner Anbau, der ein wenig breiter als das eigentliche Langhaus ist. Der Kirchturm erhebt sich bis auf die Höhe des Dachfirstes und schließt dann in einem spitzen Helm mit einem achteckigen Grundriss und einem Turmkreuz. An den vier Seiten des Kirchturms befinden sich mit Blech ausgeschlagene Ziergiebel, die ein blaues lateinisches Kreuz auf einem hellen, runden Hintergrund beinhalten. Der Turm selbst wird an seinen Außenseiten durch je zwei schmale Spitzbogenfenster erhellt. Das Kirchenschiff ist zweistöckig und in den Hang hinein gebaut. Sein Giebeldach ist mit Schindeln gedeckt. Der erste Stock, der den Gottesdienstraum enthält, wird durch je vier große Spitzbogenfenster mit Buntglaselementen an den langen Seiten erleuchtet. Im Untergeschoss bestehen zu beiden Seiten hin je drei schmucklose rechteckige Fenster. Zur Carnarvon Street hin befindet sich ein kleiner Vorplatz, auf dem ein hölzernes und ein steinernes Gedenkkreuz steht, sowie drei Fahnenmasten mit den Flaggen von Kanada, British Columbia und Rumänien. Von der Straße führen eine kleine Treppe und eine barrierearme Rampe zur Eingangstür, auch von der Merivale Street aus besteht eine Treppe. Der Eingangsbereich ist überdacht.
Innenraum Noch vor dem eigentlichen Eingang befindet sich auf der linken Seite ein kleiner metallener Verschlag als Gebetsraum mit zwei Ikonen und der Möglichkeit, Opferkerzen anzuzünden. Betritt man nun den Narthex der Kirche durch die hölzerne Flügeltür, so blickt man direkt auf den Altarraum und die Ikonostase. Der Innenraum verfügt über einen Parkettboden und ist an den Wänden ringsum bis etwa auf Brusthöhe holzvertäfelt. Über dem Eingang befindet sich eine Empore, die über eine Treppe direkt rechts von der Eingangstür erreicht werden kann. Neben der Treppe befinden sich einige Regale mit Devotionalien, von denen einige auch erworben werden können. Die Wände des Gottesdienstraums sind ringsum mit zahlreichen kunstvollen Heiligenbildern bemalt. Über diesen Ikonen sind Szenen aus dem Leben Jesu bildlich dargestellt. Schreitet man vom Eingang aus den mit rotem Teppich ausgelegten Mittelgang entlang, so kommt man an zwei Ikonenpodesten vorbei, bevor man durch die hölzernen Bankreihen hinweg an der Ikonostase ankommt. Noch vor der Ikonostase befindet sich zur rechten ein verstellbarer Ambo und ein aus Holz geschnitzter Bischofsstuhl. Neben zahlreichen weiteren Ikonen rahmen eine große Darstellung der Gottesgebärerin zur Linken und Christi zur Rechten den Durchgang in der mit vielen geschnitzten Verzierungen versehenen Ikonostase zum Altarraum. Der kleine Holzaltar ist mit ähnlicher Weinmotivik verziert wie die Ikonostase und weist auf seiner Vorderseite ein geschnitztes Bild des segnenden Christus auf, der aus dem Abendmahlskelch aufsteigt. Auf dem Altar steht ein goldbeschlagenes Altarkreuz mit ikonographischen Darstellungen. Der Altarraum, der durch ein großes Spitzbogenfenster hinter dem Altar erhellt wird, ist ebenfalls ringsum mit Heiligendarstellungen bemalt. Seine Decke zeigt das letzte Abendmahl und das Mahl Christi mit den Emmausjüngern. Vom Altarraum aus kann man das Diakonion und die Prothesis erreichen, die jedoch nicht besonders ausgeschmückt sind.
Erklimmt man nun die Empore, die auf ihrer Schauseite die Entschlafung Mariens zeigt, so finden sich dort zwei weitere Sitzreihen und ein großes Buntglasfenster. Von der Empore aus eröffnet sich ein guter Blick auf die Decke der Kirche, deren Bemalung großformatig verschiedene Episoden aus dem neuen Testament aufgreift. Im Uhrzeigersinn links beginnend sind dort abgebildet: Jesus und die Jünger in Gethsemane, Christus, der die Tore der Hölle zerbrochen hat und die Heiligen aus ihren Gräbern erweckt, Jesus und Maria Magdalena, dann zentral über dem Altar Maria als thronende Himmelskönigin mit dem Jesuskindlein und zwei Engeln, zur rechten dann Mariä Verkündigung, die Geburt Christi in Bethlehem und seine Taufe durch Johannes im Jordan. Mittig an der Decke befinden sich große Abbildungen des segnenden Christus Pantokrator mit den Symbolen der vier Evangelisten und eine der Maria mit dem Kind. Die gesamte Decken- und Wandbemalung wurde zwischen 2010 und 2011 von den rumänischen Ikonographen Petru und Cora Botezatu ausgeführt.
Von der Prothesis aus führt eine Treppe ins Untergeschoss, die auch durch eine Tür neben der Ikonostase erreicht werden kann. Das Untergeschoss ist als Gemeindesaal ausgebaut. So befinden sich unter dem Chorraum eine große Küche und Sanitärräume und unter dem Eingangsbereich eine kleine Bibliothek. Der Gemeindesaal kann auch durch eine ebenerdige Tür von der Merivale Street aus erreicht werden.
