Die Tour of Britain Women 2026 war ein Etappenrennen für Frauen. Es zählte zur UCI Women’s WorldTour 2026 und fand vom 19. bis 23. August des Jahres statt. Gegenüber dem Vorjahr wurde die Rundfahrt um einen Tag verlängert und von Anfang Juni in den Spätsommer verlegt. Ihr Termin lag damit näher an der Anfang September stattfindenden Tour of Britain der Männer, die ihrerseits um einen Tag verkürzt wurde. Allerdings fanden beide Rennen weiterhin getrennt und auf völlig unterschiedlichen Parcoursen statt.
Streckenführung
Die Tour begann im Nordwesten Englands und führte von dort durch Wales in die West Midlands.
Die erste Etappe durch Cumberland begann und endete in Cockermouth. Sie beschrieb von dort zunächst eine große Runde im Uhrzeigersinn zur Küste zwischen Whitehaven und Silloth. Auf die Rückkehr nach Cockermouth folgte eine gut 25 km lange hüglige Schlussrunde. Die zweite Etappe in Lancashire führte von Clitheroe zunächst durch den Forest of Bowland und dann zur Küste bei Blackpool. Sie war vom Veranstalter als flach eingestuft, wobei dieses Attribut vor allem auf die zweite Hälfte zutraf.
Die dritte Etappe im Norden von Wales begann in Mold, führte zunächst durch das hüglige Hinterland und dann zum Badeort Llandudno, wo sie mit der Steigung auf den Hausberg Great Orme endete. Die vierte Etappe führte durch Powys im Landesinneren von Wales. Sie war durchweg leicht hüglig, die letzten 10 km zum Ziel in Hay-on-Wye waren jedoch flach. Die Schlussetappe bestand aus einem eher flachen, gut 120 km langen Rundkurs um Leamington Spa in Warwickshire.
Rennverlauf
1. Etappe
Arabella Blackburn und Audrey De Keersmaeker begaben sich auf einen Ausreißversuch, der für Blackburn endete, nachdem sie von einer Biene gestochen worden war. De Keersmaeker wurde auf der hügligen Schlussrunde eingeholt, während derer mehrere Teams das Tempo erhöhten in der Hoffnung, Sprinterinnen wie Lorena Wiebes loszuwerden. Diese Versuche erwiesen sich als vergeblich, und Wiebes gewann mühelos den Zielsprint in Cockermouth.
Die Fahrerin Maeve Plouffe, die nach einer Panne zwei Minuten Rückstand auf das Peloton aufwies, sah sich damit konfrontiert, dass sich bereits wieder allgemeiner Verkehr auf der Strecke befand. Nur wenige Tage nach dem Tod Finlay Tarlings, der bei der Portugal-Rundfahrt unter ähnlichen Umständen verunglückt war, fachte dieser Vorfall die Debatte um Sicherheit im Straßenradsport weiter an.
2. Etappe
Die Etappe fand in naßkaltem Wetter statt. Zwei Verkehrsunfälle, die sich auf der vorgesehenen Strecke ereignet hatten, erzwangen erst eine Umleitung und später eine 30-minütige Neutralisation des Rennens. Ausreißversuche blieben derweil auf einzelne Fahrerinnen beschränkt. Das Peloton kam geschlossen zum Zielsprint, den wiederum Lorena Wiebes um mehrere Radlängen gewann.
3. Etappe
Lotte Kopecky zog sich aus Gesundheitsgründen von der Tour zurück. Ebenfalls nicht am Start war die Südafrikanerin S’annara Grove wegen eines positiven Dopingtests bei den Commonwealth Games wenige Wochen zuvor.
Das Peloton dünnte sich auf dem hügligen Parcours durch den Norden von Wales alsbald auf 40 bis 50 Fahrerinnen aus. Gleich zu Beginn der etwa 3 km langen Steigung auf den Great Orme setzte sich Kim Le Court an die Spitze, distanzierte die Konkurrenz und gewann deutlich die Etappe. Sie übernahm zugleich die Gesamtführung vor Liane Lippert, während Lorena Wiebes nach einem Zeitverlust von einer halben Minute nunmehr auf dem dritten Rang lag.
4. Etappe
Fleur Moors, die Führende im Nachwuchsklassement, lag lange Zeit allein an der Spitze des Rennens. 50 km vor dem Ziel erhielt sie Gesellschaft durch Dilyxine Miermont und Alessia Vigilia, doch 25 km holte das in den Hügeln schon deutlich dezimierte Hauptfeld die drei ein. Auf der letzten Steigung attackierte Liane Lippert und zog zunächst nur Kim Le Court mit sich, bevor eine fünfköpfige Gruppe mit Lorena Wiebes zu den beiden aufschloss. Wiebes kontrollierte in der Folge mehrere Solo-Attacken, während die Spitzengruppe allmählich auf knapp 30 Fahrerinnen anwuchs, und gewann den Sprint vor Lippert und Le Court.
5. Etappe
Die Ausreißergruppe des Tages bestand aus Eva van Agt, Alice Towers und Sara Martín. Obwohl deren Vorsprung maximal zweieinhalb Minuten betrug, wurden sie erst kurz vor dem Schlusskilometer eingeholt. Den Zielsprint gewann erneut hochüberlegen Lorena Wiebes, die sich durch die damit verbundenen Bonussekunden noch auf den zweiten Rang im Gesamtklassement vorschob und auch die Punktewertung gewann, aber am Gesamtsieg von Kim Le Court nichts mehr ändern konnte. Die Bergwertung gewann Lauren Dickson. Als beste Nachwuchsfahrerin wurde Fleur Moors ausgezeichnet, deren Team Lidl-Trek zudem in der Mannschaftswertung vorn lag.
Teilnehmende Teams
Von den 14 existierenden UCI Women’s WorldTeams nahmen alle bis auf EF Education-Oatly teil, dafür kein einziges der UCI Women’s ProTeams.
Weblinks Website der Veranstaltung Tour of Britain bei British Cycling
Parcours auf La Flamme Rouge
Einzelnachweise
#2026 Kategorie:Radrennen 2026