Geschichte Nidaros Lutheran Church Die lutherische Gemeinde in New Westminster geht auf norwegische Einwanderer zurück, die sich in den 1880er- und 1890er-Jahren zahlreich im Pazifischen Nordwesten niederließen und vor allem in der Holzindustrie und Fischerei arbeiteten. Sie brachten ihren lutherischen Glauben aus ihrer Heimat mit und bildeten schnell eigene Kirchengemeinden, die sich einem der norwegischstämmigen Kirchenverbände in Nordamerika anschlossen. Bereits ab 1890 bestand im nahen Delta eine norwegische Gemeinde an der späteren Trinity Lutheran Church, die mit der Vereinigten Norwegischen Kirche verbunden war. Die zu dieser in Konkurrenz stehende Norwegische Synode hatte bereits mehrfach von Washington aus Missionare über die kanadische Grenze gesandt, konnte aber keine dauerhaften Gemeinden im Fraser Valley etablieren. Erst 1913 gelang es Pfarrer Olaf Borge 85 Gläubige um sich zu scharen und eine lutherische Gemeinde in New Westminster zu gründen, die sich nach der alten Hauptstadt Norwegens mit ihrem berühmten Dom Nidaros-Gemeinde () nannte. Vorerst mietete die Gemeinde sich in der St. Paul’s Reformed Episcopal Church ein, doch schon 1920 wurde damit begonnen, einen Kirchenbaufonds anzulegen. Im Folgejahr konnte ein Bauplatz erworben werden und 1924 begannen dann die Bauarbeiten und am 4. Mai 1924 konnte der erste Gottesdienst im Untergeschoss abgehalten werden. Bis jedoch auch das Obergeschoss mit dem eigentlichen Gottesdienstraum vollendet wurde, sollten noch über 10 Jahre vergehen. Erst 1934 wurden die Bauarbeiten für das Obergeschoss beginnen und am 3. Mai 1935 war der Kirchenbau abgeschlossen. Die lutherische Gemeinde wuchs in den folgenden Jahren stark, sodass die Kirche bereits in den 1950ern zu klein geworden war und ein Neubau geplant wurde. 1958 konnte die Gemeinde ihre neue Mt. Zion Lutheran Church im Viertel Massey Victory Heights beziehen.
Notre-Dame-de-la-Paix Die ungenutzte alte Kirche verkaufte die lutherische Gemeinde an eine frankokanadische römisch-katholische Gemeinde, die die Kirche dem Patrozinium Unserer Lieben Frau vom Frieden anvertraute. Die frankophone Gemeinde blieb zwanzig Jahre lang bis 1980 in dem Gotteshaus. Später wurde die Gemeinde aufgelöst.
103 Korean Martyrs Catholic Church Die Kirche wurde 1980 an die koreanischsprachige katholische Gemeinde für die Metropolregion Vancouver übergeben und nach den 103 heiliggesprochenen Märtyrern der Christenverfolgung in Korea benannt. Die koreanische Gemeinde wuchs jedoch in den nächsten Jahren derart stark, dass die Kirche in New Westminster zu klein wurde. So wurde 2001 die St. Andrew Kim Catholic Church in Surrey errichtet, wo neben einer größeren Kirche auch ein Gemeinde- und ein Bildungszentrum zur Verfügung standen.
Mar Elias Arab Orthodox Church Das Kirchengebäude wurde in der Folge an die Erzdiözese Kanada der Orthodoxen Kirche in Amerika verkauft, die das Gebäude einer Missionsgemeinde für syrische und palästinensische orthodoxe Christen zur Verfügung stellte und dem Patriozinium des Propheten Elia anvertraute. Nachdem jedoch die Mission 2006 ihre Tore schloss, war das Gebäude vorerst ungenutzt.
Holy Trinity Romanian Orthodox Church Die rumänische Diaspora im Großraum Vancouver war ab den 1980er-Jahren beträchtlich gewachsen, sodass sich 1986 Gläubige zur Dreifaltigkeitsgemeinde zusammenschlossen und den Bischof des Rumänischen Episkopats der Orthodoxen Kirche in Amerika um die Entsendung eines Geistlichen baten. Die Gemeinde wurde am 11. März 1987 inkorporiert und mietete die Räume für ihre Gottesdienste zuerst in der Holy Resurrection Russian Orthodox Cathedral in Vancouver und später an der St. Michael’s Anglican Church dort an. Zuständiger Priester der Gemeinde war Archimandrit Martinian Ivanovici, der regelmäßig aus Regina in Saskatchewan einflog. Seit 1999 wirkt Erzpriester Nicolae Lapuste an der Kirche, der seit 2018 auch Dekan des Dekanats Kanada-West ist.
Bis 2006 hatte die Kirche ausreichend finanzielle Mittel sammeln können, um die Kirche an der Merivale Street erwerben zu können. Das Gebäude befand sich damals in einem schlechten Zustand und drohte abgerissen zu werden. Die orthodoxe Gemeinde kümmerte sich jedoch um die Renovierung und sicherte so den Erhalt der historischen Kirche. Der Innenraum wurde den Ansprüchen eines orthodoxen Gottesdienstes angepasst, indem etwa die Ikonostase eingezogen wurde. In den Jahren 2010 und 2011 wurden die Wände und Decken der Kirche durch die rumänischen Ikonographen Petru und Cora Botezatu bemalt. 2026 feierte die Gemeinde im Beisein von Bischof Andrei von Cleveland das 40-jährige Jubiläum ihres Bestehens. Die Göttliche Liturgie wird bis heute in rumänischer Sprache mit einigen englischen Elementen gefeiert.
Weblinks
Website der Kirchengemeinde Digitaler Rundgang durch das Kirchengebäude
Einzelnachweise
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